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Vermisstensuche: Bürger findet Seniorin auf einem Feld

Schwerer Einsatz für Mantrailer-Hunde

OBERNKIRCHEN. Die groß angelegte Suche nach einer Vermissten aus Bückeburg hat am Montagnachmittag ein glückliches Ende gefunden. Nach der Frau war seit Sonntagabend zu Lande und aus der Luft gesucht worden.

veröffentlicht am 30.07.2018 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 30.07.2018 um 21:40 Uhr

Hundeführerin Nicole Heitmann mit Hündin „Ella“. Der Mantrailer kann Hautpartikel und Hormone der Vermissten riechen. Foto: leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

Mit einem Großaufgebot haben Polizei, Feuerwehr und ehrenamtliche Helfer zu Lande und aus der Luft nach einer vermissten 83-Jährigen gesucht. Die Seniorin war am Sonntagabend als vermisst gemeldet worden.

Das Besondere bei diesem Einsatz: Sie war innerhalb weniger Stunden zweimal spurlos verschwunden. Bei ihrem ersten Verschwinden aus dem Krankenhaus Vehlen am Sonntagnachmittag konnte sie schnell von einer Streifenwagenbesatzung in der Nähe des Klinikums gefunden werden. Kurz darauf soll sich die an Demenz erkrankte Frau allerdings erneut selbst aus dem Krankenhaus entlassen haben.

Diesmal gestaltete sich die Suche erheblich schwieriger. Mit Spürhunden und einem Polizeihubschrauber suchten die Einsatzkräfte nach der Frau. „Bei Einbruch der Dunkelheit mussten wir die Suche am Sonntag jedoch erfolglos abbrechen“, sagt Einsatzleiter Peter Hochheim von der Polizei Bückeburg. Am Montagmorgen bat Hochheim erneut den Hundesportverein am Lieth um Hilfe. Der Obernkirchener Verein half mit drei speziellen Spürhunden, sogenannten Mantrailern. „Diese Spezialhunde können mit ihrem hervorragenden Geruchssinn Hautpartikel und Hormone von vermissten Menschen riechen“, erklärt Hundeführerin Nicole Heitmann. Ihre Hündin „Ella“ nahm sofort die Fährte auf – im unwegsamen Gelände ging es quer durch den Harrl. Bei hohen Temperaturen von über 30 Grad Celsius war es kein leichter Einsatz für die Spürnasen und die Hundeführer. „Wenn der erste Mantrailer 30 Minuten gesucht hat, muss er sich ausruhen. Wir suchen dann mit einem anderen Hund weiter – wir wechseln uns also ab, um keine Zeit zu verlieren“, erzählt Heitmann.

Ihr Kollege Marc Holtmann suchte mit seinem dreieinhalb Jahre alten Boxer-Dogge-Mix „Capone“ weiter. Währendessen kreiste Polizeihubschrauber „Phönix 98“, der in Langenhagen aufgestiegen war, über dem Waldgebiet.

Aus der Luft konnten die Beamten die Felder und Wiesen gut überblicken. Die Suche mit den Hunden endete am Nachmittag an der Bundesstraße 83 bei Selliendorf, kurz vor der Landesgrenze. „Hier verliert sich die Spur“, sagt Hundeführer Marc Holtmann. Polizei-Einsatzleiter Hochheim koordinierte derweil die weitere Suche: Feuerwehrleute aus dem Bückeburger Stadtgebiet und Bereitschaftspolizisten aus Hannover durchkämmten den Wald. Die Beamten suchten auch die Fischteiche, den Schlosspark und die Hofwiesen zu Fuß ab. Gegen 16 Uhr wurde die Vermisste von einem Bürger zwischen Ahnsen und Vehlen gefunden. „Die 83-Jährige lag auf einem Feld. Beim Eintreffen der Polizisten war die Frau zum Glück relativ fit“, sagt Polizeisprecher Matthias Auer. Rettungskräfte brachten die Seniorin zurück ins Klinikum Schaumburg.

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