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Bückeburger soll 26-mal zugeschlagen haben / 19-Jährige stand offenbar Schmiere / LKA unterstützt Ermittlungsdienst

„Covid is Fake“ - Pärchen geschnappt

BÜCKEBURG. Der Polizei ist es gelungen, zwei Verdächtige zu fassen. Möglicherweise handelt es sich um Corona-Leugner. Das Pärchen soll für 26 Sprühattacken in der Innenstadt von Bückeburg verantwortlich sein.

veröffentlicht am 10.05.2021 um 13:10 Uhr
aktualisiert am 10.05.2021 um 14:52 Uhr

Leonhard Behmann

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Der Sprayer schlug bislang im Schutze der Dunkelheit und zeitweise während der Ausgangssperre zu. Der Täter dürfte sich die Tatsache zu Nutze gemacht haben, dass derzeit in den Nächten kaum jemand in der Stadt unterwegs ist. Mit roter Lackfarbe soll der Mann  zahlreiche Wände und Häuserfassaden von Geschäften, Restaurants, Bankinstituten, dem Rathaus und einer Grundschule sowie den Brunnen auf dem Marktplatz besprüht haben. Die Polizei registrierte 24 Taten in nur wenigen Tagen. Allein an einem Wochenende schlug der Unbekannte demnach 20-mal zu. Das Motiv des Sprayers, gibt den Ermittlern Rätsel auf. „Möglicherweise ist der Täter mit den Corona-Regeln nicht einverstanden“, sagt Hauptkommissar Matthias Auer. Am Sonntagabend konnten Ermittler zwei Tatverdächtige fassen. Diesmal hatten die Täter am helllichten Tag zugeschlagen. Die Beweise seien erdrückend, sagt Hauptkommissar Matthias Auer. Zeugen hatten kurz nach 19 Uhr beobachtet, wie ein Mann mit roter Farbe an den Betonpfeiler der Brücke, die über die Petzer Straße führt, den Satz „Corona is Fake“ sprühte. An eine Mauer unter der Brücke und an der Rampe der Skateranlage soll der Mann die Sätze „Corona = Fake" und „Covid is Fake“ in roter und grüner Farbe gesprayt haben. Eine junge Frau soll – so berichten es Zeugen – während der Taten „Schmiere gestanden haben“. Die Polizei war schnell vor Ort. Schon wenige Minuten nach dem Notruf konnten Ermittler die junge Frau und den Sprayer fassen. Sie hielten sich noch in der Nähe des Tatortes auf. „Offenbar haben sie nicht damit gerechnet, entdeckt zu werden“, sagt Auer. Polizisten nahmen den 39 Jahre alten Mann und seine 19 Jahre alte Begleiterin – beide kommen aus Bückeburg – mit zur Wache. In einer ersten Vernehmung hätten beide die Taten bestritten.  „Eine Hand und die Schuhe des 39-Jährigen waren aber mit roter Farbe beschmiert“, sagt Auer. Bei einer Durchsuchung der Personen und einer Tasche wurden die Ermittler fündig. In einem Rucksack fanden die Beamten zwei Spraydosen. „Eine mit roter und eine mit grüner Farbe“, sagt Auer. Nach Angaben der Polizei waren die Verdächtigen zur Tatzeit erheblich alkoholisiert. Bei dem Bückeburger ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von 2,86 Promille. Seine Begleiterin pustete 1,73 Promille. Die Polizei geht davon aus, dass die Verdächtigen auch für die anderen Taten in der Innenstadt verantwortlich sind.  Die Handschrift des Täters sei stets identisch und der Text an den Wänden jedes Mal derselbe gewesen: „Covid is Fake“. Ermittler des Einsatz- und Streifendienstes sicherten an den Tatorten Spuren, machten Beweisfotos. Der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen der Polizei hoch sein. Beziffert werden konnte er aber noch nicht. Experten des unter anderem für Brand- und Todesermittlungen, Sexualdelikte und Sachbeschädigungen zuständigen Arbeitsfeldes 1 der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Experten nahmen an den Tatorten Proben von den aufgesprühten Schriftzügen. Sie sollen nun im Labor von Spezialisten des Landeskriminalamtes in Hannover untersucht und mit der Farbe aus den sichergestellten Spraydosen, die der Verdächtige bei sich hatte, verglichen werden. Gegen die beiden Bückeburger wird nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung ermittelt.

Die Kriminalpolizei sucht Zeugen. Wer etwas zu den Taten beobachtet hat, wird gebeten sich bei den Ermittlern unter der Telefonnummer (05722) 95930 zu melden.

 




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