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Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Was Pilzsammler beachten sollten

Beim Pilzesammeln kann man viel falsch machen. Der Pilzexperte Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie erklärt was Sammler beachten müssen – und gibt Tipps, wo sie die Gewächse am ehesten finden.

veröffentlicht am 02.10.2018 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 02.10.2018 um 10:16 Uhr

Der Birkenpilz kann gewöhnlich von Juni bis November gesammelt werden. Aufgrund der Trockenheit haben es Pilzsammler in diesem Jahr jedoch schwer. Foto: Pixabay

Autor:

dpa

Wie erkenne ich essbare Pilze? An der Summe aller Merkmale. Man muss sich grundsätzlich in die Pilzkunde einarbeiten – das macht man am besten mit einem Einführungskurs oder besucht eine Pilzwanderung, die Pilzsachverständige durchführen. Solche Fachleute gibt es fast in jedem Landkreis.
Im Solling finden beispielsweise im Oktober mehrere Pilzlehrwanderungen statt.

Woher weiß ich, von welchen Pilzen ich auf jeden Fall die Finger lassen sollte? Auch da gibt es keine allgemeinen Regeln. Es gibt 15 potenziell tödlich giftige Pilzarten in Deutschland. Mit denen sollte man sich schon mal eingehender beschäftigen.

Aber auch mehr als 150 weitere mehr oder minder giftige Arten. Neben Einführungskursen gibt es auch gute Pilz-Literatur. Grundsätzlich gilt: Man kann als Einsteiger alles und nichts verwechseln und muss daher besonders vorsichtig sein.

Wo finde ich in meiner Umgebung die meisten Pilze? Man sollte sich an der Witterung, insbesondere den Regenmengen orientieren.

Sinnvoll ist, im Internet zu recherchieren, wo es in meiner Umgebung in den vergangenen zwei bis vier Wochen viel geregnet hat. Bei den trockenen Böden, die wir im August hatten, sollten es schon mehr als 100 Liter Niederschlag in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen gewesen sein. Nur wenn es satt regnet, kommen zur Zeit auch Pilze. Die ersten kommen auf den Wiesen, das sind die Wiesenchampignons. Die Waldpilze brauchen zwei bis drei Wochen. Bis zum ersten Frost können Sie dann Pilze finden.

Was ist von Pilz-Apps zu halten, die mir bei der Bestimmung helfen sollen? Es gibt gute und schlechte Apps. Allgemein kann man sagen, dass eine App kein Buch und natürlich keine Praxiserfahrung ersetzt. Sie kann nützlich sein, aber man sollte nicht nur darauf vertrauen.

Wie ernte ich Pilze richtig? Bekannte Pilzarten kann man abschneiden, säubern und in einen Korb packen. Möchte man unbekannte Arten bestimmen, sollte man sie ganz ernten.Man dreht sie dafür vorsichtig samt Stiel heraus und nimmt am besten ein junges, ein mittelaltes und ein älteres Exemplar mit. Man sollte diese Pilze dann unbedingt getrennt vom anderen Sammelgut transportieren. Jeder unbekannte Pilz kann potenziell giftig sein.

Was sind Anzeichen einer Pilzvergiftung? Übelkeit und Erbrechen. Bei leisesten Anzeichen gilt es, sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Unbedingt die restlichen Pilze mitbringen, damit die Ärzte und Pilzsachverständigen sehen können, was man gegessen hat. Es gibt auch harmlosere Unverträglichkeiten, aber wenn man den Verdacht hat, dass man sich vertan haben könnte, sollte man die Sache auf keinen Fall abtun. Die tödlich giftigen Arten wie zum Beispiel die Knollenblätterpilze zeigen nämlich nach Erbrechen erst einmal Symptome einer leichten Besserung, bevor es dann richtig schlimm wird.

Informationen gibt es auch telefonisch bei diversen Giftnotrufzentralen

Wer vor dem Essen auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch an einen Pilzsachverständigen wenden. Diese können vorgelegte Pilze erkennen und bestimmen sowie ihren Speisewert einschätzen. Wo der nächste geprüfte Pilzkenner zu finden ist, ist auf einer Karte der Deutschen Gesellschaft für Mykologie verzeichnet.

Auch beim Pilze sammeln in den Wäldern um Hameln muss einiges beachtet werden. Genaue Informationen gibt die Stadt in einem Faltblatt, das auch online verfügbar ist.




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