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Geduldsprobe für die Ohren – Weihnachtslieder wie etwa „Last Christmas“ und „Feliz Navidad“

24 Fakten und Anekdoten zum Fest

Wo steht der größte Christbaum? Wie viele Wunschzettel erhält der Weihnachtsmann? Und wie weit muss man eine Fichte werfen, um sich Weltmeister im Weihnachtsbaumwerfen nennen zu können? Die Antworten liefert auf zwei Seiten diese Auflistung nicht alltäglichen Wissens.

veröffentlicht am 24.12.2018 um 11:00 Uhr

Der Weihnachtsmann – die Farbe seines Gewandes ist aus einer Werbekampagne eines großen Getränkeherstellers hervorgegangen. Foto: dpa

Autor:

Marek Majewski

Weihnachten ist bereits allgegenwärtig: Fußgängerzonen erstrahlen im Licht der Dekoration, in Geschäften türmt sich das festliche Sortiment und Kinder schreiben schon seit Wochen fleißig Wunschzettel. Zudem gibt es eine Reihe erstaunlicher Rekorde, kurioser Anekdoten und jede Menge Schlaumeier-Wissen zum Fest:


1. Der größte Christbaum

Der laut Guinness-Buch der Rekorde größte Weihnachtsbaum der Welt überragte selbst so manches Hochhaus: angeblich 67,36 Meter. Er stand 1950 in Seattle (USA). In Deutschland brüstet sich Dortmund mit dem vermeintlich größten Weihnachtsbaum der Welt. Der 45 Meter große „Baum“ ist jedoch ein Konstrukt aus 1700 einzelnen Rotfichten.

Eine Studie im Auftrag eines Energieunternehmens beziffert in Deutschland 17 Milliarden Lämpchen. Foto: dpa-Zentralbild


2. Welche Bedeutung haben die Adventssonntage?

In der Adventszeit hat jeder Sonntag eine eigene Stellung. Der erste Advent steht bei Protestanten für den Einzug Jesu in Jerusalem. Die weiteren Sonntage sind der Wiederkunft Christi, Johannes dem Täufer und Maria gewidmet – bei Katholiken gibt es Abweichungen.


3. Guten Appetit – Essen in Massen

In der Weihnachtszeit schlagen sich viele hemmungslos die Bäuche voll. Doch selbst für größte Mägen dürften diese Mahlzeiten zu riesig sein: Das Guinness-Buch listet als Rekordnaschereien etwa einen 651 Kilo schweren Pfefferkuchenmann aus Norwegen, einen fünf Meter großen Schoko-Nikolaus aus Italien und einen 3,28 Tonnen schweren englischen Weihnachtspudding auf.

4. Emsige Schreiberlinge

Kinder können ganz schön eifrig sein: Zehntausende Wunschzettel sind bereits bis Mitte November in den offiziellen Weihnachtsfilialen der Post eingegangen. Manche Punkte sind ziemlich ernst: kein Krieg im Jemen und keine Plastikflaschen mehr im Meer – das wollen etwa Basti und der neunjährige Symon. 2017 gingen fast 580 000 Briefe ein.


5. Ein Weihnachtsbaum als Beleg für Korruption?

Ein Plastikweihnachtsbaum für stolze 83 000 Euro hat vergangenes Jahr in der serbischen Hauptstadt Belgrad zu Spott und Kritik geführt. Der 18 Meter hohe Baum sei „nur die Spitze des gewaltigen Eisbergs von Korruption“, schrieb die größte örtliche Zeitung „Blic“. Schon drei Tage vor Ablauf der Ausschreibung sei der Baum dann aufgestellt worden.


6. Der Weihnachtsmann – die Erfindung eines Getränkeherstellers?

Nicht ganz: Zwar ist das typische rot-weiße Gewand stark von einer erfolgreichen Werbekampagne eines Getränkeherstellers geprägt worden, doch ist er keine Erfindung des Konzerns. Das Aussehen variierte noch bis ins 20. Jahrhundert. Sein Mantel war damals etwa auch blau oder braun. In Deutschland vereinte der Weihnachtsmann bereits im 19. Jahrhundert etwa Elemente von Nikolaus und Knecht Ruprecht.

