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Einsturzgefahr erschwert Ermittlungen

Tödliche Brandgase: Senior starb vermutlich an Rauchvergiftung

GROSSENWIEDEN. Die Todes- und Brandursachen-Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) in Hameln gehen nach den ihnen bislang vorliegenden Erkenntnissen davon aus, dass der bei dem verheerenden Großfeuer in Großenwieden am frühen Donnerstagmorgen ums Leben gekommene Mann an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben ist. Unklar ist, ob die Kriminalisten die Ruine am Schultenanger gefahrlos betreten können.

veröffentlicht am 16.03.2018 um 14:33 Uhr

Das Foto – aufgenommen aus dem Korb der Drehleiter der Hamelner Feuerwehr – zeigt, wie stark das 1809 erbaute und 1990 renovierte Bauernhaus zerstört wurde. Foto: ebb
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Eine andere Todesursache sei momentan nicht erkennbar, sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Beißner, der derzeit das Fachkommissariat 1 (FK 1) leitet. „Es gibt bislang keinen Hinweis, der auf ein Fremdverschulden hinweist.“

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat eine Obduktion beantragt. Die Autopsie der Leiche des Seniors soll am Dienstag durchgeführt werden. Die Rechtsmediziner werden herausfinden, woran der 83-Jährige gestorben ist. Da sind sich die Ermittler sicher.

Unklar ist, ob die Kriminalisten des FK 1 die Ruine am Schultenanger gefahrlos betreten können. Es besteht Einsturzgefahr. Unter der Aufsicht des THW-Baufachberaters Daniel Bunzel vom Ortsverband Springe ist inzwischen ein Backstein-Giebel, der umzukippen drohte, Stück für Stück mit einem Bagger abgetragen worden. Die verkohlten Balken des vorderen Giebels waren zuvor von der Feuerwehr vom Korb einer Drehleiter aus mit Hakenstangen eingerissen worden.

Einsturzgefahr. Mit einem Bagger wird ein Giebel abgetragen. THW-Experte Daniel Bunzel überwacht die Arbeiten. Foto: THW
  • Einsturzgefahr. Mit einem Bagger wird ein Giebel abgetragen. THW-Experte Daniel Bunzel überwacht die Arbeiten. Foto: THW

Anfang kommender Woche wollen die Brandursachen-Experten erkunden, wie weit sie für eine Spurensuche in das völlig zerstörte Haus vordringen können. Am Donnerstag hatten sie ihr Vorhaben aufgeben müssen. Die Tatort-Gruppe hat den Brandort beschlagnahmt.

Derzeit werten die Beamten Zeugenaussagen, Fotos und Videofilme aus. Ziel ist es, den Brandverlauf zu rekonstruieren. Schon jetzt steht fest: Das Feuer dürfte im Erdgeschoss im Wohnzimmer ausgebrochen sein. Feuerwehrleute hatten den Toten zwischen Stube und Küche gefunden.

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