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Tipp: Erst Polizei ansprechen

Mutter warnt vor angeblichen Entführern – Polizei warnt vor Gerüchteküche

BAD NENNDORF. Welche Folgen es haben kann, wenn nebenbei Aufgeschnapptes in Sozialen Netzwerken verbreitet wird, hat nun das Polizeikommissariat Nienburg/Schaumburg aufgezeigt. Hier wurde vor angeblichen Kindesentführungen gewarnt. In Sozialen Medien verbreitete sich die Meldung wie ein Lauffeuer:

veröffentlicht am 09.10.2020 um 13:20 Uhr

BAD NENNDORF. Welche Folgen es haben kann, wenn nebenbei Aufgeschnapptes in Sozialen Netzwerken verbreitet wird, hat nun das Polizeikommissariat Nienburg/Schaumburg aufgezeigt.

Am vergangenen Dienstag erreichte die Polizei in Bad Nenndorf eine Frage: Sei es richtig, dass in der Kurstadt Kinder aus einem weißen Transporter heraus angesprochen würden? Ja sogar versucht wurde, sie in das Fahrzeug zu ziehen?

Im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Hinweis erfuhren die Ermittler zunächst, dass ein oder mehrere unbekannte Personen in Bahnhofsnähe Kindern und Jugendlichen Geld - ohne Gegenleistung- angeboten hätten und dieses Geld sogar auf ein Grundstück geworfen hatten. Über eine der Schulen und über Eltern von betroffenen Kindern wurde dieser Sachverhalt bestätigt.

In diesem Zusammenhang kam dann erstmalig der konkrete Hinweis auf eine angebliche versuchte Entführung auf.

Zu diesem Zeitpunkt konnte die Gerüchteküche in den Sozialen Medien schon nicht mehr aufgehalten werden.

Eltern warnten in mehreren WhatsAppGruppen vor angeblichen Entführern, teilweise mit konkreten Hinweisen auf bereits versuchte Entführungen.

Am Donnerstag dann gelang es einer Ermittlerin, den vermeintlichen Ursprung dieser Gerüchte auf den Grund zu gehen.

Eine Frau aus Bad Nenndorf, selber Mutter, hatte nach eigenen Angaben im Vorbeigehen (!) in einem Bus oder der Bahn etwas Entsprechendes gehört, teilt die Polizei nun mit. Sie hatte dann ohne weiter nachzudenken, eine Warnung in einer Whatsapp-Gruppe eingestellt.

Die Polizei Bad Nenndorf gibt Entwarnung: Versuchte Kindesentführungen seien in den letzten Tagen nicht vorgekommen.

Die Polizei rät zu Folgendem: Bevor sich Gerüchte verbreiten, wäre eine vorherige Information der örtlichen Polizei der richtige Weg gewesen.

"Nichtsdestotrotz appellieren wir immer wieder an Eltern und Lehrer, Kinder auf die Situation des Angesprochen werden vorzubereiten und ihnen Verhaltenstipps zu geben", so Axel Bergmann, der Pressesprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. "Ihre Polizeidienststellen, insbesondere die Jugendsachbearbeiter, unterstützen Eltern und Schulen dabei gern", so Bergmann.




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