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Supersommer beschert Touristen-Ansturm – und der Herbst verspricht einen weiteren Schub

Wie, Sie wandern noch nicht?

Der Super-Sommer hat der Ferienbranche in Niedersachsen und im Weserbergland vielerorts Traumergebnisse beschert. Städtetouren wurden gut gebucht, Erlebnisfahrten werden mehr und mehr zum Renner, Ferienwohnungen wurden zwischenzeitlich knapp, Individualreisen sind angesagt. Im Trend: Radfahren und Wandern

veröffentlicht am 31.08.2018 um 10:23 Uhr

Wanderwege im Weserbergland gibt es viele: Wandern ist einer der Touristik-Trends in diesem Jahr. Foto: dpa

Autor:

Berit Böhme und Felix David
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Viele Urlaubsregionen in Niedersachsen haben eine Bilderbuchsaison erlebt. Vor allem Angebote draußen und in Zusammenhang mit Wasser waren der Renner – nicht nur an der Weser. So vermeldet die Fahrgastschifffahrt Positives. „Diese Saison ist hervorragend“, sagt Mia Flemming von der Weser-Flotte, die zwischen Bad Karlshafen, Bremen und Verden unterwegs ist. Im Mittelweserbereich seien vor allem die Touren mit einem Grillbuffet gefragt. „Im Sommer will man grillen.“ Vor allem aber im Touristik-Trend sind Anfragen zum Wandern und Radfahren. Das Weserbergland hat dazu auch im Herbst viele Angebote. Ein Überblick:


Wandern durch den Indian Summer in Hamelns Wäldern: Kaum mehr als in der Herbstzeit werden Wanderer und Spaziergänger melancholisch verzaubert von der Flora und Fauna. Der Hamelner Forstwald ist 1300 Hektar groß – eine rotgoldschimmernde „Indian-Summer-Impression“ entsteht. Eine offenkundige Einladung, hindurchzuwandern und sinnliche Eindrücke zu sammeln. Die Waldbesucher stoßen auf Waldgasthöfe in herrlicher Lage, Schutzhütten sind vorhanden, das Wegesystem ist gut beschildert. Ausflugsziele sind zum Beispiel der Klüt mit Klütturm, der Gasthof Finkenborn, die Heisenküche am Schweineberg, der Waldlehrpfad oder der Süntelturm. Die Hamelner Tourist-Information hält Infomaterial für Tagestouren, begleitete Wanderungen und Fernwanderwege im Weserbergland vor. Es kann auf Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gewandert werden.

Hann. Münden – märchenhafte Landschaft zwischen drei Wäldern und drei Flüssen: Hann. Münden liegt mitten in einem der ältesten Naturparks Deutschlands, dem 1959 gegründeten Naturpark Münden. Kaufunger Wald, Bramwald und Reinhardswald sowie die idyllischen Landschaften an den drei Flüssen Werra, Fulda und Weser laden dazu ein, zu Fuß erkundet und erlebt zu werden. Diverse Fernwanderwege wie der Werra-Burgen-Steig, der Weserbergland-Weg oder der Pilgerweg Loccum–Volkenroda kreuzen den Naturpark Münden und können auch etappenweise abgelaufen werden. Daneben bietet der Naturpark Münden zahlreiche Rundwanderwege, die ideal für Tages- oder Halbtagesausflüge sind. Von kleinen, leichten Wanderungen von wenigen Kilometern bis hin zu anspruchsvollen Touren mit 15 Kilometern Länge und mehr ist für jeden eine geeignete Strecke dabei. Die Wege führen unter anderem durch alte Vulkanlandschaften, Lebensräume wilder Orchideen oder das Hühnerfeld-Moor. Wer an Märchen der Brüder Grimm interessiert ist, sollte eine der märchenhaften Wandertouren im Bramwald von Hemeln oder Bühren aus unternehmen. Einige der Rundwanderwege kreuzen nämlich den Frau-Holle-Pfad, der in Bad Karlshafen beginnt und in Osthessen endet. Oberhalb von Hemeln finden Wanderer den Goldmarie-Pfad mit Märchenstationen und weiter Aussicht in die Landschaft. Auf Ruheliegen können sich Wanderer wie Pechmarie „auf die faule Haut“ legen, Kinder haben ihren Spaß an der Apfeltorwand und Rezepttafeln laden dazu ein, Produkte von Wald und Wiese auf dem heimischen Abendbrottisch zu genießen.

