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Polizisten von nah und fern tagelang im Großeinsatz / 311 Fahrzeuge kontrolliert

311 Fahrzeuge in Bückeburg kontrolliert: Verkehrssünder im Visier der Fahnder

BÜCKEBURG. Polizeibeamte von nah und fern, darunter Experten einer Spezialeinheit, haben innerhalb von fünf Tagen in und um Bückeburg herum 311 Fahrzeuge gestoppt und kontrolliert – zahlreiche Verstöße wurden festgestellt.

veröffentlicht am 14.06.2021 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 14.06.2021 um 17:30 Uhr

Leonhard Behmann

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Redakteur zur Autorenseite

Der groß angelegte Einsatz war von langer Hand geplant worden. Die genauen Details wurden geheim gehalten. Für die Schwerpunktkontrolle waren zusätzliche Beamte in den Dienst beordert und eine Spezialeinheit aus Stadthagen sowie Bereitschaftspolizisten aus Hannover angefordert worden. Kommissariatsweit waren mobile Teams im Einsatz, zudem wurden stationäre Kontrollen durchgeführt. Insbesondere Raser hatten die Beamten im Visier. Aber auch auf Zweiradfahrer-, Handy- und Gurtverstöße legten die Kontrolleinheiten ein besonderes Augenmerk.

An der Bundesstraße 83 zwischen Bückeburg und Luhden wurde der Schwerlast- und Güterverkehr kontrolliert. Einsatzkräften fiel dabei auch ein Lastzug aus dem Landkreis Dannenberg auf, mit dem Rinder transportiert wurden. Polizisten lotsten den Fahrer des Lastwagens mit einem Streifenwagen von der Bundesstraße 83 runter auf die Kreisstraße 8 in Luhden – dort stoppten sie den Lastwagen für eine Kontrolle.

Den Experten der Verfügungseinheit fiel dabei ein erheblicher Mangel auf. Die Tiere seien doppelstöckig in dem Lastwagen transportiert worden und die Deckenhöhe zu niedrig gewesen, berichtet Polizeikommissarin Julia Haase. „Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und eine Straftat“, sagt die Polizeisprecherin. Gegen den Brummi-Fahrer wird nun ermittelt.

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Aufklären und Verstöße ahnden – Polizeioberkommissar Tobias Büsing überwacht mit Kollegen in der Bückeburger Fußgängerzone den Radverkehr. Foto: pr.

Auch bei vier weiteren Lastwagen wurden die Beamten fündig. Darunter war auch ein Fall, bei dem es Unstimmigkeiten bei den Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers gab. Der Fahrer habe in den letzten drei Wochen nicht – wie vorgeschrieben – nachgetragen, was er an den Wochenenden gemacht hat, als seine Kontrollkarte nicht im Lastwagen steckte, berichtet Oberkommissar Marcus Rosenlicht, der Experte für Schwerlastverkehr bei der Polizei ist.

Aber auch viele Raser gingen der Polizei ins Netz. Allein 156 Autofahrer wurden von Polizisten angehalten, weil sie zu schnell unterwegs waren. Überhöhte Geschwindigkeit sei neben Alkohol und Drogen sowie der Ablenkung durch das Mobiltelefon eine der Hauptunfallursachen, erklärt Kommissarin Haase.

Insbesondere an der Bundesstraße 65 in Gelldorf und in Hespe wurden an mehreren Tagen Lasermessungen durchgeführt. „Für einen erschreckenden Spitzenwert bei den Kontrollen“, so Polizeikommissarin Julia Haase, habe ein 40 Jahre alter Autofahrer gesorgt.

Er sei mit seinem Wagen statt der erlaubten 50 km/h mehr als doppelt so schnell unterwegs gewesen. Die Lasermessung der Polizei zeigte, dass der Wagen des Mannes mit 108 Kilometern pro Stunde innerhalb einer geschlossenen Ortschaft deutlich zu schnell unterwegs war. Auch drei weitere Autofahrer erwarten Fahrverbote und hohe Bußgelder.

Im Rahmen der Verkehrskontrollen konnten außerdem noch 16 Verstöße gegen die Gurtpflicht und 16 Verstöße, bei denen Autofahrer während der Fahrt ihr Handy benutzten, festgestellt werden. Auch fünf Strafverfahren, darunter zwei wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und zwei wegen Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, mussten eingeleitet werden.

Ein besonderes Augenmerk legten die Beamten aber auch auf die Überwachung des Radverkehrs. Polizisten, darunter Beamte des Präventionsteams, führten an zwei Tagen mit 79 Fahrradfahrern aufklärende Gespräche – insbesondere darüber, dass die Benutzung des Handys beim Radfahren nicht erlaubt ist.

Gezielt seien junge Radfahrer angesprochen worden – sie würden zur Risikogruppe gehören, erklärt Haase. „Das Beratungsangebot wurde von der Bevölkerung gut angenommen und ist auf viel positive Resonanz gestoßen“, resümiert die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.




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