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Sechster Prozesstag

Hiller Dreifachmord: Zeitsoldat Kevin R. belastet Jörg W. und seine Ehefrau

BIELEFELD/HILLE. Am sechsten Prozesstags des Dreifachsmords in Hille vor dem Bielefelder Landgericht hat der Angeklagte Kevin R. sich erstmals geäußert. Dabei belastete er den ebenfalls angeklagten Jörg W. schwer.

veröffentlicht am 29.10.2018 um 15:42 Uhr

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BIELEFELD/HILLE. Am sechsten Prozesstags des Dreifachsmords in Hille vor dem Bielefelder Landgericht hat der Angeklagte Kevin R. sich erstmals geäußert - allerdings nicht selbst. Sein Anwalt Peter Jahn verlas die Einlassung des Angeklagten, der für Nachfragen des Vorsitzenden Richters Georg Zimmermann nicht zur Verfügung stand. Dabei belastete Kevin R. - wie schon bei der polizeilichen Vernehmung - den ebenfalls angeklagten Jörg W. schwer. Dieser habe alle drei Morde ausgeführt und in der Folge R. immer wieder unter Druck gesetzt.

W. habe immer wieder zu ihm gesagt, dass er wüsste, was passieren würde, wenn er „nicht dicht hält“. „Ich dachte ich wäre auch dran“, verlas Jahn für seinen Mandanten. In seinen Ausführungen belastete Kevin R. zudem Doris W., die Ehefrau des weiteren Angeklagten, dass sie von allen Morden an Gerd F. und Jochen K. gewusst hatte. Zudem soll Jörg W. ihm dazu geraten haben, eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Dies tat er jedoch nicht, da er Angst um sein Leben hatte. Jörg W. soll bei den Morden wie ausgewechselt gewesen sein. „Voller Gewalt und wie auf Droge“, verlas Jahn. Danach soll er sich wieder ganz normal verhalten haben.

Neben der Einlassung von Kevin R. wurde zudem der Rechtsmediziner Dr. Schulz als Zeuge gehört. Er äußerte sich detailliert zu der Ermordung von Fadi S. und dessen Verletzungen. Unter anderem sprach er von scherbenartigen Knochenbrüchen im Bereich des Schädels. Die Todesursache war ein schweres Schädel-Hirn-Trauma in Folge von mehrfacher stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf. MT/sbo/ps




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