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Versuchter Totschlag in Buchholz

Update: Mann sticht 13 Mal auf Ehefrau ein

BUCHHOLZ. In Buchholz ist es am Mittwochabend zu einer Ehetragödie gekommen. Ein Mann (56 Jahre) stach 13 Mal auf seine Ehefrau (57 Jahre) ein und verletzte sie lebensgefährlich, so eine Zeugin. Die verletzte Frau konnte sich noch ins Nachbarhaus schleppen. Der Mann rammte sich nach Augenzeugenberichten kurz nach der Tat ein Messer tief in den Bauch.

veröffentlicht am 17.05.2018 um 10:33 Uhr
aktualisiert am 17.05.2018 um 18:50 Uhr

Aus dem hell verputzten Haus (r.) schleppte sich die Ehefrau mit ihren schweren Stichverletzungen in das Nachbarhaus (l.). Kurz danach rammte sich der Ehemann ein Messer tief in den Bauch. Foto: wk

Autor:

Raimund Cremers und Michael Werk

BUCHHOLZ. In Buchholz ist es am Mittwochabend zu einer Ehetragödie gekommen. Ein Mann (56 Jahre) stach 13 Mal auf seine Ehefrau (57 Jahre) ein, so eine Zeugin, und verletzte sie schwer. Die Frau konnte sich noch ins Nachbarhaus schleppen. Der Mann rammte sich nach Augenzeugenberichten kurz nach der Tat ein Messer in den Bauch. Die Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum Minden geflogen, der Mann mit einem Rettungswagen ins Klinikum Schaumburg transportiert. Die Tat ereignete sich kurz nach 20 Uhr an der Bückebergstraße.

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwalt Bückeburg wurde die Frau umgehend operiert. Dringend tatverdächtig sei ihr 56 Jahre alter Ehemann. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er wurde noch in der Nacht durch die Polizei vorläufig festgenommen.

Da dem Beschuldigten Schwerkriminalität zur Last gelegt wird und der Haftgrund der Fluchtgefahr besteht, erwirkte die Staatsanwaltschaft Bückeburg beim Ermittlungsrichter einen Haftbefehl. Weitere Angaben, insbesondere zu den näheren Tatumständen, würden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht gemacht, teilte die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung am späten Donnerstagnachmittag mit.

Laut Schilderung einer Augenzeugin gegenüber unserer Zeitung soll die schwer verletzte Frau stark blutend aus dem Haus in der Bückebergstraße, in dem sie gemeinsam mit ihrem Ehemann zur Miete wohnt, geflüchtet sein und Hilfe in einem Nachbarhaus gesucht haben. In dem Nachbarhaus sei die Frau bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungswagen im Rahmen einer Ersten Hilfe versorgt worden. Die Ehefrau habe 13 Messerstiche erlitten, dabei seien Lunge und Leber verletzt worden, berichtete die Zeugin.

Der Ehemann sei dann aus dem Haus, in dem sich die Mietwohnung befindet, auf die Außentreppe getreten und habe eine Bierflasche auf dem Pflaster der Einfahrt zerschlagen. Kurz darauf habe er sich selbst mit beiden Händen ein Messer „bis zum Anschlag“ in den Bauch gerammt, schilderte die Augenzeugin gegenüber unserer Zeitung. Bei dem Messer soll es sich um ein „langes Küchenmesser“ gehandelt haben.

Keine Minute später seien zwei Polizeibeamte vor Ort gewesen, die den Ehemann unter Androhung von Waffengewalt aufgefordert haben sollen, das Messer wegzuwerfen, die Hände zu heben und auf die Knie zu gehen. Dem soll der Ehemann Folge geleistet haben. Ein Polizist habe dem Täter Handschellen angelegt, während eine Polizistin den Ehemann mit der Dienstwaffe in Schach gehalten habe. Der verletzte Ehemann sei dann begleitet von einem Polizeibeamten mit einem Rettungswagen direkt in ein Krankenhaus transportiert worden.

Die schwer verletzte Ehefrau wurde dagegen kurz nach 21 Uhr mit einem Rettungswagen zu einem Rettungshubschrauber gebracht, der auf einer landwirtschaftlichen Fläche am nördlichen Ortsausgang gelandet war und dort gewartet hatte. Mit dem Rettungshubschrauber wurde die Buchholzerin in das Klinikum Minden geflogen und dort operiert. Beide Eheleute sollen zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung alkoholisiert gewesen sein. Die Polizei war mit vier Streifenwagen vor Ort, dazu kamen der Notarzt und zwei Rettungswagen. Wenig später landete der Rettungshubschrauber. Bis um zwei Uhr in der Nacht dauerten die Ermittlungen am Tatort an. Im Verlauf des Tages waren weitere Kriminalbeamte erneut vor Ort.




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