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22-Jähriger erschossen – Verdächtiger aus Steinbergen in U-Haft / Spurensicherung und Suchaktion

Mordermittler suchen Tatwaffe

STEINBERGEN. In Steinbergen hat sich am frühen Samstagmorgen ein Gewaltverbrechen ereignet. Nach Angaben der Polizei ist ein 22 Jahre alter Mann aus Porta Westfalica erschossen worden. Zunächst hatte die Behörde in einer ersten Meldung von einem Rintelner gesprochen. Ob es sich um Totschlag oder Mord handelt, ist noch unklar. Das hängt von der Motivlage ab. „Wir ermitteln noch“, hält sich Polizeihauptkommissar Axel Bergmann bedeckt. Ein Mann (29) aus Steinbergen steht im Verdacht, die Tat begangen zu haben – er sitzt in Untersuchungshaft.

veröffentlicht am 23.12.2018 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 24.12.2018 um 10:10 Uhr

Polizeieinsatz am Sonntag: Stundenlang suchen Polizisten und Sprengstoffspürhunde die Bahngleise ab. Die Vierbeiner können Waffen, Munition und Projektile aufsuchen. Foto: leo
Leonhard Behmann

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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Am Sonntagnachmittag rückten starke Kräfte der Bereitschaftspolizei Hannover an. Stundenlang suchten die Beamten das Umfeld des Tatortes großflächig nach Beweismitteln ab. Sie kletterten auf Kesselwaggons und öffneten Luken. Auch unter Brombeerhecken wurde geschaut. Zwei Spürhunde aus Hameln und Nienburg unterstützten die Mannschaften. Die Schäferhunde sind auf das Aufspüren von Schusswaffen und Sprengstoff spezialisiert. Das lässt den Schluss zu, dass nach der Tatwaffe gesucht wurde.

Dem Kommissariat in Rinteln war kurz nach 2 Uhr ein Notarzteinsatz in einem Mehrfamilienhaus an der Feldstraße in Steinbergen gemeldet worden. Für den Schwerstverletzten kam jede Hilfe zu spät. „Der Mann ist während der ärztlichen Behandlung gestorben“, berichtet Bergmann auf Nachfrage dieser Zeitung. Polizisten konnten den mutmaßlichen Täter, einen 29-Jährigen, am Tatort festnehmen. „Als die Kollegen vor Ort eintrafen, war er noch in der Wohnung“, erzählt Bergmann. Gerüchte machen die Runde, wonach eine zweite Person von einer Kugel getroffen worden sein soll. Die Polizei will sich dazu nicht äußern. Unklar bleibt auch, wie viele Schüsse überhaupt gefallen sind.

Am Samstagnachmittag erließ ein Richter in Bückeburg Haftbefehl gegen den Mann aus Steinbergen. „Der Anfangsverdacht gegen den Tatverdächtigen hat sich bei der Obduktion erhärtet. Aus diesem Grund hat die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragt. Ein Richter habe den Haftbefehl aufgrund der Schwere der Schuld und wegen der Fluchtgefahr ausgestellt“, sagte Bergmann.

Im strömenden Regen durchsuchen Mordermittler eine Limousine, die auf der Straße in der Nähe des Tatortes geparkt ist. Foto: leo

Der Mann aus Nordrhein-Westfalen und der Tatverdächtige kannten sich – beide sollen in der Wohnung mit mehreren anderen Personen gefeiert haben.

Gerichtsmediziner des Institutes für Rechtsmedizin in Hannover hätten herausgefunden, dass der Mann an einer Schussverletzung gestorben ist, sagte der Inspektionssprecher. Die Obduktion wurde umgehend durchgeführt. Zum Motiv der Tat wollte sich die Polizei noch nicht äußern.

Die Spurensuche zog sich den ganzen Tag über hin. Am Nachmittag fuhren Ermittler des unter anderem für Mord und Totschlag zuständigen Fachkommissariats 1 aus Nienburg und Kriminaltechniker noch einmal nach Steinbergen. Am Tatort suchten diese nach Spuren. „Wir haben eine Ermittlungsgruppe gebildet, die sich mit dem Fall befasst“, sagt Bergmann. Vor dem Haus in Steinbergen flattert Absperrband im Wind. Polizisten haben den Vorgarten für eine weitere Spurensicherung gesperrt. Wonach die Ermittler suchen, wollte Bergmann nicht sagen. Beamte befragten mehrere Menschen, die vor dem Haus standen. Kriminaltechniker und ein Polizeihund suchten in der Wohnung, in der sich die Tat abgespielt haben soll, nach dem Projektil. Zahlreiche Beweisfotos wurden gemacht.

Eine dunkle BMW-Limousine mit Mindener Kennzeichen, die auf der Straße in der Nähe des Hauses geparkt ist, erweckte das Interesse der Beamten. Kriminaltechniker machten Fotos von dem Wagen, sicherten Spuren. Ermittler durchsuchten das Fahrzeug bei strömendem Regen, schauten mit Taschenlampen in den Kofferraum. Gegenstände wurden untersucht. Wem der Wagen gehört und wer damit gefahren ist, wollte Bergmann auf Nachfrage nicht sagen. Möglich, dass das Opfer mit dem Auto gekommen ist.

Nach Angaben von Bergmann dauern die Ermittlungen zum Hergang der Tat an. Noch seien nicht alle Zeugen befragt worden, hieß es.




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