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Wenn Kristalle brechen

Darum knirscht der Schnee unter den Füßen

Wer sich die perfekte Winterlandschaft vorstellt, malt sich wahrscheinlich vor allem eines aus: eine dichte, weitläufige Schneedecke, die bei jedem Schritt unter den Füßen knirscht. Doch woher kommt eigentlich dieses schneetypische Geräusch?

veröffentlicht am 19.01.2019 um 10:00 Uhr

Mit jedem Schritt werden Millionen Kristallverbindungen im Schnee zerbrochen. Foto: Pixabay
Die Eiskristalle brechen, der Schnee knirscht

„Schnee besteht zu 90 Prozent aus Luft und ist aufgrund seiner geringen Dichte eigentlich ein perfekter Schalldämpfer“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Doch warum kommt es bei Betreten der Schneedecke zu den knirschenden Schrittgeräuschen? „Ist der Schnee gefallen, verändern nach einiger Zeit die Eiskristalle ihre Struktur. Je länger der Schnee am Boden liegt, desto mehr fügen sich die Schneeflocken zu einem festen Netzwerk zusammen“, sagt Wetterexperte Habel und ergänzt: „Tritt man nun auf den Schnee, brechen die Kristallverbindungen. Ein einziger Bruch wäre dabei für unsere Ohren zu leise. Da aber mit jedem Schritt Millionen dieser Verbindungen gleichzeitig zerbrechen, entsteht das für Schneespaziergänge so typische Knirschen.“

Je kälter, desto lauter der Schnee

Neben dem Alter beeinflusst auch die Temperatur des Schnees die Lautstärke des Knirschens. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind die Eiskristalle flexibel und können sich trotz des Druckes unserer Füße verformen. Ab etwa minus sieben Grad hingegen werden die Kristalle spröde und können scharf abbrechen. „Je kälter es ist, desto lauter knirscht es beim Gang über die Schneedecke“, fasst Meteorologe Matthias Habel zusammen. „Taut der Schnee, lassen sich die Kristalle durch das Schmelzwasser wieder mühelos gegeneinander verschieben. Das Knirschen wird leiser, bis der Schnee irgendwann ganz geschmolzen ist.“

red




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