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UPDATE: Verfolgungsjagd endet mit Unfall und Pistolenschuss in Möllenbeck

MÖLLENBECK. Dramatische Stunden am Freitagabend gegen 22.30 Uhr im Klosterdorf. Mehrere Streifwagen der lippischen Polizei befanden sich bereits in einer wilden Verfolgungsjagd, als sie die Landesgrenze nach Niedersachsen überquerte. Mitten in Möllenbeck, auf Höhe der Hildburgstraße, geriet das Fluchtfahrzeug von der Straße ab und krachte Frontal in eine Leitplanke. Der Verfolgte flüchtete zu Fuß weiter, Anwohner hörten sogar einen Schuss. Schließlich wurde der Mann von der Polizei auf einem Carport-Dach gefunden und festgenommen.

veröffentlicht am 02.04.2019 um 12:44 Uhr
aktualisiert am 02.04.2019 um 17:13 Uhr

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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
Obwohl sich die Verfolgungsjagd bereits am Freitagabend abgespielt hat, hielt sich die Polizei bis Dienstagnachmittag bedeckt. Erst auf mehrfache Nachfrage im Zuge der Recherche unserer Zeitung gab die Polizeidirektion Lippe schließlich eine Pressemitteilung heraus. Darin erklärt Pressesprecherin Kathryn Landwehrmeyer: Im Rahmen der Fahndung nach dem Flüchtligen Sicherheitshäftling Daniel Vojnovic, bemerkten Polizeibeamten vor sich den gesuchten BMW. Vojnovic ist 31 Jahre alt und gilt als sehr gefährlich. Er ist mehrfach vorbestraft unter anderem, weil er einem Türsteher in Porta Westfalica ins Bein geschossen hat. Während eines Besuchs bei seinen Eltern entkam er den Beamten und ist seitdem auf der Flucht.

Aufmerksame Zeugen meinten, den 31-Jährigen in einem BMW erkannt zu haben. Sie meldeten sich bei der Polizei, die den BMW-Fahrer zur Rede stellen wollten. Der Fahrer beschleunigte beim Erblicken des Streifenwagens massiv und flüchtete augenscheinlich mit Vollgas vor der Polizei.

Die Polizisten schalteten das Blaulicht und Martinshorn an und nahmen die Verfolgung auf. In einer engen Kurve zwischen Langenholzhausen und Möllenbeck geriet der BMW aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit mehrfach ins Schleudern. Durch Fahren von Schlangenlinien verhinderte er zudem ein Überholen des Streifenwagens, berichtet die Polizei. In Höhe der Einmündung der Hildburgstraße kam der BMW von der Straße ab. Der Fahrer verließ unverletzt das beschädigte Auto und flüchtete zu Fuß weiter, obwohl ihn die Polizisten zum Stehenbleiben aufforderten, sagt Pressesprecherin Kathryn Landwehrmeyer. Zu diesem Zeitpunkt vermuteten die Polizeibeamten, dass es sich bei dem Flüchtigen um den gesuchten Häftling handelt, betont sie. Ein Polizeibeamter rief ihm zu sofort, stehen zu bleiben, sonst werde er schießen. Danach gab er einen Warnschuss in den Boden ab. Der Flüchtige reagierte trotzdem nicht, sondern lief weiter auf das Gelände einer Schule zu. Er versuchte sich auf einem Carport in der Hildburgstraße zu verstecken. Dort konnte er von Polizisten gestellt werden, die die Fahndung unterstützt hatten. Bei dem flüchtigen Fahrer handelte es sich letztlich nicht um den Gesuchten, sondern um einen 29-Jährigen aus dem Kreis Lippe, der allerdings in Größe und Statur dem flüchtigen Daniel Vojnovic durchaus ähnlich gewesen sei. Der Mann war vor der Polizei geflohen, da er keinen gültigen Führerschein hatte und zudem unter Drogeneinfluss stand. Sein Fluchtfahrzeug erlitt einen Totalschaden.

Die Polizei Rinteln nahm den Unfall des BMW auf, war aber ansonsten in die Verhaftung und die Verfolgungsjagd nicht involviert, bestätigt Pressesprecher Axel Bergmann. Nach der Festnahme unterstützten die Beamten bei der Entnahme einer Blutprobe. Der Mann wurde nach seiner Verhaftung von der Polizei in ein Krankenhaus gefahren. Der Warnschuss wurde nicht von einem Rintelner Polizisten abgegeben.

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Dass die Polizei erst vier Tage nach der spektakulären Verfolgung die Öffentlichkeit informierte erklärt Landwehrmeyer mit den unterschiedlichen Zuständigkeiten im Grenzgebiet zwischen Lippe und Schaumburg. „Das ist für uns normal.“ Einen Zusammenhang mit dem abgegeben Warnschuss streitet sie ab, auch die Staatsanwaltschaft ermittle derzeit nicht.

Derzeit steht die Kreispolizei Lippe wegen des Umgangs mit dem Missbrauchsfall in Lügde unter Kritik. Selbst NRW-Innenminister Herbert Reul hatte ihnen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Möglicherweise ist man daher in der Kreispolizei derzeit besonders sensibel.




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