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Interhelp-Einsatz

Kostenlose Brillen und medizinische Versorgung: Hilfe für Nepal

25 Freiwillige, fünf Ärzte und 15 Pflegekräfte kümmern sich in Nepal um Menschen, die sich keine medizinische Versorgung leisten können. Das erste nepalesisch-deutsche Free Medical Camp ist unter anderem auf Betreiben der Hilfsorganisation Interhelp eingerichtet worden. Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe berichtet von einer Hilfsaktion, bei der zuletzt auch hunderte Brillen aus Hameln und Bückeburg verteilt worden sind.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 12:43 Uhr

Ehrenamtlich im Hilfseinsatz - die Interhelper Alexander zu Schaumburg-Lippe und Ulrich Behmann vermessen und verteilen gemeinsam mit Optikern aus Nepal Hunderte von gebrauchten Brillen aus Hameln und Bückeburg. Foto: Prakash Kuinkel/Interhelp

Autor:

Alexander zu Schaumburg-Lippe

Der alte Mann, Mittsiebziger, ärmlich gekleidet, gebeugt, abgekämpft, atmet hörbar. Er hat eine enorme Strapaze hinter sich. Der Asthma-Kranke hat zwei Stunden gebraucht, um aus dem Dorf Sankhu nach Sunthan, einem Ortsteil von Panauti zu kommen, zu Fuß, über Täler und Berge, in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern. Wie die weitaus meisten Einwohner der abgelegenen Dörfer in den Mittelgebirgen von Nepal besitzt er nur ein Fortbewegungsmittel - die eigenen Füße.

Er und Hunderte anderer Hilfesuchender haben den oft beschwerlichen Weg nach Sunthan auf sich genommen. Hier, in der Shree Sharada Secondary School von Panauti, werden sie umsonst versorgt.

Denn in Sunthan hat Interhelp in Zusammenarbeit mit zwei Kliniken, dem Siddhi Memorial Hospital und dem Masanuga Eye Hospital, unterstützt vom Rotary Club Panauti und seiner Jugendorganisation Rotaract, das erste nepalesisch-deutsche Free Medical Camp eingerichtet. Gynäkologen, Pädiater, Allgemeinmediziner und Augenärzte aus Nepal, insgesamt 25 Freiwillige, fünf Ärzte und 15 Pflegekräfte, arbeiten hier unentgeltlich, um den Ärmsten der Armen Erleichterung zu verschaffen, ihnen die Grundlagen der Zahnhygiene zu vermitteln und allgemeine Gesundheitsvorsorge zu betreiben.

Dem künftigen Rotary-Präsidenten von Panauti, Prakash Kuinkel (28), einem Facharzt für Homöopathie, und dem Interhelp-Vorsitzenden Ulrich Behmann ist es gelungen, die Freiwilligen für diese bisher einmalige Einrichtung in Nepal zu rekrutieren. Das schont unsere aus Spenden erbrachten Vereinsmittel, denn so müssen wir nicht für viel Geld Fachkräfte aus Europa einfliegen. Und deshalb sind die Fachärzte Dr. Bikesh Shrestha, Dr. Bijay Shrestha und Dr. Bibek Shrestha kostenlos im Einsatz, während die junge Zahnärztin Upasana Karmacharya, die soeben ihre Ausbildung beendet hat, ihren kleinen Patienten erklärt, wie sie ihre Zähne zu pflegen haben - eine Fertigkeit, von der viele Kinder noch nie etwas gehört haben.

Aber nicht nur Ärzte und medizinisches Fachpersonal hat Prakash rekrutiert, sondern auch Optiker und deren Auszubildende. Im Health Camp verteilt Interhelp wieder gebrauchte Brillen, die Spender aus Deutschland uns zur Verfügung gestellt haben, zumeist Lesehilfen. Der Optiker Krishna Dhakal vermisst mit seinen Hilfskräften Aayush Poudel und Roshana Bhuju das Sehvermögen und vermerkt die Dioptrien-Werte auf einem Formular. Meine Aufgabe ist es dann, mit Hilfe eines Refraktometers unter den Hunderten von Spenderbrillen die jeweils geeignete zu finden und den Fehlsichtigen auszuhändigen. Überraschenderweise gelingt das in allen Fällen.

Besonders freuen wir uns über das spontane Angebot der Masanuga-Augenklinik, alle Anwesenden, die unter grauem Star leiden, kostenlos zu behandeln. Eine solche Operation kostet um die 150 Euro - unerschwinglich für diese Menschen, die über keinerlei Krankheitsvorsorge verfügen. Interhelp wird den Transport in die Klinik organisieren und finanzieren.

Der Einsatzleiter und Interhelp-Vorsitzende Ulrich Behmann sagt: „Ohne die Hilfe der Rotarier, die Unterstützung zweier Kliniken und der vielen ehrenamtlich tätigen Ärzte, Schwestern, Optiker und der Pharmazeutisch-Technischen-Assistenten hätten wir es nicht geschafft, ein dermaßen professionell durchorganisiertes Health Camp zu errichten.“ Danke an alle Beteiligten! Nächstes Jahr sind wir wieder im Einsatz in Nepal.




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