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Fragen und Antworten rund um die Corona-Impfung

Im Umgang mit der Corona-Pandemie werden große Hoffnungen in die Impfungen gesetzt. Gleichzeitig wirft dieses Thema auch eine ganze Reihe von Fragen auf. Wir haben die Internetseiten der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts nach Informationen durchsucht und geben hier einen Überblick rund um die Corona-Impfung.

veröffentlicht am 25.11.2020 um 11:00 Uhr
aktualisiert am 11.03.2021 um 19:23 Uhr

Welche Impfstoffe stehen schon zur Verfügung?

In der Europäischen Union sind bislang (Stand 11.3.2021) vier Impfstoffe zugelassen. Der erste zugelassene Impfstoff war der des Mainzer Unternehmen Biontechs und des US-Pharmaunternehmens Pfizer. Anfang Januar wurde dem Impfstoff des US-Konzerns Moderna in Europa die Zulassung erteilt. Dann erhielt der Impfstoff von Astrazeneca die europäische Zulassung. Zuletzt hat die Europäische Union das Mittel des US-Herstellers Johnson & Johnson zugelassen. Einen Überblick über weltweite Impfstoff-Projekte gibt die Weltgesundheitsorganisation.

Wer soll geimpft werden?

Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Ethikrats und der Leopoldina ein Konzept entwickelt, in welcher Reihenfolge in Deutschland geimpft werden soll. Grundsätzlich gilt: Besonders gefährdete Gruppen - Risikogruppen und das medizinische Personal - sollen zu denen gehören, die zuerst geimpft werden.

Wie laufen die Impfungen?

In Deutschland wurde am 26. Dezember 2020 zuerst in einem Altersheim in Sachsen-Anhalt geimpft. Offizieller Impfstart in vielen weiteren Bundesländern war dann der 27. Dezember. Am 30. Dezember wurde in Niedersachsen mit den Impfungen begonnen - der Landkreis Hameln-Pyrmont war am 4. Januar mit den ersten knapp 1000 Dosen versorgt und mobile Impf-Teams sind seit dem 5. Januar in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern im Einsatz. Auch im Landkreis Lippe wurde zunächst nur durch mobile Teams geimpft. Seit Februar sind die Impfzentren geöffnet.

Ab wann wird in den Impfzentren geimpft?

Das Impfzentrum am Reimerdeskamp in Hameln ist am 17. Februar an den Start gegangen. Das Impfzentrum im Landkreis Lippe (Phoenix Contact-Arena) sollte eigentlich am 15. Januar öffnen. Da jedoch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung stand, waren zunächst nur mobile Impfteams im Einsatz. Seit dem 8. Februar wird im Impfzentrum in Lippe geimpft.

Wie kann ich mich für eine Impfung im Impfzentrum anmelden?

Die seit Mitte Dezember geschaltete Hotline des Landes Niedersachsen war zunächst nur für allgemeine Fragen zum Impfen montags bis samstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr unter der Nummer 0800 9988665 erreichbar. Seit dem 28. Januar 2021 können über die Hotline auch Termine für die Impfung im Impfzentrum vereinbart werden. Auch über die Internetseite www.impfportal-niedersachsen.de ist die Vereinbarung eines Impftermins sowie ein Eintrag auf der Warteliste möglich.

Seit Montag, 25. Januar 2021, ist es in Nordrhein-Westfalen für Personen ab 80 Jahren möglich, sowohl online als auch telefonisch Impftermine in den Impfzentren zu buchen. Dafür wurden ausschließlich für NRW zwei neue, kostenlose Telefonnummern eingerichtet: 0800 116 117-01 (für das Rheinland) und 0800 116 117-02 (für Westfalen). Mit der Bereitstellung der beiden 0800er-Nummern soll die für Terminbuchungen ebenfalls zur Verfügung stehende 116 117 entlastet werden. Eine Onlinebuchung ist seit dem 25. Januar 2021 über die Internetseite www.116117.de möglich.

Wie läuft die Impfung im Impfzentrum ab?

Im Impfzentrum müssen mehrere Stationen durchlaufen werden, wie diese Grafik und ein Video aus dm Impzentrum in Hameln zeigen:

Wer bezahlt die Impfung?

Die Impfung zahlt die Krankenkasse, der Versicherte muss nichts bezahlen.

Gibt es eine Impfpflicht?

Nein, es wird keine Impfpflicht geben, betont die Bundesregierung und führt dazu auf ihrer Internetseite folgendes Zitat von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am 15. September an: „Es wird zu einer freiwilligen Impfung kommen. Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel einer ausreichend hohen Impfquote freiwillig erreichen - mit einer hohen Akzeptanz für Impfungen.“ Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland grundsätzlich nicht, heißt es weiter. Davon ausgenommen sei nur die von der der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Masern-Impfung, die seit dem 1. März 2020 bei allen Kindern ab dem ersten Geburtstag beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule vorgewiesen werden muss.

Wie funktioniert der Impfstoff?

Wie läuft der Zulassungsprozess?

Wie jeder andere Impfstoff, wird auch ein neuer Impfstoff, der vor der Infektion mit dem SARS-CoV-2 schützen soll, intensiv geprüft. Die verschiedenen Impfstoff-Kandidaten durchlaufen jeweils streng kontrollierte Prozesse. Es gibt dafür klare gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben, bevor sie zur Anwendung am gesunden Menschen kommen. Das Zulassungsverfahren für einen Impfstoff ist – national oder auch international – ein aufwändiger Prozess und unterliegt strengen wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Kontrollen. Detaillierte Informationen gibt es unter anderem auf der Internetseite der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen.

Warum geht die Impfstoff-Entwicklung so schnell?

Bisher war eine Zeitspanne von der Virusanalyse bis zur Marktzulassung eines Impfstoffs mit 15 bis 20 Jahre als realistisch anzusehen, schreibt das Robert-Koch-Institut. Neue Technologien und Erfahrung mit Impfstoffen gegen ähnliche oder verwandte Viren (z.B. MERS-CoV) würden eine schnellere Entwicklung jedoch nicht unwahrscheinlich machen. Forscherinnen und Forscher fangen im Fall von Corona also nicht bei null an. Andere Coronaviren wie MERS und SARS kennen sie bereits. Darum gab es auch relativ rasch einen diagnostischen Test.

Quellen: Bundesregierung, Robert-Koch-Institut, dpa



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