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Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei aus fünf Bundesländern trainieren in Rinteln

Randalierer, Rauch und Explosionen an der Prince-Rupert-School

RINTELN. Detonationen sind zu hören, dunkler Qualm steigt über dem Gelände der ehemaligen Prince-Rupert-School auf. Immer wieder explodieren große Feuerwerkskörper, knallt es lautstark. Polizeibeamte mit Schutzausrüstung und Helmen stürmen über das Schulgelände, laufen auf vermummte Menschen zu, die Pyrotechnik anzünden. Auf dem Wilhelm-Busch-Weg stehen mehrere Dutzende Polizeibusse. Auch auf Feldwegen sind Einsatzfahrzeuge geparkt. Die Großübung spezialisierter Polizeieinheiten aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin hat am Donnerstag für Aufsehen in der Weserstadt gesorgt.

veröffentlicht am 11.04.2019 um 12:29 Uhr
aktualisiert am 11.04.2019 um 18:33 Uhr

Auf dem Gelände der ehemaligen Prince-Rupert-School explodieren Feuerwerkskörper. Polizisten trainieren den Einsatz bei Fußballspielen. Foto: leo
Leonhard Behmann

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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Die sogenannten Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) aus Niedersachsen arbeiten in Einsatzlagen – wie zum Beispiel bei Hoch-Risiko-Fußballspielen – häufig sowohl standortübergreifend als auch mit Einheiten aus anderen Bundesländern zusammen. „Dabei sind abgestimmte Vorgehensweisen und ein nahezu gleiches Einsatzniveau für den Einsatzerfolg unerlässlich“, sagt Christian Wenzel, Sprecher der Zentralen Polizeidirektion in Hannover.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit habe die 1. Bereitschaftspolizei-Hundertschaft im März und im April den Basislehrgang für rund 25 angehende „Sachbearbeiter Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten“ aus fünf Bundesländern in Hannover durchgeführt. In dem mehrwöchigen Lehrgang wurden das taktische Zusammenwirken im Einsatz, Abwehr- und Zugriffstechniken und die Erstversorgung von Verletzten trainiert. Darüber hinaus stand der Umgang mit besonderen Ausrüstungsgegenständen insbesondere unter körperlicher Belastung im Fokus. „Ziel des Lehrgangs ist die Vermittlung von Grundkompetenzen für eine erfolgreiche Verwendung in einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“, erklärt Wenzel. Am Ende dieses Grundlehrganges stand die Abschlussübung in Rinteln, an der 200 Polizeibeamte teilnahmen.

Neben den Teilnehmern des Lehrganges hätten auch junge Bereitschaftspolizisten an der Großübung teilgenommen. Die Beamten werden schon am Wochenende bei einem Fußballspiel von Hannover 96 im Einsatz sein, heißt es. Für sie sei eine solche Großübung eine gute Vorbereitung, erklärt Wenzel.

Auf der Wilhelm-Buschstraße und Feldwegen parken mehrere Dutzende Polizeibusse. Foto: leo

Unter sehr realen Bedingungen wurde in Rinteln unter anderem geübt, wie gewaltbereite Straftäter in großen Menschenmengen festgenommen werden können oder wie ein Gebäude geräumt wird, in dem sich Vermummte verbarrikadiert haben.

Dafür spielten rund 120 Polizeibeamte, die sich verkleidet hatten, randalierende Fußballfans. In einem Gebäude der ehemaligen Schule hatten sich die Statisten verschanzt. Mit Wurfgeschossen, Raketen und Böllern machten sie ihren Kollegen das Räumen des Hauses zusätzlich schwer. Unter den Augen des Leiters der Bereitschaftspolizei in Niedersachsen, Guido von Cyrson, arbeiteten die Einsatzbeamten die unterschiedlichen Szenarien ab. „Das Niveau, auf welchem hier trainiert wird, ist beeindruckend“, sagte von Cyrson während der Großübung.

Polizeiübung Prince Rupert School

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Quelle: leo / tol



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