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Wer war der geheimnisvolle Besucher?

„Verdeckte Ermittlungen“: Mord an Walter S. gibt weiter Rätsel auf

FISCHBECK. Mehr als ein halbes Jahr nach dem Mord an Walter S. aus Fischbeck führt die Mordkommission „Keller“ der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden immer noch verdeckte Ermittlungen durch. Kriminalisten gehen mehreren Spuren nach. Einige Nachforschungen sind sehr zeitintensiv. Bislang hat die Polizei noch keinen Tatverdächtigen festgenommen. Das bedeutet allerdings nicht, dass bislang niemand ins Visier der Fahnder geraten ist. Details zu den laufenden Ermittlungen möchte die Staatsanwaltschaft Hannover derzeit nicht mitteilen – „aus kriminaltaktischen Gründen“, wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge auf Nachfrage der Dewezet mitteilt.

veröffentlicht am 11.11.2020 um 12:02 Uhr
aktualisiert am 11.11.2020 um 12:33 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Chefreporter zur Autorenseite

Der wohlhabende Rentner war im Erdgeschoss seines Vierparteienhauses an der Bahnhofstraße erschossen, seine Leiche am Nachmittag des 1. Mai entdeckt worden. Immer noch unbekannt ist, wer Walter S. am Vormittag des 30. April besucht hat. Die Person hat sich bis heute nicht gemeldet. Entweder der geheimnisvolle Besucher hat noch gar nicht aus den Medien erfahren, dass er gesucht wird – oder er will nicht gefunden werden.

Um das mysteriöse Verbrechen einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen, soll der Kriminalfall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vorgestellt werden – am 10. März 2021. Die Ermittler haben einige Informationen preisgeben, damit die Filme-Macher ein Drehbuch schreiben können. Versteht sich von selbst, dass die Mordkommission den Fernsehleuten nicht alle Details verraten haben, denn: Noch muss über einige Ermittlungsergebnisse Stillschweigen bewahrt werden. Der Mörder soll schließlich nicht aus der TV-Sendung erfahren, was die Mordfahnder bereits über ihn wissen – und was sie vorhaben. Offenbar wird nicht an Originalschauplätzen, sondern überwiegend im Studio und an anderen Orten gedreht.

Warum der Rentner getötet wurde, ist noch unbekannt? Hat er sich mit den falschen Leuten eingelassen? Ist der Senior Opfer eines Raubüberfalls geworden? Es gibt Details, die den Schluss zulassen, dass sich Täter und Opfer kannten. Möglicherweise war es aber nur eine flüchtige Bekanntschaft. Hinweise auf einen Einbruch gibt es jedenfalls nicht. Die Art der Tötung lässt gewisse Schlüsse zu – die Umstände sind verstörend, eine solche Tathandlung kommt relativ selten vor. Die Mordermittler haben bei der akribischen Spurensicherung offenbar etwas gefunden, das vom Mörder stammt.

Wurde ermordet: Walter S. (71) aus Fischbeck. Foto: Polizei

Die Waffe, mit der Walter S. erschossen wurde, ist verschwunden. Es könnte sein, dass sich die Pistole immer noch im Besitz des Mörders befindet. Vielleicht hat der Täter die Schusswaffe aber auch entsorgt oder versteckt.

Der 71 Jahre alte Walter S. vermietete Wohnungen. Er soll ein Faible für historische VW-Bulli gehabt haben. Bei dem Treffen am 30. April ging es nach Informationen unserer Zeitung um Autoteile. Sollte der Besucher nichts mit dem Tod des Rentners zu tun haben, sollte er sich mit der Mordkommission (Telefon 05151/933-222) in Verbindung setzen, denn: Der Unbekannte kann der Polizei dabei helfen, den Tagesablauf von Walter S. zu rekonstruieren.

Dass dieser Mordfall nicht einfach aufzuklären ist, weiß Friederike Riemer, Chefin der Sonderabteilung zur Bekämpfung von Kapitaldelikten bei der Staatsanwaltschaft Hannover, die im engen Kontakt mit den Ermittlern in Hameln steht. Die Oberstaatsanwältin leitet die komplizierten Ermittlungen. Im Moment sieht es so aus, als müssten die Mordfahnder um den Ersten Kriminalhauptkommissar Markus Schwarz auf Kommissar Zufall setzen oder auf den entscheidenden Hinweis aus der Bevölkerung warten.




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