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Verbrecher überfällt Tankstelle in Bückeburg

Mit Messer und Maske

BÜCKEBURG/LANDKREIS. Der Täter war maskiert und bewaffnet - er drang am späten Donnerstagabend gegen 21.45 Uhr in die Verkaufsräume der Westfalen-Tankstelle an der Petzer Straße in Bückeburg ein.

veröffentlicht am 04.05.2018 um 17:13 Uhr

Mit Streifenwagen aus zwei Bundesländern und drei Landkreisen fahndete die Polizei nach dem Täter. Foto: leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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Der Verbrecher habe die 43 Jahre alte Mitarbeiterin, sie sich zum Zeitpunkt des Überfalls allein im Gebäude aufhielt, mit einem Messer bedroht und gezwungen, die Kasse zu öffnen, sagte Axel Bergmann von der Inspektion Nienburg/Schaumburg am Freitag. Nachdem der Räuber etwas Geld in eine Tasche gepackt hatte, flüchtete er zu Fuß in unbekannte Richtung. Dem Opfer gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es. Körperlich sei die Angestellte nicht verletzt worden. Nach Eingang des Notrufes fahndete die Polizei mit allen verfügbaren Streifenwagen aus zwei Bundesländern nach dem Täter. Auch die Autobahnpolizei unterstützte bei der Fahndung. Ein Team der Tatort-Gruppe aus Nienburg suchte und sicherte Spuren. Die für Raub und Einbruch zuständige Abteilung 2 des Kommissariats Bückeburg hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen. Die Fahnder bitten Zeugen, die sich zur Tatzeit in der Nähe der Tankstelle aufgehalten haben, sich unter Tel. 05722/95930 mit der Dienststelle in Verbindung zu setzen. „Auch Beobachtungen, die auf den ersten Blick unwesentlich erscheinen, können wichtig sein und zur Aufklärung des Verbrechens beitragen“, sagt Bergmann. Der Gesuchte ist Mitte 20, zirka 1,80 Meter groß und blond. Er spricht akzentfrei Deutsch. Bekleidet war der Mann mit einer Jeanshose, einer schwarzen Jacke und schwarzen Schuhen, die mit einem weißen Emblem verziert sind. Zur Maskierung benutzte der Räuber eine schwarze Schirmmütze und ein grau-weißes Tuch mit dunklen Karos.

Für die Mitarbeiter der Tankstelle bleibt ein ungutes Gefühl. „Der Überfall nimmt uns alle hier sehr mit“, sagt Sabine Lücke. Die 59-Jährige arbeitet am Tag nach der Tat in der Tankstelle, die bereits zum vierten Mal überfallen worden ist. Lücke ist selbst schon Opfer eines Überfalls geworden. An die Tat erinnert sie sich noch ganz genau. „So etwas vergisst man nicht – das hängt einem lange nach“, erzählt sie im Gespräch mit der SZ/LZ. „Man fühlt sich wehr- und hilflos, wenn man in die Knarre, die einem vorgehalten wird, schaut. Da wünscht man sich, etwas zur Verteidigung zu haben. Ich hatte damals Angst und habe gemerkt, wie mir das pure Adrenalin in den Kopf geschossen ist“, erzählt Sabine Lücke. Die Täter – zwei junge Männer – wurden gefasst. „Das Schlimmste aber war der Gerichtsprozess“, erzählt Lücke. „Als ich den beiden Räubern in die Augen schauen musste und sie sich im Saal bei mir entschuldigt haben.“ Seit dem Raubüberfall ist Sabine Lücke vorsichtiger geworden. „Ich schaue mich jetzt lieber dreimal um – und wenn man abends in der Tankstelle ist, guckt man schon genau hin, wer da auf den Hof kommt“, erzählt die 59-Jährige. Die Angestellte wundert sich, dass immer wieder Räuber ausgerechnet diese Tankstelle überfallen: „Hier ist doch nichts zu holen. Es sind immer nur ganz geringe Bargeldmengen in der Kasse, weil die regelmäßig geleert wird. Und dafür jagen diese Typen einem einen großen Schrecken ein.“ Lücke hat heute Morgen mit ihrer Kollegin, die am Donnertagabend überfallen worden ist, gesprochen. „Sie ist hier schon zum zweiten Mal überfallen worden, ist geschockt und ruht sich erst einmal zu Hause aus“, sagt Lücke. Am Abend nach der Tat wolle sie aber schon wieder hinter dem Tresen stehen. „Anders geht es auch nicht. Sonst kann man das Erlebte nicht verarbeiten“, sagt Lücke.

„So ein Überfall hängt einem lange nach“, sagt Sabine Lücke. Die Kassiererin wurde vor drei Jahren in der Tankstelle überfallen. Foto: leo
  • „So ein Überfall hängt einem lange nach“, sagt Sabine Lücke. Die Kassiererin wurde vor drei Jahren in der Tankstelle überfallen. Foto: leo

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