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Betrugsversuche häufen sich

60 Anrufe von "falschen Polizeibeamten"

NIENBURG. Zurzeit werden quer durch Deutschland nahezu jeden Tag Warnungen vor Anrufen falscher Polizeibeamte veröffentlicht. Im Fachkommissariat 3 der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg sind innerhalb kurzer Zeit ganze 60 ähnlich gelagerte Fälle bekannt geworden

veröffentlicht am 21.02.2019 um 11:14 Uhr

Symbolbild Senior am Telefon. Foto Pixabay

NIENBURG. Zurzeit werden quer durch Deutschland nahezu jeden Tag Warnungen vor Anrufen falscher Polizeibeamte veröffentlicht. Im Fachkommissariat 3 der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg, zuständig für Betrugsdelikte, sind innerhalb kurzer Zeit ganze 60 ähnlich gelagerte Fälle bekannt geworden, teilt die Polizei jetzt mit.

Das positive Ergebnis vorweg - alle Taten blieben im Versuchsstadium stecken, so die Polizei. In den vielen persönlichen Gesprächen, die die Sachbearbeiterin der PI mit den potentiellen Opfern führte, wurde deutlich, wie belastend aber auch schon diese Anrufe für die zumeist über 70-jährigen Seniorinnen und Senioren waren. Immer wieder kam zum Ausdruck, mit welchem Druck und welcher Überzeugungskraft die Täter vorgingen. So wurde den Angerufenen sofort empfohlen, zur Sicherheit die 110 zurückzurufen, aber vorher nicht aufzulegen. So blieb der Täter in der Leitung und tat so, als sei er aus der Notrufzentrale. Auch die Möglichkeit, eine fremde Telefonnummer (sogar die der Polizei) im Display anzeigen zu lassen, wurde häufig genutzt.

Die Situation hinterlässt laut Polizei bei vielen älteren Menschen ein Gefühl der Verunsicherung und sogar der Angst, auch wenn es nicht zur Vollendung einer Tat gekommen war. Die meisten Anrufe gingen sehr geballt zwischen dem 24. Januar 2019 und dem 25. Januar 2019 im Bereich der Stadt Nienburg sowie einiger Stadtteile ein. Der Trend setzt sich jedoch fort und auch am vergangenen Wochenende wurden wieder 6 Anzeigen gefertigt.

Aus Reihen der Opfer wurde der Wunsch geäußert, dass die Polizei doch nochmal ausführlich vor diesen Tätern warnen solle. "Diesem Wunsch kommen wir gern nach" so Axel Bergmann, Sprecher der PI Nienburg/Schaumburg. "Seit vielen Jahren werden von unseren Fachleuten für Kriminalprävention die Betrugsversuche bei Seniorinnen und Senioren auf Veranstaltungen, Vorträgen und mit Broschüren thematisiert. Auch die Medien greifen unsere Warnungen dankenswerterweise immer wieder auf. Die wenigen erfolgreichen Taten zeigen, dass dieser Weg erfolgreich zu sein scheint. Wir wünschen uns, dass das Thema im Familienkreis, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft und bei sonstigen Gelegenheiten weitergetragen wird und jede Frau und jeder Mann weiß, wie sie / er sich verhalten sollte, nämlich: einfach auflegen!", rät der Polizeisprecher.




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