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Wohnhaus in Flammen – 150000 Euro Schaden / Polizei setzt Hubschrauber ein

Großfahndung nach Brandstifter

RUSBEND. Im 663-Seelen-Dorf Rusbend hat sich am späten Dienstagnachmittag ein spektakulärer Kriminalfall ereignet. Nach einem versuchten Einbruch in ein Wohnhaus und einer schweren Brandstiftung fahndete die Polizei mit allen verfügbaren Streifenwagen und dem Suchhubschrauber „Phönix 98“ nach einem Tatverdächtigen. Der Mann war in den Schaumburger Wald geflüchtet – dort sei sein Fahrrad gefunden worden, hieß es am Abend.

veröffentlicht am 09.04.2019 um 21:16 Uhr
aktualisiert am 09.04.2019 um 22:46 Uhr

Der Anbau ist ausgebrannt - von dort aus griffen die Flammen auf das gerade erst renovierte Wohnhaus über. Vom Korb der Hubrettungsbühne aus öffnen Feuerwehrleute das Dach, um Glutnester zu bekämpfen. Fotos: leo
Leonhard Behmann

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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Zu Fuß und aus der Luft machten sich Fahnder daran, den mutmaßlichen Verbrecher zu finden. Bei Redaktionsschluss dauerte der Einsatz noch an.

Begonnen hatte alles gegen 17.30 Uhr an der Straße Hackshorst. Der Mann, nachdem fieberhaft gesucht wird, soll zunächst mit einem Wagenheber die Scheibe eines Hauses eingeschlagen haben. Offenbar wusste der Täter nicht, dass das Gebäude bewohnt ist. Vielleicht war es ihm aber auch egal. Eine Seniorin, die dort wohnt, sah den Mann. Sie hörte ihn sprechen. „Allem Anschein nach hat die Person Selbstgespräche geführt, sagt Hauptkommissar Matthias Auer. Der Mann schwang sich dann wieder auf sein Fahrrad und fuhr davon. Ein paar Hundert Meter weiter soll er dann den Anbau eines derzeit unbewohnten Hauses angezündet haben. Die Holzkonstruktion brannte lichterloh, die Flammen griffen auf das gerade erst renovierte Gebäude über und breiteten sich darin rasend schnell aus. Anschließend flüchtete der Mann mit dem Fahrrad in den Wald.

Bei der Spurensuche entdeckten Ermittler in einem Bauwagen, der hinter dem Brandhaus steht, Gegenstände, die offenbar zuvor von einem Einbrecher aus dem Haus entwendet worden waren. Die Rede ist von Werkzeug, Kleidungsstücken und Getränken. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Tatverdächtige einige Zeit in dem Bauwagen aufgehalten hat. Kriminaltechniker suchten auch dort nach Spuren und Hinweisen auf die Identität des Mannes.

Spurensuche: Kriminaltechniker suchen in einem Bauwagen nach Hinweisen auf den Täter. Es besteht der Verdacht, dass der Mann darin gehaust hat.

Unterdessen kämpften Feuerwehr-Einheiten aus zwei Bundesländern gegen die Flammen. Der Qualm, der aus dem Wohnhaus aufstieg, war kilometerweit zu sehen. „Wir haben die Rauchsäule schon auf der Fahrt zum Brandort ausmachen können“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Oliver Liese. Vom Korb der Hubrettungsbühne aus Petershagen-Lahde öffneten Löschtrupps auf der Suche nach versteckten Glutnestern das Dach. Neben den Feuerwehren Bückeburg-Stadt und Meinsen-Warber-Achum sowie Rusbend waren auch die Löschgruppen aus Bierde, Lahde, Wietersheim-Frille und Quetzen im Großeinsatz. Das Team des Einsatzleitwagens aus Bückeburg half dabei, die Löscharbeiten zu koordinieren.

Gefährlich: In dem brennenden Anbau befand sich eine Gasflasche – der heiße Stahlbehälter musste mit reichlich Wasser gekühlt werden. Der Gesamtschaden wird auf 150000 Euro geschätzt.




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