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Mit Trick – Täter versuchen Senioren um Erspartes zu bringen

Betrügern auf der Spur

BÜCKEBURG/BERENBUSCH. Sie kennen keine Skrupel, arbeiten mit immer neuen Tricks, geben sich als Enkel, Polizeibeamte, Mitarbeiter der Stadtwerke oder als Handwerker aus - und wollen nur das Eine: Senioren um ihr Erspartes bringen. Die Anrufe kommen in der Regel aus Call-Centern in der Türkei. „Dort halten sich oft auch die Drahtzieher der organisierten Banden auf“, sagt Hauptkommissar Matthias Auer von der Bückeburger Kriminalpolizei. Am Donnerstagnachmittag versuchten die Betrüger, mit einem Trick an das Geld von Senioren aus Bückeburg und Berenbusch zu kommen.

veröffentlicht am 14.01.2021 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 14.01.2021 um 20:13 Uhr

Leonhard Behmann

Autor

Redakteur zur Autorenseite

Die fiese Masche: Der Mann am anderen Ende der Leitung gab sich gegenüber einem 83 Jahre alten Mann aus Berenbusch und einem 81-Jährigen aus Bückeburg als Enkel aus und behauptete, einen Unfall in Hildesheim gehabt zu haben. Zum Glück sei nur Blechschaden entstanden. Um die Sache schnell klären zu können, bat er die Männer um 31000 Euro. „Zum Glück gingen beide nicht auf die Forderungen ein“, sagt der Ermittler vom für Betrugs- und Fälschungsdelikte zuständigen Arbeitsfeld 3 der Polizei Bückeburg. Um 14.20 Uhr klingelte bei einer 77 Jahre alten Frau aus Berenbusch das Telefon. Erneut gab sich ein Mann als Enkel aus. „Diesmal sollte es einen Unfall in Hamburg gegeben haben - und der Anrufer bat die Seniorin um 21000 Euro“, sagt Auer. Der Versuch scheiterte aber auch diesmal, denn: „Der Enkel der Frau hat weder ein Auto noch einen Führerschein“, sagt der Ermittler. Die Seniorin legte auf und informierte die Polizei. Die Spezialisten des Kriminalermittlungsdienstes haben die Ermittlungen aufgenommen und warnen vor weiteren Betrugsanrufen. Es sei durchaus möglich, dass die Täter im Raum Bückeburg noch weitere Telefonanrufe tätigen werden und „mit abgewandelten Legenden eine äußerst dringliche Lage schildern“ würden. Dabei werde von den Tätern großer psychischer Druck auf die Angerufenen ausgeübt, weiß Hauptkommissar Auer. Die Betrüger finden potenzielle Opfer im Telefonbuch. Dort suchen sie nach Vornamen, die drauf hindeuten, dass die Personen älter sind. Die Kriminalpolizei gibt folgende Tipps:


Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie den Anrufer grundsätzlich dazu auf, seinen Namen selbst zu nennen.
Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis. Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Das kann den Ermittlern helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
Bewahren Sie Ihre Wertsachen, zum Beispiel höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

Die Ermittler bitten Senioren oder entsprechende Angehörige, sich bei derartigen Telefonanrufen umgehend mit der Polizei in Bückeburg unter der Rufnummer (05722) 95930 in Verbindung zu setzen.




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