7. Weihnachtsmusik – kein Grund zur Anzeige

Seit Anfang November mit „Last Christmas“ oder „Feliz Navidad“ beschallt zu werden, kann nerven. Gesetzeswidrig ist das aber nicht. Polizisten in Bayern twitterten 2017 ein Foto aus einer Wache: An einer Trennscheibe war ein Aushang „Nervige Weihnachtslieder sind kein Grund, Anzeige zu erstatten. Ihre Polizei“ angebracht.


8. Streit im Baltikum – woher kommt der erste Weihnachtsbaum?

Das Fest der Liebe ist nicht nur in vielen Familien Auslöser für Zwist: Riga (Lettland) und Tallinn (Estland) beanspruchen den ersten Weihnachtsbaum der Welt für sich. Forscher sind sich uneins. 1510 hätten Kinder in Riga eine Tanne per Zufall geschmückt. Schon 1441 soll jedoch in Tallinn ein Baum verziert worden sein. Ob es aber eine echte Tanne oder ein Holzkonstrukt war, ist unklar.


9. Wer hat den schönsten?

In Italien zanken sich Mailand und Rom seit Jahren, wer den schöneren Weihnachtsbaum hat. Der Hauptstadtbaum stand nun zwei Jahre in Folge wegen seines Aussehens in der Kritik. Der gebürtige Mailänder und jetzige Innenminister Matteo Salvini hat 2017 angeboten, Rom dieses Jahr einen zu schenken. Seine Partei propagiert unter anderem die Überlegenheit des Nordens gegenüber dem Süden.

10. Grenzen der Beleuchtung

Weihnachtliche Deko, die fremde Schlafzimmer ausleuchtet, sollte spätestens ab 22 Uhr ausgeschaltet werden. Sonst dürfen sich Nachbarn beschweren. Auf Geschmack kommt es allerdings nicht an, erklärt der Verband Haus & Grund. Mit kitschigen oder hässlichen Rentieren oder Eisschlössern müssen Nachbarn leben.


11. Festlicher Stromverbrauch einer Großstadt

Rechnerisch entsprach der Stromverbrauch für Weihnachtsdeko laut einer YouGov-Umfrage von 2017 dem Jahresverbrauch einer Stadt so groß wie Mainz. Die Studie im Auftrag eines Energieunternehmens beziffert zudem 17 Milliarden Lämpchen, die über Deutschland erstrahlen.


12. Sinnlich statt besinnlich

In Deutschlands größter Hansestadt wird zu „Hamburgs geilstem Weihnachtsmarkt“ eingeladen. Auf dem Santa-Pauli-Weihnachtsmarkt an der Reeperbahn sind abends zur vollen Stunde etwa Stripshows geplant. Natürlich in einem Zelt, das nur für Volljährige zugänglich ist.


13. Glück für Gefangene

Dank der in den meisten Bundesländern üblichen Weihnachtsamnestie dürfen Jahr für Jahr mehrere Hundert Häftlinge etwas früher das Gefängnis verlassen. Etwa im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen kamen bis Ende November 501 Strafgefangene vorzeitig frei, wie es aus dem Justizministerium in Düsseldorf hieß.


14. Geduldsprobe für viele Kinder

Eine üble Geduldsprobe für Kinder, die auf Geschenke warten: Ein Teil der christlich-orthodoxen Kirchen begeht die Geburt Jesu 13 Tage nach dem deutschen Weihnachtsfest. Etwa in Russland richten sich die Feierlichkeiten nach dem julianischen Kalender. Die Westkirchen haben hingegen den gregorianischen Kalender als Grundlage.