Wanderspaß im Weserbergland rund um Lügde: Lügde hält eine Vielzahl an Themenwegen bereit, auf denen man entspannen und gleichzeitig noch Interessantes über die Osterräderstadt erfahren kann. Einer davon ist der Blick-Winkel-Weg. Er verbindet sechs Ortsteile miteinander und lädt dazu ein, die schönsten Ecken Lügdes und grandiose Ausblicke über das Lipperland zu genießen. Der insgesamt 36 Kilometer lange Wanderweg kann im Ganzen oder aber auch in fünf Teilabschnitten auf naturbelassenen Wegen erwandert werden. Ein weiterer Themenweg ist der Naturerlebnispfad am Lügder Schildberg. Der rund vier Kilometer lange Wanderweg ist vor allem für Kinder interessant und lädt dazu ein, mit allen Sinnen die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Waldes zu erkunden. Die Kinder können an verschiedenen Erlebnisstationen ausprobieren, wie man mit einem Baum telefonieren kann oder ob sie weiter als die Tiere des Waldes springen können. Übrigens: Wie weit kann ein Wildschwein springen? Antwort: vier Meter. Wanderwege mit besonders beeindruckenden Ausblicken findet man rund um den Köterberg. Erst vor kurzem wurden dort drei neue Wege geschaffen: die Siedler-Tour, die Panorama-Tour und die Tour Natur auf der Spur.

Per Podcast auf eine Wandertour durch die Götter- und Sagenwelt des Ith: Erhabene Felsen, bizarre Klippen, heilige Plätze und ein verlassener Teufelsbruch im Ith regten bereits zu früheren Zeiten die Menschen der Region zu zahlreichen Sagen und Geschichten über die Götter an. Heute können Wanderer auf fünf verschiedenen Themenrundwegen in die Welt der Werwölfe, Kultstätten und germanischen Götter eintauchen und das sogar audiovisuell. Denn nicht nur Schautafeln an den Wegen lassen die Geschehnisse der Vergangenheit zum Leben erwecken, sondern insbesondere die über 60 Podcasts. Diese sind über QR-Codes vor Ort über das Smartphone abrufbar oder man leiht sich im Museum beziehungsweise beim Flecken Coppenbrügge einen MP3-Player und hört darüber die Podcasts.

Die Wälder rund um Hameln bieten Wanderern zig Möglichkeiten, das Weserbergland zu erkunden. Foto: Dana
  • Die Wälder rund um Hameln bieten Wanderern zig Möglichkeiten, das Weserbergland zu erkunden. Foto: Dana
Wandern rund um Lügde: Die Gegend hat eine Vielzahl an Themenwegen zu bieten. Foto: Arndt Sticker
  • Wandern rund um Lügde: Die Gegend hat eine Vielzahl an Themenwegen zu bieten. Foto: Arndt Sticker
Die Weser von oben: In Hann. Münden begeistert Touristen vor allem der Zusammenfluss von Werra und Fulda. Foto: Karsten Klama
  • Die Weser von oben: In Hann. Münden begeistert Touristen vor allem der Zusammenfluss von Werra und Fulda. Foto: Karsten Klama
Die „Teufelsküche“ im Ith: Die Götter- und Sagenwelt lässt sich hier auf Wandertouren entdecken. Foto: nls
  • Die „Teufelsküche“ im Ith: Die Götter- und Sagenwelt lässt sich hier auf Wandertouren entdecken. Foto: nls
Die Wälder rund um Hameln bieten Wanderern zig Möglichkeiten, das Weserbergland zu erkunden. Foto: Dana
Wandern rund um Lügde: Die Gegend hat eine Vielzahl an Themenwegen zu bieten. Foto: Arndt Sticker
Die Weser von oben: In Hann. Münden begeistert Touristen vor allem der Zusammenfluss von Werra und Fulda. Foto: Karsten Klama
Die „Teufelsküche“ im Ith: Die Götter- und Sagenwelt lässt sich hier auf Wandertouren entdecken. Foto: nls



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