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Brand bei Pinta-Abdichtungen: Immer wieder flackern Brandnester auf / Drei Sperren errichtet / Ein Feuerwehrmann verletzt

Update: Die ganze Nacht durch im Einsatz

BÜCKEBURG. Der Brand der Produktionshalle im Gewerbegebiet Kreuzbreite hat die Einsatzkräfte noch bis in den frühen Morgen auf Trab gehalten. Immer wieder musste die Brandsicherheitswache auf dem Gelände aktiv werden und aufflammende Brandnester ablöschen.

veröffentlicht am 27.09.2018 um 13:33 Uhr
aktualisiert am 27.09.2018 um 19:10 Uhr

Die Brandruine von Pinta-Abdichtungen am Tag danach: Sie ist beschlagnahmt, Spezialisten von Polizei und Versicherungen sind vor Ort. Die Hinweise verdichten sich, dass ein technischer Defekt an einer Trocknungsanlage die Brandursache ist. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Zeitgleich waren Feuerwehr und THW im Einsatz, um im Bereich der Maulbeeke zwischen Bückeburg und Scheie Sperren zu errichten und kontaminiertes Löschwasser aufzufangen. Dazu mussten Feuerwehren, die bereits eingerückt waren, noch einmal ausrücken

Drei Sperren wurden gebaut. Zum Teil wurde das Wasser in Absprache mit dem Ordnungsamt und einem Fachberater mit Güllewagen in ein Auffangbecken gepumpt, da die Sperren überzulaufen drohten. Ein Weiterlaufen des Wassers in den Schlossbach und damit in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung konnte verhindert werden. Die Pressesprecherin des Landkreises, Anja Gewald, gab am Donnerstagnachmittag Entwarnung: „Die Sperren haben gehalten.“ Derzeit sind weiterhin Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort, um das weitere Vorgehen für den auf rund eineinhalb Kilometer verunreinigten Bach.zu planen und Maßnahmen zu erörtern.

Auch die Kläranlage, in die ein Teil des Löschwassers gelaufen war, läuft nach Angaben des Leiters des Abwasserbetriebs, Reiner Klenke, reibungslos. Ein Teil des kontaminierten Wassers wurde in ein Havariebecken, beziehungsweise ein Auffangbecken gepumpt. Es müsse entschieden werden, ob das Wasser entsorgt oder nach und nach in die Kläranlage geleitet werden könne.

In der Nacht errichten Feuerwehr und THW drei Sperren im Bereich der Maulbeeke, um das kontaminierte Löschwasser aufzufangen und ein Fließen des Wassers in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niedrung zu verhindern. Foto: pr.
  • In der Nacht errichten Feuerwehr und THW drei Sperren im Bereich der Maulbeeke, um das kontaminierte Löschwasser aufzufangen und ein Fließen des Wassers in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niedrung zu verhindern. Foto: pr.
Die Maulbeeke ist auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer verunreinigt, ein Fischsterben wurde beobachtet. Foto: tw
  • Die Maulbeeke ist auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer verunreinigt, ein Fischsterben wurde beobachtet. Foto: tw
Zwei Feuerwehrleute kommen mit Chemikalien in Kontakt, um welche Stoff es sich handelt, ist zu dem Zeitpunkt noch unklar. Foto: rc
  • Zwei Feuerwehrleute kommen mit Chemikalien in Kontakt, um welche Stoff es sich handelt, ist zu dem Zeitpunkt noch unklar. Foto: rc
Die drei Sperren hielten, es floss kein kontaminiertes Löschwasser in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung. Foto: tw
  • Die drei Sperren hielten, es floss kein kontaminiertes Löschwasser in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung. Foto: tw
Nur noch eine Ruine: die Pinta-Halle am Morgen nach dem Brand. Foto: rc
  • Nur noch eine Ruine: die Pinta-Halle am Morgen nach dem Brand. Foto: rc
In der Nacht errichten Feuerwehr und THW drei Sperren im Bereich der Maulbeeke, um das kontaminierte Löschwasser aufzufangen und ein Fließen des Wassers in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niedrung zu verhindern. Foto: pr.
Die Maulbeeke ist auf einer Länge von rund 1,5 Kilometer verunreinigt, ein Fischsterben wurde beobachtet. Foto: tw
Zwei Feuerwehrleute kommen mit Chemikalien in Kontakt, um welche Stoff es sich handelt, ist zu dem Zeitpunkt noch unklar. Foto: rc
Die drei Sperren hielten, es floss kein kontaminiertes Löschwasser in das Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung. Foto: tw
Nur noch eine Ruine: die Pinta-Halle am Morgen nach dem Brand. Foto: rc

Bei den ausgetretenen Stoffen handelt es sich nach Recherchen unserer Zeitung um eine Dispersion beziehungsweise ein Paraffin aus Fettalkohol, ethoxyliert, Polymer und Monomere. Beide sind nach Datenblättern des Herstellers als nicht einstufungspflichtig, beziehungsweise als „Keine besonderen Gefahren bekannt“ eingestuft. Die Dispersion wird für die Produktion von spritzbaren, elastischen Dichtstoffe und die Herstellung von imprägnierten, expandierbaren Schäume genutzt und besteht aus einem Polymer basierend auf Acrylester und Acrylnitril, eine Sensibilisierung durch Hautkontakt ist möglich. Das Fischsterben wurde durch die hohe Konzentration der Stoffe im Löschwasser ausgelöscht, so die Feuerwehr.

Entgegen ersten Angaben ist bei den Löscharbeiten doch ein Mensch verletzt worden. Ein Feuerwehrmann erlitt eine leichte Handverletzung und konnte nach ambulanter Behandlung das Klinikum Vehlen noch am gleichen Abend verlassen.

Die Brandursache ist weiterhin nicht endgültig geklärt. Brandspezialisten der Polizei waren vor Ort. Es verdichten sich die Hinweise, dass der Brand auf einen technischen Defekt in einer Trocknungsanlage zurückzuführen ist.

Die Feuerwehr hatte – wie berichtet – am Mittwochnachmittag Stadtalarm ausgelöst. Wegen der in der Halle befindlichen Chemikalien wurde umgehend auch die Umweltschutzeinheit des Landkreises alarmiert. Schlussendlich waren nach Angaben des Pressesprechers Moritz Gumin 180 Einsatzkräfte vor Ort. Da in dem Industriegebäude Chemikalien verarbeitet werden, wurden durch die Umweltschutzeinheit durchgehend Messungen, im Nahbereich, sowie im Radius von fünf Kilometern durchgeführt. Es wurden hier keine erhöhten Schadstoffe gemessen.

Der Gefahrgutzug baute für die Einsatzkräfte eine Dekontaminationsstelle auf, um die Einsatzkräfte, welche im Vorderen Bereich mit der Chemikalie in Berührung kam, im Anschluss zu reinigen. Zwei Feuerwehrmänner des ersten Angriffstrupps mussten dekontaminiert werden.

Nach gut einer Stunde hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Im weiteren Verlauf wurde ein Bagger eingesetzt, der Öffnungen in das Mauerwerk riss, damit die Feuerwehr von außen löschen konnte. Das Gebäude selbst konnte wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden. Die Nacht über verblieb eine Brandwache vor Ort, die um drei Uhr abgelöst wurde. Immer wieder mussten aufflackernde Brandnester gelöscht werden. Erst am Donnerstagmorgen war nach zwölf Stunden der Einsatz beendet.




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