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Tatverdächtiger festgenommen

Tödlicher Streit: 40-Jähriger bei Feier erstochen

MINDEN-LETELN. Ein Mann ist in der Nacht zu Dienstag bei einem Streit getötet worden. Er soll nach einem Streit erstochen worden sein. Ein 30-jähriger Tatverdächtiger wurde noch in der Nacht festgenommen.

veröffentlicht am 25.09.2018 um 10:04 Uhr
aktualisiert am 25.09.2018 um 15:54 Uhr

Ein Mann ist in der Nacht zu Dienstag bei einem Streit in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus getötet worden. Foto: MT/Henning Wandel

MINDEN. Im Ortsteil Leteln ist am frühen Dienstagmorgen, gegen 1.30 Uhr, ein Mann erstochen worden. Nach den ersten Ermittlungen der Polizei gerieten in einer Wohnung an der Lahder Straße vier Männer in Streit, die dort zuvor gemeinsam getrunken hatten. Ein 30-Jähriger soll dann auf einen 40-Jährigen eingestochen haben. Der Mann erlitt dabei so schwere Stichverletzungen am Oberkörper, dass der Notarzt ihn nicht mehr reanimieren konnte. Ein weiterer Mann im Alter von 38 Jahren, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt, erlitt leichte Verletzungen. Zum vierten Trinkkumpanen, der vermutlich Zeuge der Tat war, machte die Polizei keine weiteren Angaben.

Den mutmaßlichen Täter stellten die Beamten nach kurzer Fahndung außerhalb der Wohnung. Er war jedoch so betrunken, dass er bisher nicht vernommen werden konnte. Die Spurensicherung und die ermittelnden Beamten waren noch den gesamten Dienstagvormittag vor Ort. Gesucht wurde dabei insbesondere nach der Tatwaffe, einem 20 Zentimeter langem Messer, dass der Täter bei seiner Flucht weggeworfen hat. Feuerwehrleute halfen den Polizisten, die Gullis in der Nähe des Tatortes zu durchsuchen, wurden aber nicht fündig.

Eine Nachbarin schilderte dem MT, sie sei nachts gegen 1.40 Uhr vom Sturmklingeln an der Haustür, gefolgt vom Klopfen an der Hintertür geweckt worden. Der Mann, der dort Alarm schlug, habe sich den Bauch gehalten und seinen Ausweis durch ein gekipptes Fenster hereingeworfen, sich aber kaum noch äußern können. Sie traute sich nicht die Tür zu öffnen, weckte lieber ihren Mann und rief die Polizei. In der Zwischenzeit sei der Mann verschwunden. Die Notrufzentrale habe ihr gesagt, es seien bereits mehrere Streifenwagen unterwegs.

Auch bei einem weiteren Nachbarn soll der Mann geklingelt haben. Ob es sich bei dem Unbekannten um das spätere Todesopfer, den leicht Verletzten oder gar den Täter gehandelt hat, ist unklar.

Weil das Mehrfamilienhaus, in dem die Tat geschah, unmittelbar gegenüber vom örtlichen Supermarkt liegt, arbeiteten die Beamten am Dienstagmorgen quasi vor Publikum. Die Anwohner und Zaungäste dort äußerten sich betroffen, aber nicht wirklich überrascht. Vor dem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus stand öfter einmal ein Streifenwagen, gelegentlich auch ein Krankenwagen. Es war bekannt, dass dort einige Personen wohnen, die Alkohol- und Drogenprobleme haben – im Getränkemarkt schräg gegenüber tauchen sie in der Regel mit großen Säcken voller Pfandflaschen auf.

Der mutmaßliche Täter soll aus dem Nachbarhaus stammen. Aus einer Familie, die vor Ort ebenfalls bekannt ist – vor allem für lautstarke Auseinandersetzungen. Auch hier soll es regelmäßig um psychische Probleme, Alkohol und Drogen gehen, heißt es unter den Stammgästen des Cafés gegenüber. Äußerer Anlass sei meist die Frage, wer hier wem noch Geld schulde. Das Opfer beschreiben sie als „Junkie“, der seine Drogenprobleme mal besser, mal schlechter im Griff gehabt haben soll – genauso wie der jüngere Mann, der bei dem Streit verletzt wurde.

Nachdem in der Nacht zunächst die örtliche Polizei im Einsatz war, übernahm am Morgen die Polizei Bielefeld. Unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Jürgen Kollien ermittelt seitdem die Mordkommission „Leteln“. Sobald der mutmaßliche Täter vernehmungsfähig ist, soll er sich zu den Geschehnissen der Nacht äußern. MT/nik




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