weather-image
Fachwerkhaus brennt komplett aus / Fünf Gebäude evakuiert /

Fachwerkhaus in Schutt und Asche

BAD MÜNDER. Großfeuer in der Altstadt von Bad Münder - in einem Fachwerkhaus an der Petersilienstraße lodern meterhohe Flammen - sowohl im Erdgeschoss als auch in der ersten Etage. Pechschwarzer Qualm wabert aus mehreren Fenstern. Über der Innenstadt steht eine große Rauchwolke.

veröffentlicht am 16.10.2018 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 16.10.2018 um 18:18 Uhr

lkbm106 Feuer ube 1710
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Großfeuer in der Altstadt von Bad Münder – in einem unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus an der Petersilienstraße lodern meterhohe Flammen, sowohl im Erdgeschoss als auch in der ersten Etage. Pechschwarzer Qualm wabert aus mehreren Fenstern. Über der Innenstadt steht eine Rauchwolke. Das Feuer ist am frühen Dienstagmorgen in einem Schuppen ausgebrochen und von dort auf das Wohnhaus übergegriffen. Die Brandursache ist noch unbekannt. Ermittler der Tatort-Gruppe haben Zeugen befragt, Fotos gemacht und die Ruine beschlagnahmt. Am Mittwoch wollen Brandursachen-Ermittler aus Bad Münder und Hameln im Schutt nach Spuren suchen. Nach Angaben von Hauptkommissar Jens Petersen ist zudem geplant, die Brandursachenkommission des Landeskriminalamtes Niedersachsen hinzuzuziehen.

Das Feuer wurde um 0.39 Uhr entdeckt. Nach Angaben der Polizei mussten wegen der engen Bebauung fünf Wohnhäuser evakuiert werden. Die Schnelle Einsatzgruppe des DRK Bad Münder baute ein Zelt mit Heizung auf. „Wir betreuen 16 Personen“, sagte der stellvertretende DRK-Kreisbereitschaftsführer Michael Bretzing. Ein mit schwerem Atemschutz ausgerüsteter Feuerwehrmann, der die Flammen von der Drehleiter der Feuerwehr Springe bekämpft hatte, erlitt offenbar während der Löscharbeiten einen Schwächeanfall. Der junge Mann wurde von einem Notarztteam versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Das System „Leitender Notarzt“ wurde aktiviert, um weitere Rettungsteams vor Ort zu haben.

Mit dem Stichwort „Feuer im Schuppen!“ hatte die Leitstelle in Hameln zunächst eine Löscheinheit der Feuerwehr Bad Münder alarmiert. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Sascha Nagel erreichte als Erster den Brandort. Als er sah, dass die Flammen bereits auf die Fassade des Fachwerkhauses übergegriffen hatten, forderte er Verstärkung an. Weitere Kräfte aus Bad Münder und Spezialisten der Atemschutzüberwachung aus Hamelspringe rückten aus. Kurz darauf ließ Einsatzleiter Uwe Behrendt 2. Nachalarm auslösen. Nun eilten auch Freiwillige aus Hachmühlen, Brullsen, Hasperde, Flegessen, Klein Süntel und Kirchohsen in die Kurstadt. Um ein Übergreifen des Feuers auf Nachbarhäuser besser verhindern zu können, forderte die Einsatzleitung in Springe eine zweite Drehleiter an. Anfangs wurden zwei Menschen vermisst, denn: „Junge Leute haben den Löschmannschaften mitgeteilt, es seien noch zwei Bewohner im Gebäude. 

lkbm104 Feuer ube 1710
  • Foto: ube
IMG_4074
  • Foto: ube
IMG_4078
  • Foto: ube
lkbm107 Feuer ube 1710
  • Feuerwehrmänner versuchen den Brand zu löschen. Foto: ube
Schwarzer Rauch quillt aus den Fenstern. Das Feuer ist von dem Schuppen (links) auf das Fachwerkhaus übergegriffen. Foto: ube
  • Schwarzer Rauch quillt aus den Fenstern. Das Feuer ist von dem Schuppen (links) auf das Fachwerkhaus übergegriffen. Foto: ube
Feuer in der Altstadt von Bad Münder. Foto: ube
  • Feuer in der Altstadt von Bad Münder. Foto: ube
lkbm104 Feuer ube 1710
IMG_4074
IMG_4078
lkbm107 Feuer ube 1710
Schwarzer Rauch quillt aus den Fenstern. Das Feuer ist von dem Schuppen (links) auf das Fachwerkhaus übergegriffen. Foto: ube
Feuer in der Altstadt von Bad Münder. Foto: ube

Das hat sich zum Glück als falsch herausgestellt“, sagte Feuerwehrsprecher Klose. Ein Rettungstrupp habe sich zwar gleich auf die Suche nach möglicherweise eingeschlossenen Personen gemacht. „Die Kameraden mussten ihr Vorhaben aber abbrechen. Es war zu gefährlich.“, erklärt Klose. Auch THW-Fachberater Daniel Meier kam zu dem Schluss: „Es besteht akute Einsturzgefahr.“ Nach Angaben der Tatort-Gruppe, gelang es einer Nachbarin, den zunächst vermissten Mieter telefonisch zu erreichen – der 58-Jährige hatte sich in der Wohnung seiner Lebensgefährtin aufgehalten. Weil die Feuerwehrleute von außen nicht alle Brandherde löschen konnten, wurde gegen 4 Uhr ein Bagger angefordert. Eine halbe Stunde später fuhren dann auch zwei Bergungsgruppen des Technischen Hilfswerks aus Hameln zum Brandort. „Eine Hauswand hatte sich nach außen gewölbt – sie sollte von der Fußgängerzone aus abgestützt werden“, erklärt THW-Mann Meier. Doch das historische Gebäude war nicht mehr zu retten. Es wurde Stück für Stück mit dem Abrissbagger abgetragen, sodass Löschtrupps die Glutnester gefahrlos bekämpfen konnten.




Weiterführende Artikel
    Kommentare