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Gegen das Radfahren auf der falschen Straßenseite

Plakat-Aktion "Geisterradler": Polizei nimmt Radfahrer in den Fokus

LANDKREIS.  Die Polizei Hamburg hatte das Thema rund um das Radfahren auf der verkehrten Straßenseite aufgegriffen, die Kampagne "Geisterradler" ins Leben gerufen und dazu ein Plakat zur Aktion entworfen. Auch in Schaumburg will das Präventionsteam der Polizei jetzt durch das auffällig gestaltete Plakat eine Hilfestellung geben und falsch fahrende Radfahrer damit auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Zukünftig sollen an entsprechenden Unfallschwerpunkten der Landkreise Nienburg und Schaumburg die Plakate "Geisterradler" zu finden sein.

veröffentlicht am 18.02.2021 um 11:39 Uhr
aktualisiert am 18.02.2021 um 12:31 Uhr

Längere Warmwetterphasen und die sich ändernde Mobilität führten in der letzten Zeit zu einer Steigerung der Verkehrsunfallzahlen mit Fahrrädern. Pedelecs und E-Bikes sind längst keine Nischenprodukte mehr, sondern unterstützen die Mobilität gerade älterer Mitbürger. Nicht nur die Verkehrsunfallzahlen haben sich verändert, auch die Folgen solcher Verkehrsunfälle fallen in der Regel schwerer aus. Als schwächere und meist unauffällige Verkehrsteilnehmer standen sie lange nicht im direkten Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit. Die Polizei Hamburg hat das Thema rund um das Radfahren auf der verkehrten Straßenseite aufgegriffen und die Kampagne "Geisterradler" ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Plakat zur Aktion entworfen und die Maßnahmen erfolgreich in die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei Hamburg integriert.

Gerade im urbanen Bereich ist es besonders gefährlich mit dem Rad auf der "falschen" Seite unterwegs zu sein. Ein Autofahrer schaut an einer Einmündung naturgemäß zunächst nach links, weil von dort der erste "feindliche" Verkehr kommt. Erst der zweite Blick geht nach rechts. Das könne für den "Geisterradler" jedoch schon zu spät sein, appelliert Sprecherin Julia Haase von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg in einer Pressemitteilung am Donnerstag. So beschreibe auch die Straßenverkehrsordnung die Freigabe linker Radwege als sehr gefährlich und ließe dies nur im Ausnahmefall zu. An Einmündungen könne es zu Missverständnissen mit anderen Verkehrsteilnehmern oder sogar zu schweren Verkehrsunfällen kommen. Nachdem der Radfahrende Jahrzehntelang auf die Nebenanlagen verbannt wurde, zeigen aktuelle Studien, dass der Radler auf der Fahrbahn besser gesehen wird, wenn er sich im Blickfeld des Kraftfahrers bewegt. Das mindert die Gefahr eines Unfalls zusätzlich. In manchen Bereichen ist die Benutzung der Nebenanlage (des Gehweges) durch ein Zusatzeichen für Radfahrende freigegeben. Auf einem solchen "Gehweg - Radfahrer frei" dürfen auch Pedelecs unterwegs sein. Für diese gilt dann auch die besondere Rücksichtnahme auf Fußgänger und vor allem "Schrittgeschwindigkeit".

Wer dort, aus welchen Gründen auch immer, noch in der falschen Richtung unterwegs ist, steigert das Unfallrisiko um ein Vielfaches. Zukünftig sollen an entsprechenden Unfallschwerpunkten der Landkreise Nienburg und Schaumburg die Plakate "Geisterradler" zu finden sein. Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg will durch das auffällig gestaltete Plakat eine Hilfestellung geben und falsch fahrende Radfahrer damit auf ihr Fehlverhalten hinweisen. Wenn Radler also bei einer zukünftigen Radtour ein solches Plakat lesen, kann es sein, dass sie auf der falschen Seite fahren.  r




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