15. Vier Jahre Krieg – ein paar Tage Frieden

Ohne Erlaubnis ihrer Oberkommandos unterbrachen deutsche und britische Soldaten am 24. Dezember 1914 an einigen wenigen Schützengräben im Ersten Weltkrieg das gegenseitige Abschlachten. Vermutlich ging die kurze Versöhnung vom belgischen Ypern aus. Der Frieden hielt nur Tage und blieb ein Unikum im Krieg.

16. Jesu Geburtstag – eine politische Provokation

An welchem Tag Jesus geboren wurde, ist unbekannt – das genaue Jahr historisch umstritten. Im 4. Jahrhundert legten die Christen den Geburtstag von Jesus provozierend auf den Feiertag des römischen Sonnengottes Sol Invictus. Dies habe die Opposition gegen die heidnische Religion zum Ausdruck gebracht, sagt der Theologe Rainer Kamp-ling.


17. Ochs und Esel – eine Lüge?

Ochse und Esel kommen in den Berichten des Neuen Testaments über die Geburt von Jesus überhaupt nicht vor, sondern nur in der zeitgenössischen Parallel-Literatur zur Bibel – den Apokryphen. Dort wird zudem die orthodoxe Tradition aufgenommen, dass Jesus in einer Höhle geboren worden sei, schreibt der Theologe Thomas Söding.


18. Das große Werfen – höher, besser, weiter

Die Teilnehmer der Weltmeisterschaft im Weihnachtsbaumwerfen in Rheinland-Pfalz müssen eine Fichte wie einen Speer werfen, wie einen Hammer schleudern und über eine Latte für Hochsprung stoßen. Die Einzelwerte werden addiert. Der Sieg konnte vergangenes Mal mit einer Gesamtweite von 22,47 (Männer) und 14,38 Metern (Frauen) erlangt werden.


19. Man ist, was man isst?

Eine einheitliche Weihnachtsmahlzeit gibt es in Deutschland nicht und gab es auch noch nie, wie Kulturwissenschaftler sagen. Das rührt von der Geschichte Deutschlands als Flickenteppich an Traditionen her. Am häufigsten (40 Prozent) kommt zu Heiligabend der Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat auf den Tisch. Das ergab eine repräsentative Umfrage der „Apotheken Umschau“ vor drei Jahren.

20. Weihnachtsbäume im Oktober

Bereits seit Oktober konnten in einem Supermarkt in Bangkok (Thailand) Weihnachtsbäume bestellt werden – für umgerechnet 260 Euro. Echte Tannenbäume sind dort schwer zu finden. Viele Ausländer weichen deshalb auf Plastikbäume oder weihnachtlich dekorierte Palmen aus.

21. Ursprung des Adventskalenders

Seit etwa 1850 gab es „Adventszeitmesser“ als Abrisskalender oder Weihnachtsuhren. Der erste gedruckte, noch fensterlose Adventskalender ging Anfang des 20. Jahrhunderts auf einen Münchner Verleger zurück. Um 1920 erschienen die ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen.

22. Ziemlich viel Zaster – Deutsche und Weihnachtsgeschenke

Auch in diesem Jahr werden Kunden in Deutschland voraussichtlich Milliarden für ihre Weihnachtsgeschenke ausgeben. Je nach Umfrage sagten Bundesbürger voriges Jahr, dass sie 465 Euro beziehungsweise 266 Euro ausgeben wollten. Dieses Weihnachten könnte es noch mehr werden.

23. Massenrekorde statt Massenkonsum

Weihnachten ist nicht nur Massenkonsum, das Guinness-Buch der Rekorde listet auch jede Menge Massenrekorde auf: 2014 versammelten sich in Bangkok (Thailand) 1762 Weihnachtselfen, 2015 kamen 3473 Menschen in Weihnachtspullis in Kansas (USA) zusammen und in Indien trugen vor vier Jahren gleichzeitig 18 112 Menschen ein Weihnachtsmannkostüm.


24. Den ersten Adventskranz gab es in Hamburg

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in einem Hamburger Jugendheim den wohl ersten Adventskranz. Der Brauch verbreitete sich dann schnell im protestantischen Norddeutschland. Im eher katholisch geprägten Süden wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg heimisch.




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