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Schnelle Truppe: Feuerwehr auf dem Prüfstand / Neue Ausrückeordnung hat sich bewährt

Feuerwehrübung sorgt für Aufsehen

OBERNKIRCHEN. Mit einer Großübung hat der stellvertretende Ortsbrandmeister Steffen Scholz die Freiwillige Feuerwehr Obernkirchen auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft.

veröffentlicht am 04.04.2019 um 19:40 Uhr

Streng geheim - diese Großübung der Feuerwehr Obernkirchen sorgte am Donnerstagabend für Aufsehen. Foto: leo
Leonhard Behmann

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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Insbesondere die neue sogenannte Alarm- und Ausrückeordnung sollte in der Bergstadt auf den Prüfstand gestellt werden, denn: Brennt es in Obernkirchen, rücken in Zukunft Feuerwehrleute nicht mehr - wie bislang -zuerst mit einem Tanklöschfahrzeug, das 2400 Liter Wasser an Bord hat, ab, sondern mit einem Löschgruppenfahrzeug. Das hat allerdings keinen Löschwassertank. „Wir haben uns dazu entschieden, weil auf dem Tanklöschfahrzeug nur zwei Einsatzkräfte mitfahren können. Zwar haben die Kameraden dann Löschwasser dabei, aber die Besatzung reicht nicht aus, um einen Löschangriff in einem Wohnhaus zu starten“, erklärt Scholz. Schließlich bräuchte man immer auch einen Trupp, der bereitsteht und helfen kann, wenn den Freiwilligen, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet haben, selbst etwas zustößt. Um die Freiwilligen auf die Probe zu stellen, hatte sich Scholz ein realistisches Szenario ausgedacht. In einem städtischen Haus an der Friedrich-Ebert-Straße sorgte Theater-Nebel für Schwaden. Im dem Haus, dass derzeit leer steht, mimten eine Frau und zwei Kinder Verletzte und Eingeschlossene. Die von langer Hand geplante Alarmübung unterlag strengster Geheimhaltung. Sie sorgte in der Bergstadt für viel Aufsehen. Die Friedrich-Ebert-Straße musste voll gesperrt werden. Am Donnerstagabend ‪um 17.10 Uhr‬ piepten in Obernkirchen die Funkmeldeempfänger. Freiwillige fuhren zu ihren Feuerwehrhäusern, zogen sich Uniformen an und fuhren mit Blaulicht und Sirene zum Einsatzort. Die Ehrenamtlichen verließen drei Minuten nach Alarmauslösung ihr Feuerwehrhaus und brauchten mit ihrem Einsatzleitwagen nur weitere zwei Minuten bis zum Einsatzort. Das Löschfahrzeug war bereits nach fünf Minuten vor Ort. „Innerhalb von fünf Minuten am Einsatzort zu sein – das ist sehr schnell, wenn man berücksichtigt, dass Freiwillige erst vom Arbeitsplatz oder von daheim zum Gerätehaus fahren und sich dort umziehen müssen“, sagt Übungsleiter Steffen Scholz. Weitere drei Fahrzeuge folgten im Minutentakt. Beachtlich war auch die Stärke der Ortswehr. Das erste Löschfahrzeug war mit neun Freiwilligen besetzt, vier davon waren Atemschutz-Geräteträger (AGT). Sieben weitere AGT folgten. Alles in allem waren 23 Freiwillige im Einsatz. Zufrieden war Scholz auch mit der Leistung seiner Kameraden. Alles habe gut geklappt. Die Freiwilligen hätten schnell eine Wasserversorgung von einem Hydranten aufbauen können und die Menschen aus dem Haus ins Freie bringen können. „So soll es sein“, sagt Scholz. Auch die geänderte Alarm- und Ausrückeordnung habe sich in diesem Zusammenhang bewährt. „Es waren schnell Atemschutz-Geräteträger in ausreichender Zahl am Einsatzort - und das Tanklöschfahrzeug traf nur wenige Sekunden nach dem Löschfahrzeug ein“, sagt der Übungsleiter.




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