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Großer Polizeieinsatz

Hamelnerin täuscht Freiheitsberaubung vor

HAMELN. Eine Hamelnerin hat am Samstag die Polizei stundenlang an der Nase herumgeführt. Die Frau gab an, dass sie jemand in einen Keller gesperrt hatte. Nach einem größeren Polizeieinsatz kam heraus: Die 51-Jährige hatte die Freiheitsberaubung erfunden.

veröffentlicht am 12.11.2018 um 16:17 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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HAMELN. Eine Hamelnerin hat am Samstag die Polizei stundenlang an der Nase herumgeführt. Die Frau gab an, dass sie jemand in einen Keller gesperrt hatte. Nach einem größeren Polizeieinsatz – bei dem auch das Handy der Frau geortet wurde – kam heraus: Die 51-Jährige hatte die Freiheitsberaubung erfunden.

Der Anruf, der am Samstagabend in der Kooperativen Regionaleitstelle Weserbergland (KRL) auflief, löste einen größeren Polizeieinsatz aus. Ein Mensch schien in Gefahr zu sein. Um kurz nach 20 Uhr schilderte eine Frau dem Disponenten, dass sie in einen Keller gesperrt worden war. Noch bevor der Koordinator gezielt Rückfragen stellen konnte, brach das Telefonat ab, teilte die Polizei am Montag mit.

Ein Beamter rief die Hamelnerin umgehend zurück. Die Frau erzählte dem KRL-Mitarbeiter, dass sie vermutlich von ihrem ehemaligen Lebensgefährten betäubt und anschließend in einem Kellerraum eingesperrt worden war. Wo sich der Keller befindet, konnte sie jedoch nicht sagen. Polizeibeamte konnten zwischenzeitlich in Erfahrung bringen, dass es sich bei offenbar in Not befindlichen Person um eine 51 Jahre alte Hamelnerin handelte. Schnell wusste die Polizei auch, dass die Frau in der Vergangenheit „mehrfach Ärger mit ihrem 40 Jahre alten Ex-Lebensgefährten, einem Mann aus Aerzen, hatte“, so Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.

Beamte in der Leitstelle versuchten weiterhin, die 51-Jährige telefonisch zu erreichen. Das Handy war zwar eingeschaltet, abgehoben wurde allerdings nicht mehr. Polizisten des Einsatz-und Streifendienstes fuhren zu Wohnungen in Hameln und Aerzen. Der Ex-Freund soll glaubhaft angegeben haben, dass er seine ehemalige Partnerin zuletzt am Samstagvormittag in Hameln gesehen hatte. In seiner Wohnung und im Keller, wo die Beamten nach der 51-Jährigen suchten, war die Frau nicht zu finden. Erfolg brachte dagegen eine angeordnete Ortung ihres Handys. In einem Keller saß die Frau nicht. Sie hatte sich in der Wohnung eines Bekannten in der Rattenfängerstadt aufgehalten, teilte die Polizeioberkommissarin mit.

Die Hamelnerin muss sich nun wegen Vortäuschen einer Straftat verantworten. Für die Kosten des Einsatzes wird die Frau wohl ebenfalls aufkommen müssen . Als Motiv für ihr Handeln soll die Hamelnerin angegeben haben, ihrem Ex „eins auswischen“ zu wollen“.




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