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Randale, Schüsse und Unfälle: Silvester aus Sicht der Polizei

Keine ruhige Silvesternacht für die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke: Randalierer, Schüsse, Auseinandersetzungen, Ingewahrsamnahmen, Unfälle, Ruhestörungen und Verstöße gegen die Corona-Regeln. "Unsere Beamten hatten gut zu tun und wurden häufiger gerufen als im Vorjahr", bilanzierte ein Polizeisprecher am Neujahrstag. Deutlich ruhiger ging es in Rinteln zu. Dort meldeten die Beamten keine gravierenden Verstöße.

veröffentlicht am 01.01.2021 um 12:56 Uhr

Zwischen 18 und 1 Uhr registrierte die Polizeileitstelle Minden-Lübbecke dagegen kreisweit 91 Einsätze, mit Beginn der nächtlichen Ausgangssperre kamen bis 5 Uhr noch 30 hinzu. Allein 30 Anzeigen fertigten die Einsatzkräfte wegen eines Verstoßes gegen die Ausgangsbeschränkungen. Im vergangenen Jahr wurden zwischen 18 Uhr und 5.30 Uhr lediglich 92 Einsätze verzeichnet. Geböllert wurde im Mühlenkreis nach Feststellung der Polizei trotz eines Verkaufsverbots. Das Feuerwerk fiel aber deutlich kleiner aus als in den Vorjahren.

Zwei Männer aus Espelkamp erlebten den direkten Jahreswechsel in der Ausnüchterungszelle. Zwei weitere kamen im Laufe der Nacht ebenfalls ins Polizeigewahrsam. Insgesamt mussten die Beamten kreisweit sechs Mal wegen eines Randalierers einschreiten. Weiterhin kam es zu sieben Verkehrsunfällen, drei Fällen von häuslicher Gewalt und 17 Ruhestörungen.Bei einem Einsatz in Espelkamp versetzte ein angetrunkener 39-Jähriger einem Polizeibeamten einen Fußtritt. Der Beamte blieb zum Glück unverletzt.

Vorausgegangen war eine handfeste Auseinandersetzung zwischen dem 39-Jährigen und einem 49 Jahre alten Mann. Der Jüngere soll dabei seinem Kontrahenten mit einer Flasche einen Schlag versetzt und eine Gaspistole nahe seinem Kopf abgefeuert haben. Der 39-Jährige kam ins Gewahrsam. Zudem wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein schwerer Unfall ereignete sich gegen 3 Uhr am Wesertor in Minden. Ein 39-jähriger Opelfahrer war mit überhöhter Geschwindigkeit vom Klausenwall nach rechts auf die Weserbrücke abgebogen. Der unter Alkoholeinwirkung stehende und allein im Pkw sitzende Mann aus Enger verlor dabei die Kontrolle, kam mit seinem Wagen nach links von der Straße ab und prallte frontal gegen das Brückengeländer. Dabei geriet der Motorraum in Brand. Polizeibeamte bargen den Fahrer aus dem Fahrzeug und erstickten die Flammen mit einem Feuerlöscher.

Anschließend kümmerten sich ein Notarzt sowie Rettungssanitäter um den Verletzten und brachten ihn ins Klinikum. Während der Unfallaufnahme mussten sich die Beamten noch mit einem betrunkenen Radfahrer beschäftigen. Da dieser den Anweisungen der Einsatzkräfte nicht Folge leistete, kam der Mann in die Ausnüchterungszelle.

Im Stadtteil Bärenkämpen feuerte ein angetrunkener 55-Jähriger gegen 1 Uhr mit einer Schreckschusswaffe mehrere Schüsse vom Balkon seiner Wohnung ab. Die Beamten stellten die Waffe sicher und fertigten eine Anzeige. Zu einem gleich gelagerten Einsatz kam es in dem Stadtteil bereits am Abend gegen 19.45 Uhr.

Hier feuerte ein 39-Jähriger mehrfach vom Balkon seiner Obergeschosswohnung. Die beiden von dem Mann benutzten Waffen wurden ebenfalls sichergestellt.

In Lübbecke mussten die Beamten um kurz nach Mitternacht zur Straße Eichtelgen ausrücken. Hier wurden diverse Feuerwerkskörper aus einem Mehrfamilienhaus heraus auf davor stehende Pkw geworfen. Dadurch wurden drei Fahrzeuge leicht beschädigt.

Es gab aber auch gute Nachrichten aus der Nacht: Die sonst obligatorischen Brände wurden den Beamten nicht gemeldet. Ebenso galt es keinerlei größere Menschenansammlungen im Kreis aufzulösen. "Trotz der unruhigen Nacht möchten wir uns bei all denen Menschen im Mühlenkreis bedanken, die sich an die Regeln gehalten haben", so der Behördensprecher.




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