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Nach Großfeuer in Rusbend – Fahnder nehmen mutmaßlichen Brandstifter und Einbrecher fest

Nach Brandstiftung – Polizei nimmt 33-Jährigen fest

RUSBEND/MINDEN. Schneller Fahndungserfolg: Polizisten haben am Mittwochvormittag einen 33 Jahre alten Mann aus Petershagen vorläufig festgenommen. Er soll in ein gerade erst renoviertes Wohnhaus an der Straße Hackshorst in Rusbend eingestiegen sein, Gegenstände gestohlen und am späten Dienstagnachmittag einen Anbau angezündet haben. Die Flammen griffen auf das Gebäude über. Der Schaden wird auf 150 000 Euro geschätzt.

veröffentlicht am 10.04.2019 um 11:27 Uhr
aktualisiert am 11.04.2019 um 10:40 Uhr

Brandermittler suchen im Schutt nach Spuren. Foto: leo
Leonhard Behmann

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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Der mutmaßliche Einbrecher soll kurz vor der schweren Brandstiftung die Scheibe eines anderen Hauses mit einem Wagenheber zertrümmert haben. Möglicherweise wollte er in eine Wohnung einsteigen und hat nicht gewusst, dass eine Seniorin, die dort lebt, zu Hause war. Der Täter war mit einem Damenfahrrad in den Schaumburger Wald geflüchtet (wir berichteten). Polizisten suchten ihn zu Lande und aus der Luft. Alle verfügbaren Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz.

Fahnder aus Bückeburg und Minden arbeiteten eng zusammen. Dabei geriet ein 33 Jahre alter Mann aus Petershagen/Bierde, der seitens der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dem Amtsgericht Minden wegen einer zurückliegenden versuchten schweren Brandstiftung in Minden per Haftbefehl gesucht wurde, in den Fokus der Ermittler. Der Mann soll am vergangenen Freitagabend die Eingangstür eines Vierfamilienhauses an der Friedrich-Wilhelm-Straße in Minden angezündet haben. Er befand sich seitdem auf der Flucht. Anwohner hätten die Flammen noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen können. Einen Tag später soll der Petershäger in Quetzen randaliert und Anwohner mit einer Stange attackiert haben. „Polizeiliche Vernehmungen führten auf die Spur des 33-Jährigen. Aufgrund der Erkenntnisse der Mindener Ermittler beantragte die Staatsanwaltschaft Bielefeld am Dienstagnachmittag einen Haftbefehl beim Amtsgericht Minden“, sagt Thomas Bensch von der Polizei Minden. Ein Richter habe ihn am Mittwochmorgen verkündet. Der Gesuchte sei wenig später von einer Streifenwagen-Besatzung in seiner Wohnung festgenommen worden, hieß es.

„Alle bisher vorliegenden Fakten und Spuren deuten darauf hin, dass der festgenommene Petershäger für die Straftaten in Rusbend als dringend tatverdächtig anzusehen ist. Die Beweislast ist erdrückend“, sagte der Sprecher der Polizei Bückeburg, Matthias Auer. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bückeburg stehen nun „weitere polizeiliche Folgemaßnahmen an“.

Brandursachen-Ermittler des Kriminalermittlungsdienstes haben am Mittwochvormittag am Tatort nach Spuren gesucht. Peter Hochheim und sein Kollege Maximilian Schulz wurden fündig. „Im Holzanbau haben wir Spuren von einem Brandbeschleuniger gefunden“, sagt Hauptkommissar Hochheim. Das Ausmaß des Brandes ist groß: Holzbalken sind verkohlt, eine Klinkerwand hat sich durch die große Hitze nach innen gewölbt. Viele Gegenstände sind ein Raub der Flammen geworden. Mit einer Schaufel räumte Brandursachen-Ermittler Hochheim größere Mengen Brandschutt beiseite. Auch eine große Gasflasche und einen kleineren Druckbehälter förderten die Ermittler zutage. Bereits am Dienstagabend hatten Kriminaltechniker in einem Bauwagen, der hinter dem Brandhaus steht, nach Spuren gesucht. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Tatverdächtige einige Zeit in dem Anhänger aufgehalten hat. Der Festgenommene wurde am Mittwoch im Amtsgericht Minden einem Ermittlungsrichter vorgeführt – der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.




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