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Männergesangverein ist Geschichte

Polyhymnia-Schiff nimmt Frauen an Bord

MÖLLENBECK. Der reine Männergesangverein Möllenbeck ist Geschichte, denn mittlerweile singen nicht nur Frauen mit, sie besetzen auch Vorstandsämter.

veröffentlicht am 09.02.2017 um 17:32 Uhr

Der aktuelle Polyhymnia-Vorstand (hinten v. l.) mit Lutz Fieberg (Schriftführer), Beatrix Albers-Amelung (neue zweite stellvertretende Vorsitzende), Rainer Brückner (Erster Vorsitzender), Hartmut Greimeier (stellvertretender Vorsitzender) sowie Karl-
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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MÖLLENBECK. Seit Gründung im Jahr 1900 hatte der Männergesangverein Polyhymnia Möllenbeck ausschließlich Männer an Bord. Ausnahme: Schon seit vielen Jahren haben Chorleiterinnen das musikalische Kommando über die Polyhmnianer. Mit Genehmigung der neuen Satzung am 26. September 2016 ist aber nichts mehr so, wie es einmal war. Die Möllenbecker Sängerwelt verändert sich zurzeit grundlegend mit der Umwandlung zum gemischten Chor.

Mit der Einbeziehung von Sängerinnen hatte auch die Jahresversammlung ganz neue Aspekte. Dabei zeigte nicht nur der rappelvolle Konfirmandenraum im Kloster Möllenbeck deutlich an: Das Polyhymnia-Schiff ist auf neuem Kurs zu neuen Ufern.

„Wir haben wirklich einen tollen Neuanfang hingekriegt“, setzte Vorsitzender Rainer Brückner gleich zur Eröffnung der „Generalversammlung“ die Zeichen auf „weiter so“. Die Satzungsänderung eröffne neue Möglichkeiten: „Wir sind im letzten Jahr zwölf Mitglieder mehr geworden. 23, das ist doch eine sehr, sehr schöne Zahl.“

Als reiner Männerchor wäre der MGV Polyhymnia Möllenbeck nicht mehr singfähig gewesen, zog der Vorsitzende den Schlussstrich unter 116 Jahre Geschichte. Die geht jetzt unter geänderten Vorzeichen nicht nur weiter, sondern sogar auch unter dem gewohnten Kürzel MGV. Das steht neuerdings aber nicht mehr für Männergesangverein sondern für Möllenbecker Gesangverein.

„Trotz erfolgreicher Auftritte, der MGV hat sich aufgelöst, weil unter anderem „die Tenöre fehlen“. Nataly Olthoff, die Leiterin des jetzt gemischten Chores, äußerte mit ihrem Bedauern gleichzeitig einen Vorschlag, die alte Sängerherrlichkeit wenigstens noch gelegentlich wieder aufleben zu lassen. So könnten die Männer ohne Weiteres „eventuell kleinere Auftritte in Altenheimen“ als einstimmiger Chor bestreiten.

Neben der Chormusik im Kloster als Magnet für reguläre Chöre haben die Polyhymnianer jüngst mit dem Projekt „Hofgarten singt“ ein Mitmach-Konzert für Singfreudige ins Leben gerufen. „Mit überraschend vielen Gästen“ im vorigen Jahr, unterstrich Brückner, dass sich auch im kommenden Sommer wieder ein Spontan-Chor im Hofgarten am Kloster Möllenbeck zusammenfinden soll.

Die Umwandlung zum gemischten Chor muss sich folgerichtig auch in der Zusammensetzung des Vorstandes ausdrücken, regte der Vorsitzende Rainer Brückner vor der Neuwahl der Vereinsleitung an, Positionen mit Sängerinnen zu besetzen. Mit Beatrix Albers Amelung (neue zweite stellvertretende Vorsitzende) und Petra da Silva (stellvertretende Schriftführerin) setzte die Hauptversammlung den Vorschlag umgehend um.

Weiter im Amt bleiben nach ihrer Wiederwahl: Rainer Brückner (Vorsitzender), Hartmut Greimeier (stellvertretender Vorsitzender), Lutz Fieberg (Schriftführer) sowie Karl-Heinz Wessel und Karl Matzker (Kassierer).

Seit je 25 Jahren sind Werner Begemann und Willi Reese Polyhymnia-Mitglieder. Seit je 30 Jahren gehören Elisabeth Requardt und Werner Buchholz dazu. Und Thomas Drescher zählt seit 40 Jahren zu den aktiven Chormitgliedern.




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