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Nächtliches Großfeuer in Großenwieden / Umliegende Gebäude geräumt

Senior stirbt bei Wohnhausbrand

GROSSENWIEDEN. Ein Wohnhaus in Großenwieden ist am frühen Donnerstagmorgen in Flammen aufgegangen. Während des großangelegten Löscheinsatzes am „Schultenanger“ entdeckten die Retter die Leiche eines 83 Jahre alten Mannes. Es handelt sich laut Polizei um den Bewohner.

veröffentlicht am 15.03.2018 um 02:33 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 13:51 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Feuerwehrleute haben am frühen Donnerstagmorgen während eines großangelegten Löscheinsatzes am „Schultenanger“ in Großenwieden die Leiche eines 83 Jahre alten Mannes entdeckt. Der Tote habe im Erdgeschoss auf dem Flur zwischen Stube und Küche gelegen, sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Beißner. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um den Bewohner des Bauernhauses. Die Todesursache ist unbekannt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion beantragt.

Beamte der Tatort-Gruppe und Brandursachen-Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) aus Hameln waren zwar vor Ort, sie konnten in der Ruine aber noch nicht nach Spuren suchen. Grund: Das 1809 erbaute und 1990 renovierte Fachwerkhaus ist erheblich zerstört und einsturzgefährdet. „Wir gehen davon aus, dass das Feuer im Wohnzimmer ausgebrochen ist“, sagte der derzeitige Leiter des für Todes- und Brandursachen-Ermittlungen zuständigen 1. Fachkommissariats.

Als die um 1.24 Uhr alarmierte Feuerwehr eintraf, war das Gebäude bereits komplett mit Rauch gefüllt. Der offenbar extrem heiße Qualm habe zu diesem Zeitpunkt eine grau-blaue Farbe gehabt, sagte Oberbrandmeister Tobias Ebbighausen. Wenig später sei es zu einer Durchzündung gekommen. Danach stand das Gebäude lichterloh in Flammen. Der Hausbewohner galt als vermisst.

Gegen 2.50 Uhr entdeckten Feuerwehrleute eine leblose Person. Ein Notarzt aus Rinteln konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Das Wohnhaus steht in Flammen. Foto: ube
  • Das Wohnhaus steht in Flammen. Foto: ube

Nachdem sich die Brandgase entzündet hatten, war es zunächst nicht mehr möglich, Löschmannschaften in das brennende Haus zu schicken. Starker Funkenflug und große Hitze bedrohten zwei Nachbarhäuser – sie wurden evakuiert und mit Wasser besprüht. Auf diese Weise gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen des Großfeuers zu verhindern.

Der Wasserwerfer der Drehleiter aus Hameln zeigte rasch Wirkung. Vom Korb aus konnten die Flammen gezielter bekämpft werden, als vom Boden. Die ebenfalls angeforderte Drehleiter der Feuerwehr Rinteln konnte wegen technischer Probleme erst mit Verspätung ausrücken.

Nachdem das Feuer unter Kontrolle war (vollständig gelöscht war es kurz vor 3 Uhr noch nicht), ließ Einsatzleiter Kai Ossenkop nach dem Vermissten suchen. Zwei Atemschutz-Trupps wagten sich in das Haus. Die Freiwilligen brachten den Senior nach draußen, wo er von einem Notarztteam untersucht wurde.

Die vordere Giebelwand wurde vom Korb der Drehleiter aus mit Hakenstangen eingerissen. Unklar war, ob ein gemauerter Giebel im hinteren Bereich umkippen wird. Feuerwehr-Einsatzleiter Ossenkop beriet sich mit THW-Fachberater Daniel Meier aus Hameln. Gemeinsam kam man zu dem Entschluss, dass ein Experte hinzugezogen werden muss. Der THW-Baufachberater Daniel Bunzel vom Ortsverband Springe ließ schließlich die Backsteinwand abtragen. „Es bestand die Gefahr, dass der Giebel auf ein Nachbarhaus fällt“, erklärt Meier. Ein Bagger wurde angefordert.

Feuerwehr, DRK und THW waren stundenlang mit einem Großaufgebot an Kräften im Einsatz – mehr als 150 Freiwillige aus Großenwieden, Hessisch Oldendorf, Kleinenwieden, Fischbeck, Hameln, Rumbeck, Welsede, Barksen, Rohden, Segelhorst, Fuhlen, Zersen, Kirchohsen und Rinteln, THW-Experten und Mitglieder der DRK-Bereitschaft Hessisch Oldendorf waren vor Ort. Am Mittag dauerten die Aufräumungsarbeiten noch an.

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