weather-image
22°
×

Update: SEK-Einsatz in Porta Westfalica - Verdächtiger hatte Waffen und tote Tiere in der Wohnung

PORTA WESTFALICA/AUGSBURG. Zu einem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei ist es am frühen Freitagmorgen im Ortskern von Porta Westfalica-Hausberge gekommen. Dabei wurde ein 37-jähriger Mann in dessen Wohnung an der Schalksburgstraße vorläufig festgenommen. Eine Gefahr für Anwohner bestand nicht. An dem Einsatz waren neben heimischen Polizeikräften auch Beamte einer Verhandlungsgruppe aus Bielefeld beteiligt.

veröffentlicht am 18.10.2019 um 10:26 Uhr
aktualisiert am 18.10.2019 um 19:40 Uhr

Der 37-Jährige steht im Verdacht, am Donnerstag im Laufe des Abends bei zwei bayrischen Polizeidienststelle in Augsburg und im Landkreis Aichach-Friedberg per Telefon angekündigt zu haben, auf deren Dienststelle zu kommen und sich dort erschießen lassen zu wollen. Zudem behauptete der zunächst anonyme Anrufer, dass er im Besitz einer selbst gebauten Maschinenpistole sei. Diese gegen 17.30 Uhr bei der Polizeiinspektion (PI) Friedberg und anschließend gegen

23.45 Uhr bei der PI Augsburg Mitte eingegangenen Telefonate mit nahezu identischem Inhalt lösten dort einen massiven Polizeieinsatz aus. Auch hier war ein SEK im Einsatz.

 

Bei der Suche nach dem unbekannten Anrufer ergaben sich im Laufe der Nacht eindeutige Hinweise auf die Anschrift in Porta Westfalica.

Daraufhin informierten die bayrischen Beamten die heimische Kreispolizeibehörde. Gegen 7.30 Uhr griff das SEK aus Bielefeld schließlich zu und drang in die Wohnung des 37-Jährigen ein.

 Derzeit befindet sich der Verdächtige im Polizeigewahrsam in Minden. Kriminalbeamte untersuchen gegenwärtig dessen Wohnräume und sichern Spuren. Über die Ergebnisse der weiteren Ermittlungen und die möglichen Hintergründe hält sich die Polizei derzeit noch bedeckt.

 

Update: Zeugen berichten, dass weite Bereiche rund um die Hauptstraße in Hausberge abgesperrt gewesen sein. Gegen 8 Uhr seien die Einsatzkräfte dann vom Einsatzort abgezogen. mt

Update: Der 37-Jährige bestreitet energisch die Vorwürfe, er sei der anonyme Anrufer gewesen. Ein Zeuge gab bei den Ermittlern an, er sei mit dem Mann bis Mitternacht zusammen gewesen. Ihm seien keine Anrufe des Mannes aufgefallen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde der 37-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen sind damit aber nicht abgeschlossen.

 Bei einer rund fünfstündigen Wohnungsdurchsuchung des Verdächtigen fanden die Beamten rund 30 erlaubnisfreie Kurzwaffen samt der dazugehörigen Munition sowie einige Armbrüste und Blasrohre. Scharfe Waffen befanden sich nicht in der Wohnung. Ebenso sichergestellt wurden mehrere Handys und Laptops des Mannes. Deren Auswertung durch die Ermittler wird einige Tage in Anspruch nehmen.

Zudem fanden die Beamten diverse verendete Tiere, wie eine Schlange, mehrere Skorpione und Spinnen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Porta Westfalica wurden informiert und verschafften sich vor Ort ein Bild.

Der bei der Festnahme unverletzt gebliebene 37-Jährige ist für die Polizei Minden-Lübbecke kein Unbekannter. Bereits Mitte August des vergangenen Jahres war es schon einmal zu einem SEK-Einsatz bei ihm gekommen. Konkrete Hinweise, dass sich der Mann etwas antun wollte und Waffen habe, lösten seinerzeit die Polizeiaktion aus. Später gab der 37-Jährige an, dass es sich bei den bei der Polizei eingegangenen Hinweisen um ein "Missverständnis" gehandelt hätte. Schon bei diesem Einsatz befanden sich zahlreiche erlaubnisfreie Waffen in dessen Wohnung.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige