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Alkoholisierter 42-Jähriger rastet auf Supermarkt-Parkplatz aus / Seniorin wüst beschimpft und beleidigt

Mit 1,99 Promille am Einkaufsmarkt: 42-Jähriger randaliert und verletzt Polizisten

OBERNKIRCHEN. Völlig ausgerastet ist ein 42 Jahre alter Mann aus der Bergstadt am vergangenen Mittwoch, dem 8. April, um 15.15 Uhr auf dem Parkplatz von Rewe/Aldi an der Obernkirchener Neumarktstraße. Was zunächst mit einer harmlosen Frage begann, endete mit wüsten Beschimpfungen, Beleidigungen, Fußtritten – und einem verletzten Polizeibeamten.

veröffentlicht am 09.04.2020 um 11:59 Uhr

„Der 42-Jährige sprach eine 79-jährige Seniorin aus Rinteln an, wollte zunächst nur wissen, ob er sie mal was fragen dürfe“, berichtet Matthias Auer. Der Pressesprecher der Polizei Bückeburg: „Im Laufe der Unterhaltung, die sich daraufhin entspann, wurde der offensichtlich schwer alkoholisierte Mann dann verbal zunehmend aggressiver.“ Über den Inhalt des Gespräches ist den Beamten derzeit zwar noch nichts bekannt, fest steht aber: „Der Obernkirchener redete sich in Rage, wurde dabei immer lauter“, so Auer. Mittlerweile blieben bereits Kunden der beiden Märkte mit ihren Einkaufswagen stehen, beobachteten die Szene.

Als es der Seniorin schließlich zu bunt wurde und sie in ihr Auto einsteigen und davon fahren wollte, da „hinderte der 42-Jährige die Frau minutenlang daran – und beleidigte sie währenddessen auf das allerübelste“, so der Hauptkommissar. Schließlich wollte ein Security-Mitarbeiter, der in einem der Märkte die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln überwachte, einschreiten und dazwischen gehen. „Auch er wurde von dem Alkoholisierten beschimpft und beleidigt“, sagt Auer.

Mittlerweile hatte sich eine Gruppe von Menschen gebildet, die das Geschehen aus der Nähe verfolgte. Ein vorbei kommender 43-jähriger Autofahrer aus Meerbeck entdeckte in dieser Gruppe offenbar eine Bekannte. Als er die Scheibe herunter ließ und ihr etwas zurief, „ging der Obernkirchener auf ihn zu, riss zwei Mal die Autotür auf und redete wirr auf ihn ein“, erzählt der Polizeisprecher. Ein 23-jähriger Aerzener, der das unterbinden wollte, musste weitere Beleidigungen des Betrunkenen ertragen.

Inzwischen war eine Streifenwagen-Besatzung der Polizei Bückeburg, von Marktkunden herbeigerufen, auf dem Parkplatz erschienen; weil sie die Lage zunächst als unübersichtlich einstuften, bekamen sie Verstärkung durch ein zweites Fahrzeug mit weitere Beamten.

Die jetzt vier Polizisten sprachen mehrere Platzverweise gegen den 42-Jährigen aus. Doch die fruchteten nichts. Schließlich drohten ihm die Beamten einfach körperliche Gewalt und die Mitnahme auf die Dienststelle an. Als der Mann daraufhin um sich schlug, wurde er von den Polizisten überwältigt und aufs Revier an der Bückeburger Ulmenallee verbracht.

Der Hauptkommissar: „Als die Kollegen ihn dort in eine Gewahrsamszelle sperren wollten, wehrte sich der Mann mit Fußtritten und Schlägen. Dabei wurde ein Beamter an Oberkörper und Hand verletzt.“ Der Leichtverletzte sei aber weiter dienstfähig. Eine bei dem 42-Jährigen auf Anordnung von Staatsanwaltschaft und Amtsgericht durchgeführte Blutprobe ergab einen stattlichen Wert von 1,99 Promille. Die Staatsanwaltschaft ordnete den weiteren Verbleib des Obernkircheners in der Gewahrsamszelle an. „Aus ihr wurde der Mann dann Mittwochabend gegen 23 Uhr entlassen“, so der Polizeisprecher.

Doch das dicke Ende kommt für den 42-Jährigen erst noch: Denn den Randalierer erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen Beleidigung, Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Laut Auer kam es aufgrund des Widerstands gegen die Polizisten zum Einsatz der „Body-Cam“, welche die Übergriffe aufzeichnete; diese Aufnahmen können als Beweismittel in einem Gerichtsverfahren dienen. Wie die Redaktion aus anderer Quelle erfuhr, soll der Mann bereits wegen eines Gewaltdeliktes vorbestraft sein. tw




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