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Gleich fünf Betrugsversuche

Enkeltrick in letzter Minute vereitelt

BÜCKEBURG. Der Trick ist alt und fies, die Masche wird von geschickten Betrügern aber immer wieder mit Erfolg angewendet: Gleich fünf Mal versuchten Gauner am Dienstagnachmittag, Senioren mit dem „Enkeltrick“ um ihr Erspartes zu bringen. Gutgläubige Opfer finden sich immer wieder: In zwei Fällen konnte der Betrug erst in letzter Minute verhindert werden.

veröffentlicht am 24.10.2018 um 12:31 Uhr
aktualisiert am 24.10.2018 um 18:10 Uhr

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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Der Trick ist alt und fies, die Masche wird von geschickten Betrügern aber immer wieder mit Erfolg angewendet: Gleich fünfmal versuchten Gauner am Dienstagnachmittag, Senioren mit dem Enkeltrick um ihr Erspartes zu bringen. Gutgläubige Opfer finden sich immer wieder: In zwei Fällen konnte der Betrug erst in letzter Minute verhindert werden.

Der Polizei Bückeburg waren am Dienstag gleich fünf derartige Betrugsversuche gemeldet worden. Zwischen 13.15 und 16 Uhr rief eine junge Frau bei Senioren im Alter von 78 bis 94 Jahren in Bückeburg, Evesen, Ahnsen und Deinsen an. Die Masche war immer die gleiche: Mit einer geschickten Gesprächstechnik ließ sie die Senioren glauben, sie sei die Enkelin, die sich in einer Notsituation befinde und schnell Bargeld benötige. Mal wurden als Gründe ein Immobilienkauf, plötzliche Umbaukosten oder Forderungen eines Rechtsanwaltes genannt. Die Geldwünsche lagen zwischen 4000 und 20 000 Euro.

Drei potenzielle Opfer waren von vornherein skeptisch, zwei wären fast auf die Betrugsmasche hereingefallen. Für diese hatten die Täter bereits Taxen bestellt, damit sie zur Bank fahren konnten, um Geld abzuheben. In einem Fall verhinderte eine zufällig nach Hause kommende echte Enkelin Schlimmeres. Diese hinderte ihren Opa daran, das bereits wartende Taxi zu besteigen.

Ein anderer Rentner ließ sich tatsächlich zur Bank bringen. Er wollte 10 000 Euro abheben. Davon brachten ihn erst ein argwöhnischer Bankangestellter und die aufmerksame Taxifahrerin ab.

Die Bückeburger Kriminalbeamten mussten viel Aufklärungsarbeit leisten und die stark verunsicherten alten Menschen beruhigen. Bei der Suche nach den Tätern kamen sie aber bisher nicht entscheidend voran, da die Anrufe mit unterdrückter Telefonnummer ausgeführt worden waren.

Wie kann man sich vor solchen Betrugsversuchen schützen? Der Sprecher der Polizei Bückeburg, Matthias Auer, gibt einige Verhaltenstipps:

Geben Sie nie Bargeld an unbekannte Personen heraus. Überweisen Sie kein Geld auf unbekannte Konten. Geld nicht per Post versenden.

Halten Sie bei verdächtigen Anrufen umgehend Rücksprache in der Familie oder im persönlichen Umfeld.

Seien Sie skeptisch, gerade wenn es ein Verwandter ist, der sich längere Zeit nicht gemeldet hat: Fragen Sie sich, warum er nicht selbst vorbeikommt. Stellen Sie Fragen, die nur echte Familienangehörige richtig beantworten können.

Lassen Sie sich die Nummer des Anrufers für einen Rückruf geben. Für die Ermittlungsarbeit der Polizei ist es wichtig, sich die Nummer der Anrufer aufzuschreiben. Und: Sofort die Polizei informieren.

Niemand muss sich schämen, wenn er Opfer des Enkeltricks oder einer anderen Betrugsmasche geworden ist. Vertrauen Sie sich der Polizei an und erstatten Sie Anzeige. Lassen Sie Ihre Telefonnummer gar nicht erst im Telefonbuch eintragen. Oder falls Sie einen Eintrag wünschen, dann nur mit abgekürztem Vornamen, zum Beispiel K. Schmidt, ohne Straßenangabe. Täter suchen nämlich ganz gezielt nach „älteren“ Vornamen wie Hildegard oder Heinrich.

Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon.

Geben Sie keine Auskünfte über Bargeld im Haus oder auf Ihren Konten. Geben Sie keine Bankunterlagen oder eventuelle Verstecke preis. Sagen Sie auch bei angeblichen Notfällen einfach: „Ich kenne Sie nicht, ich muss erst mit meinem Enkel oder anderen Verwandten sprechen.“

Informieren Sie die Polizei auch, wenn Sie nicht auf den Trick hereingefallen sind. Versuchen sie nicht, eigenständig zu handeln, sondern nur in Absprache mit der Polizei.




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