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Großeinsatz in Rumbeck / Luftzwischenfall über dem Brandort / Mehr als 100 Helfer rücken aus

Flammen, Hitze und Rauch – Haus unbewohnbar

RUMBECK. Schwarzer Rauch quoll am späten Nachmittag des Pfingstsonntags aus dem Dach eines Einfamilienhauses an der Straße „Auf der Worth“ in Rumbeck – Nachbarn informierten gegen 17.10 Uhr den Hauseigentümer, der sich nach Angaben der Polizei im Garten aufhielt. „Flammen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits vom Erdgeschoss durch die Zimmerdecke in den Dachstuhl gefressen“, sagte Stadtbrandmeister Karsten Redeker, der den Großeinsatz geleitet hat.

veröffentlicht am 09.06.2019 um 21:20 Uhr
aktualisiert am 09.06.2019 um 23:27 Uhr

Großeinsatz in Rumbeck: Beißender Qualm wabert aus dem Wohnhaus. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Zimmer des Wohnhauses waren mit Rauch gefüllt, Ruß hatte sich an den Wänden niedergeschlagen. Der Qualm war beißend und giftig. Die Brandursache ist noch unbekannt. „Wir können aber bereits jetzt sagen, dass das Feuer in der Küche ausgebrochen ist“, sagte ein Ermittler der Tatort-Gruppe der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Haus sei derzeit unbewohnbar, sagte der Hauptkommissar. Am Dienstagvormittag werden Brandursachen-Ermittler des 1. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes nach der Ursache forschen.

Der erste Notruf war um 17.11 Uhr bei der Leitstelle in Hameln eingegangen. Mit dem Stichwort „Dachstuhlbrand“ alarmierte der Disponent die Feuerwehren Heßlingen, Rumbeck und Friedrichsburg, den in Hessisch Oldendorf stationierten Messwagen und einen Rettungswagen des Roten Kreuzes. Von Hameln rückten zudem eine Drehleiter, ein Löschfahrzeug und ein Mannschaftswagen und von Fischbeck Spezialisten für Atemschutzüberwachung aus. Experten der Stadtfeuerwehr Hessisch Oldendorf besetzten den Einsatzleitwagen. Nur wenige Minuten nach seinem Eintreffen forderte Einsatzleiter Redeker weitere Kräfte an. Kurz darauf liefen und fuhren Freiwillige aus Friedrichshagen, Fuhlen, Lachem, Hemeringen und Fischbeck sowie aus Kirchohsen zu ihren Fahrzeugen. Die Löschmannschaften am Boden erhielten sogar Luftunterstützung – die Drohnenstaffel der Kreisfeuerwehr ließ ein Fluggerät mit Wärmebildkamera aufsteigen. Aus einer Höhe von 30 Metern identifizierte Pilot Jörg Grabandt in wenigen Minuten die Stellen, an denen es unter den Ziegeln besonders heiß war. Von der Hamelner Drehleiter aus konnte dadurch gezielt gelöscht werden. Feuerwehrleute entfernten Dachziegel und löschten die darunter glimmenden Balken und Latten mit Wasser.

Währenddessen kam es über dem Brandhaus zu einem Luftzwischenfall. Ein unbemanntes dreieckiges Flugobjekt, vermutlich vom Typ Parrot Disco, sei der Feuerwehrdrohne gefährlich nahegekommen, sagte Grabandt. „Ich musste deshalb den Erkundungsflug abbrechen.“ Privatleuten sei es verboten, Drohnen über Einsatzstellen fliegen zu lassen. „So etwas ist ein ernster Verstoß nach der Luftverkehrsordnung“, stellte der Feuerwehrmann fest. Der Drohnenpilot der Kreisfeuerwehr erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei.

Nachdem das Feuer gelöscht worden war, inspizierte THW-Fachberater Andreas Weiher die angekohlten Balken. „Ich habe in dem Haus untersucht, wie stark tragende Teile von dem Feuer beschädigt wurden“, erklärt der Experte.

Ehrenamtliche des Roten Kreuzes lösten die hauptberufliche Rettungswagen-Besatzung ab, Mitglieder der Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK Hameln versorgten die mehr als 100 Einsatzkräfte mit kühlen Getränken. Vor allem diejenigen, die unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen gekämpft hatte, waren durstig und erschöpft.




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