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Gruppen geraten aneinander

Erneut prügeln sich 40 Jugendliche in Stadthagen - Zusammenhänge nicht ausgeschlossen

STADTHAGEN. Es ist erst knapp einen Monat her, dass es in Stadthagen zu einer Schlägerei zwischen Gruppen von Jugendlichen gekommen ist. Am Wochenende at es jetzt erneut eine Auseinandersetzung zwischen 40 Beteiligten gegeben. Zusammenhänge zwischen den Taten schließt die Polizei nicht aus.

veröffentlicht am 11.08.2020 um 10:15 Uhr

Erneut hat es in der Innenstadt eine Massenschlägerei unter Jugendlichen gegeben. Die Polizei musste in der Nacht auf Samstag mit einem Großaufgebot ausrücken.

Wie Sprecher Axel Bergmann mitteilt, gingen um kurz vor Mitternacht mehrere Notrufe bei der Leitstelle ein. Augenzeugen berichteten von einer großen Gruppe junger Personen, die im Bereich Schulstraße/Niedernstraße aufeinander einprügeln. Von etwa 40 Beteiligten war die Rede. Die Stadthäger Beamten fuhren sofort mit den beiden Streifenwagen aus.

 

Polizei kontrolliert zahlreiche Jugendliche in der Stadt

Aufgrund der unklaren Personenzahl riefen sie Bad Nenndorf und Bückeburg um Unterstützung. Außerdem wurden die Diensthundeführer aus Nienburg alarmiert. Als die ersten Streifenwagen vorfuhren, seien zahlreiche Gruppen in alle Himmelsrichtungen davongelaufen, berichtet Bergmann. Bis 2 Uhr morgens hätten die Einsatzkräfte Personen in der Innenstadt kontrolliert, die vom Alter her an der Schlägerei beteiligt gewesen sein könnten.

Doch alle hätten bestritten, dort gewesen zu sein. Die Ermittler schließen derzeit nicht aus, dass es sich wieder um die Gruppen gehandelt hat, die bereits am 13. Juli einen Großeinsatz der Polizei verursacht hatten. Wie berichtet, waren in besagter Nacht Jugendliche mit türkischen und kurdischen Wurzeln mit einer Gruppe Flüchtlinge aneinandergeraten. Bei der Auseinandersetzung waren insgesamt 13 Streifenwagen vor Ort – auch aus Nachbarkreisen.

Zusammenhänge mit vorherigen Schlägereien nicht ausgeschlossen

Der Hintergrund dieses Konfliktes ist noch unklar. Möglicherweise ist es eine Fortsetzung der Massenschlägereien aus dem vergangenen Jahr.

So oder so steht für Bergmann fest: „Wir lassen uns das Gesetz auf der Straße nicht diktieren.“ Die Polizei werde mit aller Konsequenz gegen diese Entwicklung vorgehen. Aus diesem Grund habe der Kommissariatsleiter Wolfgang Kanngießer am Morgen bei der Stadt angerufen, um die Verantwortlichen dort über die erneuten Vorkommnisse zu informieren.

Strategie der Stadt noch unklar

Bereits nach der Auseinandersetzung Mitte Juli hatte Bürgermeister Oliver Theiß angekündigt, Maßnahmen zu treffen, um solche Ausschreitungen präventiv zu verhindern. Auch die Arbeiterwohlfahrt wurde mit einbezogen. Wie genau der Verwaltungschef dagegen vorgehen will und die Jugendlichen erreichen möchte, wollte er in einer für vorletzte Woche angekündigten Pressemitteilung bekannt geben. Diese Verlautbarung hat das Rathaus bis gestern allerdings nicht veröffentlicht.

von Verena Gehring




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