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Auch in Rinteln: Zoll und Staatsanwaltschaft zerschlagen Schwarzarbeits-Netzwerk

EXTEN. Die gestrige Durchsuchung bei einem Subunternehmer des Getränkeherstellers Wesergold in Exten (wir berichteten) war eine von insgesamt rund 50 durchgeführten Durchsuchungen in mehreren Bundesländern. Dabei ging es um den Schlag gegen ein Schwarzarbeiter-Netzwerk, bei dem insgesamt 13 Beschuldigte festgesetzt wurden, Vermögen in Höhe von 2,3 Millionen Euro wurde eingefroren:

veröffentlicht am 17.06.2021 um 13:36 Uhr

EXTEN. Die gestrige Durchsuchung bei einem Subunternehmer des Getränkeherstellers Wesergold in Exten (wir berichteten) war eine von insgesamt rund 50 durchgeführten Durchsuchungen in mehreren Bundesländern, die Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Kiel im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lübeck vollstreckten. Das teilt das Hauptzollamt Kiel in einer Pressemitteilung mit.

Dabei wurde Vermögen in Höhe von insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro entzogen (sogenannter Vermögensarrest), angeordnet vom Amtsgericht Lübeck. Der gestrigen Aktion ging laut Hauptzollamt Kiel eine langjährige Ermittlungsarbeit gegen 13 Verantwortliche verschiedener schleswig-holsteinischer Dienstleistungsfirmen voraus.

Knapp 800 Einsatzkräfte dieser Besonderen Aufbauorganisation (BAO) "Hydra" durchsuchten am Mittwoch über den Tag verteilt private Wohnungen der Beschuldigten und Geschäftsräume der Firmen in sechs Bundesländern, darunter auch auf dem Firmengelände von Wesergold. Die FKS des Zolls wurde dabei von Einsatzkräften des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung, der Bundespolizei und der Landespolizei unterstützt. Die Einsatzschwerpunkte lagen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Den elf männlichen und zwei weiblichen Beschuldigten im Alter von 31 bis 46 Jahren wird vorgeworfen, seit dem Jahr 2015 gewerbsmäßig eine Vielzahl osteuropäischer Ausländer illegal nach Deutschland eingeschleust und sie ohne die erforderlichen Aufenthaltstitel unangemeldet als Lagerarbeiter beschäftigt zu haben.

Weiterhin stehen sie im Verdacht, einen Teil der eingeschleusten Ausländer mit gefälschten Dokumenten ausgestattet und als vermeintliche EU-Bürger in ihren Zeitarbeitsfirmen beschäftigt zu haben. Die Beschäftigungen sollen sie mutmaßlich gar nicht oder nicht in vollem Umfang angemeldet und hierdurch Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer in Millionenhöhe vorenthalten haben.

"Für die Vermittlung der Arbeitsstelle und die benötigte Arbeitskleidung oder die spartanische Sammelunterkunft und den täglichen Transport zu den jeweiligen Einsatzorten und zurück werden den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oft monatlich zwischen 300 Euro bis 500 Euro vom Lohn abgezogen", so der Leiter des Hauptzollamtes Kiel, Robert Dütsch. "Da reduziert sich der tatsächlich gezahlte Nettostundenlohn schnell auf maximal 5 Euro pro Stunde."

Insgesamt wurden 116 Personen festgestellt, die in Verdacht stehen, sich illegal im Bundesgebiet aufzuhalten. Erste Vernehmungen von Beschuldigten und Zeugen wurden durchgeführt. Es wurde umfangreiches Beweismaterial, darunter Computer und Mobiltelefone sichergestellt, die nun durch Spezialkräfte des Zolls für Digitale Forensik ausgewertet werden müssen. Darüber hinaus wurden erhebliche Vermögenswerte zum Schadenausgleich gesichert. Beispielsweise wurden fünf Fahrzeuge der Marken Mercedes Benz (3 Stück), BMW und Opel und ein Grundstück gepfändet.

Den gestrigen Durchsuchungen schließt sich nun die intensive Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls an.

Eine Besonderen Aufbauorganisation (BAO) wird kurzfristig eingerichtet, wenn komplexe Lagen nicht mehr durch eine Allgemeine Aufbauorganisation (AAO) bewältigt werden können. Gründe hierfür können eine besondere Gefährdungslage, ein hoher Personalbedarf, die Einsatzdauer oder auch der Bedarf einer einheitlichen Führung bei vielen unterschiedlichen Zuständigkeiten sein. red




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