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Vier Ortswehren sollen mit Wiederbelebungsgeräten ausgestattet werden

Feuerwehrleute als medizinische Helfer

BÜCKEBURG. In der Kernstadt und in den umliegenden Dörfern könnte es schon bald ein neues flächendeckendes Notfallkonzept geben. Der Plan: Bestimmte Ortswehren sollen mit speziellen Defibrillatoren ausgestattet werden. Wenn es einen medizinischen Notfall gibt – und der Rettungsdienst eine längere Anfahrt zum Notfallort hat – soll in Zukunft die Feuerwehr als sogenannter First Responder mit dem Defibrillator den Einsatzort anfahren und dort schnell Erste Hilfe leisten.

veröffentlicht am 30.06.2021 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 01.07.2021 um 18:40 Uhr

Leonhard Behmann

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Die Ehrenamtlichen sollen dann die Versorgung des Patienten so lange übernehmen, bis Notarzt und/oder Notfallsanitäter eintreffen. Konkret geht es darum, schnell lebensrettende Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Das neue System, das auf eine Idee der Freien Wähler und auf ein Konzept der Feuerwehr Cammer zurückgeht, soll Menschen retten. Die Stadtverwaltung ist dafür, das Notfallsystem stadtweit einzuführen. Auch die Stadtfeuerwehr sei nach Angaben von Fachgebietsleiter Lennard Braun-Werdin Feuer und Flamme, was das Konzept angehen würde.

Neben Notfalleinsätzen sollen die jeweiligen Feuerwehren bei öffentlichen Veranstaltungen wie Erntefesten, Gottesdiensten oder Schützenfesten auf Anforderung des Veranstalters das Spezialgerät zur Verfügung stellen. Der Automatisierte Externe Defibrillator – kurz AED – kann nämlich auch von Laien problemlos bedient werden. Zudem sollen die Defibrillatoren auch bei Feuerwehr-Einsätzen mitgenommen werden – zum Selbstschutz, falls einem Feuerwehrmann etwas zustoßen sollte.

Bei der Feuerwehr Meinsen-Warber-Achum funktioniert das System bereits. Die Ehrenamtlichen verfügen seit langem über einen Defibrillator, nutzen ihn im Alarmfall und verleihen ihn an Vereine bei Veranstaltungen. Seit Neuestem können die Feuerwehrleute von der Rettungsleitstelle in Stadthagen alarmiert werden, wenn es in den drei Orten einen medizinischen Notfall gibt und ein Rettungswagen eine längere Anfahrt zum Notfallort hat. „Wenn wir alarmiert werden, fahren wir mit dem Mannschaftstransportwagen raus und leisten Hilfe“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Thomas Wimmer. Bisher mussten die Ehrenamtlichen aber noch nicht ausrücken. Damit beim Ernstfall jeder Handgriff sitzt, trainieren die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit regelmäßig den Umgang mit dem Defibrillator.

Die Stadt Bückeburg plant zunächst, vier Feuerwehren (jeweils eine aus einem der vier Löschzüge (Nord/West/Ost und Bückeburg-Stadt) mit einem Defibrillator auszustatten. Welche Ortswehren genau mit den Spezialgeräten ausgestattet werden, wurde noch nicht entschieden. Fest steht aber: Die Feuerwehr Cammer möchte einen AED haben und damit auch bei First-Responder-Einsätzen schnelle medizinische Hilfe leisten. Eine erste Kostenschätzung habe ergeben, dass vier Spezialgeräte rund 7500 Euro kosten, erklärt Braun-Werdin im Gespräch mit unserer Zeitung. Genau diese Summe ist bereits Ende vergangenen Jahres im Haushalt verankert worden. „Das Geld ist da“, sagt der für Sicherheit und Ordnung zuständige Fachgebietsleiter Braun-Werdin. Andreas Paul Schöniger, der mit seinem Antrag den Stein ins Rollen gebracht hat, freut sich, „dass nun Bewegung in die Sache kommt“. Bevor das neue Konzept aber in die Tat umgesetzt werden kann, muss noch die Politik entscheiden. Am Mittwoch, 8. Juli, sollen die Mitglieder des Feuerschutzausschusses über den Vorschlag beraten.




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