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Naturfreunde öffnen winterliche Snackbars

Vögel fliegen voll auf Körner: Tipps zur richtigen Fütterung

Winterliche Temperaturen haben Einzug gehalten, die ersten Schneeflocken sind schon gefallen. In der kalten Jahreszeit wollen viele Menschen etwas für die gefiederten Freunde tun und locken sie mit einem Körner-Buffet zu den Futterhäuschen. Finken, Spatzen, Meisen & Co. danken es ihnen mit akrobatischen Flugeinklagen. Biologisch sei die Vogelfütterung nicht notwendig, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Doch bei Frost oder einer geschlossenen Schneedecke, also dann, wenn es zu Nahrungsengpässen kommen kann, sei gegen Füttern nichts einzuwenden.

veröffentlicht am 22.11.2018 um 10:34 Uhr
aktualisiert am 22.11.2018 um 14:22 Uhr

Bergfinken sind bei uns Wintergäste aus dem Norden. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt zirka zehn bis 15 Vogelarten zugute. Allesamt Arten, von denen die meisten eine stabile oder wachsende Populationen haben. Keiner von ihnen soll in seinem Bestand gefährdet sein, zeigen Untersuchungen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen erreicht das Füttern rund ums Haus folglich nicht diejenigen Vögel, die im Mittelpunkt notwendiger Schutzbemühungen stehen.

Die Winterfütterung ist also nur ein kleiner Beitrag zum Artenschutz. Sinnvoll ist sie dennoch. „Menschen können dabei die Vögel aus der Nähe beobachten, und das sogar mitten in der Stadt. So ist das Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt zudem Artenkenntnis“, sagt Nabu-Sprecher Philip Foth.

Die Deutschen sollen im Jahr bis zu 20 Millionen Euro für Vogelfutter ausgeben, zeigen Statistiken. Die Auswahl ist immens. In Bau- und Supermärkten stapeln sich kiloweise abgepackte Futterbeutel, Meisenknödel und Energieblöcke. Welches Futter man den Vögeln anbieten kann, erklärt der Nabu: „Als Basisfutter, das im Zweifel von allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Körnerfressern bevorzugt werden“, weiß Foth.

Amsel und Buntspecht haben Zoff an der Futterstelle. Foto: fn
  • Amsel und Buntspecht haben Zoff an der Futterstelle. Foto: fn
Ein Windzug zerzaust das Gefieder eines Rotkehlchens. Foto: fn
  • Ein Windzug zerzaust das Gefieder eines Rotkehlchens. Foto: fn
Der Grünfink greift gern zu Sonnenblumenkernen. Foto: fn
  • Der Grünfink greift gern zu Sonnenblumenkernen. Foto: fn
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Amsel und Buntspecht haben Zoff an der Futterstelle. Foto: fn
Ein Windzug zerzaust das Gefieder eines Rotkehlchens. Foto: fn
Der Grünfink greift gern zu Sonnenblumenkernen. Foto: fn
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Doch was bietet man hier überwinternden Weichfutterfressern wie Rotkehlchen oder Amseln an? „Für sie kann man Rosinen, Obst Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass das Futter nicht verdirbt“, so der Nabu-Sprecher. Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Letztere sollen nicht in Plastiknetzen verpackt aufgehängt werden. Denn Vögel können sich darin verheddern und sich verletzen. Im schlimmsten Fall kommen sie darin um. Gänzlich ungeeignet sind gewürzte oder gesalzene Speisen. Auch Brot ist nicht zu empfehlen – das quillt im Magen der Vögel auf.

Als Vogelhäuschen bieten sich Futterspender mit Silos an, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. So wird die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern minimiert. Außerdem verdirbt darin das Futter nicht. Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. Geeignete Futtersilos sind wartungsfrei. Darin können Naturfreunde Futter für einen längeren Zeitraum anbieten.

Wer dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwendet, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und täglich nur wenig Futter nachlegen. Aus hygienischen Gründen sollten beim Reinigen Handschuhe getragen werden.

Die Vogelhäuschen sollten an einer übersichtlichen Stelle aufgestellt werden, sodass sich keine Katzen anschleichen können. Zusätzlicher Vorteil eines solchen Standorts: Die Vögel sind gut zu beobachten. Allerdings sollten in einem angemessenen Abstand nach Möglichkeit Bäume oder Büsche stehen. Diese bieten den Vögeln bei eventuellen Attacken von vor Fressfeinden wie dem Sperber Deckung. Denn die kleinen Futterstellenbesucher stehen beim pfeilschnellen Greifvogel ganz oben auf der Speisekarte und werden schnell zur Beute.

Die Geschmäcker der heimischen Vögel sind eindeutig unterschiedlich. Diese Aufzählung zeigt die häufigsten Arten und deren bevorzugtes Futter.

  • Eichelhäher: Erdnüsse, Eicheln, Maiskörner
  • Kohlmeise: gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne
  • Grünfink: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen, Sonnenblumenkerne
  • Stieglitz: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen, Sonnenblumenkerne, Samen abgeblüter Stauden
  • Buchfink: Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse, Bucheckern, ölhaltige Samen
  • Amsel: Äpfel, ungeschwefelte Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren
  • Kleiber: Getreideflocken, Hanf, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne
  • Feldsperling: gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
  • Haussperling: gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beere
  • Rotkehlchen: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett/Talg
  • Blaumeise: Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse
  • Haubenmeise: Fettfutter, Meisenknödel oder -ringe. Nussbruch
  • Kernbeißer: Sonnenblumenkerne, Nüsse, Fettfutter
  • Heckenbraunelle: ölhaltigen Sämereien, sehr feiner Nussbruch, kleine Samen
  • Elster: Erdnüsse, Maiskörner, getrocknete Beere, ungeschwefelte Rosinen
  • Grünspecht: Äpfel, Fett, Fettfutterblöcke mit Erdnüssen oder Mehlwürmern
  • Buntspecht: Fettfutter, Fettfutterblöcke, gefettete Erdnüsse, Meisenknödel



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