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Polizei macht im Auetal Jagd auf Tempo- und Verkehrssünder

Im Visier der Fahnder

REHREN. Michael Oberheide und Niklas Kurth beobachten den Verkehr an der Landesstraße 439 bei Rehren. Ganz genau scannen die Kommissare die Autos und Fahrzeuge – im Visier haben sie und ihre Kollegen Verkehrssünder, Kriminelle und Raser. Bei kühlen 10 Grad Celsius setzt am Vormittag Nieselregen ein, als sich Michael Zander über Funk meldet. Der Kommissar gehört zu einer Spezialeinheit der Polizei Nienburg.

veröffentlicht am 16.05.2019 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 16.05.2019 um 19:44 Uhr

Achtung Kontrolle! Michael Oberheide winkt einen Raser aus dem fließenden Verkehr. Foto: leo
Leonhard Behmann

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REHREN. Michael Oberheide und Niklas Kurth beobachten den Verkehr an der Landesstraße 439 bei Rehren. Ganz genau scannen die Kommissare die Autos und Fahrzeuge – im Visier haben sie und ihre Kollegen Verkehrssünder, Kriminelle und Raser. Bei kühlen zehn Grad Celsius setzt am Vormittag Nieselregen ein, als sich Michael Zander über Funk meldet. Der Kommissar gehört zu einer Spezialeinheit der Polizei Nienburg. Zusammen mit einem Kollegen hat er an der Kreuzung „Zur Obersburg“ in Rehren ein sogenanntes ESO-Messgerät aufgebaut.

Anwohner hatten bei der Polizei angemerkt, dass dort oft gerast werde, seitdem der stationäre Blitzer außer Betrieb sei. Ein Sensor-Gerät, eine Kamera und ein Blitzgerät wurden am Straßenrand platziert. Der Blitzer ermittelt die exakte Geschwindigkeit der Fahrzeuge mithilfe von Lichtschranken. Drei Sensoren messen die Zeit zwischen dem Durchfahren der Lichtschranken. Das System errechnet dann die gefahrene Geschwindigkeit.

„Ein weißer Kleintransporter, Opel Movano“, meldet Zander über Funk. Polizeikommissar Oberheide reißt die rot-weiße Anhaltekelle hoch und winkt den polnischen Fahrer auf einen Parkplatz neben der Landesstraße. Der Mann ist zu schnell gefahren. Die Beamten lassen sich Fahrzeugschein, Führerschein und Ladungspapiere zeigen und machen den Polen auf sein Vergehen aufmerksam. Bei erlaubten 50 Stundenkilometern ist der Mann zwölf km/h zu schnell gefahren. Michael Oberheide lässt die Plane öffnen und wirft einen Blick auf die Ladefläche. Der Pole hat Möbel für ein Fotostudio geladen. „Überladen ist der Pritschenwagen nicht“, sagt der Kommissar zufrieden.

Kommissar Michael Zander richtet das ESO-Messgerät in Rehren aus. Foto: leo

Derweil erweckt der Führerschein des Mannes das Interesse der Beamten. Der Führerschein ist sehr dünn und laminiert. „Das ist eher ungewöhnlich“, sagt Oberheide. Spezialisten der sogenannten Verfügungseinheit aus Nienburg nehmen den Führerschein unter die Lupe. Unter UV-Licht lassen sich die Sicherheitsmerkmale besser erkennen. Nervös wartet der Fahrer des Kleinlasters in seinem Wagen auf das Ergebnis. Er erklärt den Beamten auf Englisch, dass sein Führerschein echt sei. „Der Führerschein ist nicht gefälscht“, stellt Zander nach der Untersuchung im Polizeifahrzeug fest. Die Sicherheitsmerkmale seien alle vorhanden. Der Pole bekommt seine Fahrerlaubnis zurück. Da er zu schnell gefahren ist, muss er aber ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro bezahlen.

So geht es an diesem Tag mehreren Autofahrern. Zwei, die bei Tempo 72 km/h geblitzt wurden, müssen außer Bußgeldern in Höhe von 70 Euro auch jeweils mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei rechnen.

Neben Schnellfahrern kontrollieren die Polizisten auch andere Autofahrer. Das Augenmerk der Beamten liegt dabei auf Fahrzeugen in schlechtem Zustand oder mit ausländischen Kennzeichen, Transporter sowie Gurt- und Handyverstößen.

Die Kontrollen, die im Zuge der Verkehrssicherheitswoche der Polizei Rinteln durchgeführt werden, hat Michael Oberheide gemeinsam mit seinen Kollegen von langer Hand geplant. Neben Kontrollstellen machen die Polizisten auch mobile Kontrollen mit Streifenwagen. In zwei Fällen stoppen sie Fahrzeuge, die abgefahrene Reifen haben.

Kommissar Oberheide hat derweil schon das nächste Fahrzeug im Visier – er winkt den Fahrer aus dem Verkehr.




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