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Mehrere Anbieter mit verschiedenen Kamera-Modellen

Die Rückkehr der Sofortbilder

Eigentlich schien die Zeit der Sofortbild-Fotografie abgelaufen zu sein. Fotos werden heutzutage mit dem Smartphone gemacht und dann sofort online mit allen geteilt, bei Facebook, Twitter oder Instagram. Doch die Sofortbild-Idee weigert sich standhaft, auszusterben, und sicherte sich zunächst einen Platz in der Nische.

veröffentlicht am 20.02.2017 um 19:18 Uhr

Die Instant-Kameras von Fujifilm, Impossible und Leica (von li. nach re.) – um nur drei Anbieter zu nennen. Fotos: PR/Christine Herbst

Autor:

Andrej Sokolow und Nicole Trodler

Unter anderem sorgte Instagram mit dem Festhalten an dem quadratischen Bildformat und den populären Farbfiltern dafür, dass die Ästhetik des alten Polaroid-Fotos präsent blieb. Wer nicht auf Rest-Bestände alter Kameras und Filme zurückgreifen will, für den gibt es mittlerweile auch moderne Neuzugänge. Ein Überblick über das Kamera-Angebot.


I-1-Kamera vom Impossible Project: Das Besondere an der Sofortbild-Kamera von Impossible ist, dass sie per Smartphone-App eingestellt und gesteuert wird. Ohne App kann direkt an der Kamera lediglich der Blitz an- und ausgestellt werden. Das Fotografieren mit der I-1 ist ein eher teures Vergnügen. Nicht nur dass die Kamera selbst 299 Euro kostet – für jede Kartusche mit jeweils acht Sofortbildern werden noch einmal 18 Euro fällig. Und die Entwicklungszeit ist jetzt auch nicht direkt „sofort“: ein Farbbild braucht 20 bis 30 Minuten, ein Schwarz-Weiß-Foto immerhin fünf bis zehn. Impossible nutzt ehemalige Polaroid-Maschinen in den Niederlanden (2008 wurde die letzte Polaroid-Fabrik in Enschede gekauft), die chemische Zusammensetzung der Filme musste aber zum Teil neu gestaltet werden. Die Bilder erinnern an das klassische Polaroid-Format und werden in der Größe 77 x 79 Millimeter ausgegeben.


Instax von Fujifilm: Der Kamera-Spezialist Fujifilm behielt seine Marke Instax auf dem Markt, die seit den 90erJahren eine Konkurrenz zu den Polaroid-Kameras bietet. Fujifilm hat mehrere Modelle im Angebot: Das günstigste, die Instax Mini 8, kann bereits zu einem Preis von knapp 65 Euro erworben werden. Je nach gewünschter Farbe (Weiß, Himbeere, Grape, Gelb, Blau, Schwarz und Pink) kommen dann ein paar Cent oder Euro mehr dazu. Die Bilder werden im Format 46 x 62 Millimeter ausgegeben. Wer es etwas größer möchte, kann zur Instax Wide 300 (Bildformat 62 x 99 Millimeter) greifen. Kostenpunkt: Knapp 110 Euro. Fujifilm versucht zudem, auch Smartphones zur Sofortbild-Kamera zu machen: Seit 2014 gibt es Mini-Drucker, die mit derselben Technologie Schnappschüsse vom Handy auf Papier bringen können.


Leica Sofort: Die Sofortbildkamera von Leica ist im Herbst letzten Jahres auf der Photokina-Messe in Köln vorgestellt worden und im November 2016 in den Farben Mint, Orange und Weiß auf den Markt gekommen. Im Vergleich zu anderen Leica-Kameras ist die Sofort das günstigste Modell der Marke Leica und bereits ab etwa 280 Euro zu haben. Die speziellen Instax-Mini-Filme im Format 46 x 62 Millimeter kosten etwa zwölf Euro, zehn Fotos können dann gemacht werden. Die Fotos können mit acht voreingestellten Programmen vorbereitet werden: Makro, Langzeitbelichtung, Automatik, Selbstauslöser, Party und Leute, Sport und Aktion, Doppelbelichtung sowie Selfie.


Lomo‘Instant von Lomography: Die erste Sofortbild-Kamera von Lomography ist im Jahr 2014 über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert worden. Der Kaufpreis liegt im einfachen weißen Design bei knapp 80 Euro, im Retro-Design bei 99 Euro, die Bilder werden in der Größe 46 × 62 Millimeter ausgegeben. Ein Jahr später brachte das Unternehmen mit Sitz in Wien die Lomo‘Instant Wide auf den Markt. Wie der Name schon andeutet, macht diese Bilder in einem größeren Format: 62 x 99 Millimeter. In den Farben Schwarz oder Weiß kostet die Kamera 199 Euro, soll es bunter sein, müssen ein paar Scheine draufgelegt werden. Seit Ende 2016 gibt es schließlich eine vollautomatische Variante der Kamera, die Lomo’Instant Automat (Bildgröße 46 x 62 Millimeter). Bei dieser passen sich Belichtungszeit, Blende und Blitzstärke automatisch an das Umgebungslicht an. Zudem ermöglicht die Kamera Langzeitbelichtungen von bis zu 30 Sekunden – je nachdem, wie lange der Auslöser gedrückt wird.


Polaroid: Auch der Pionier der Instant-Fotografie bietet Sofortbild-Kameras an. Das günstigste Modell, die Polaroid PIC-300, gibt es über den Versandhändler Amazon für knapp 72 Euro (Bildformat 46 x 62 Millimeter). Für ein Modell im Digitalkamera-Stil muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen: Die Polaroid Snap ist ab etwa 175 Euro erhältlich – so viel kostet die pinkfarbene Kamera, die anderen Farben (Blau, Rot, Lila, Schwarz und Weiß) sind bis zu 25 Euro teurer. Dafür bekommt man dann aber auch etwas größere Fotos, und zwar im Bildformat 50 x 75 Millimeter. Es soll aber noch größer werden: Passend zum 80. Geburtstag bringt das Unternehmen mit der Polaroid Pop eine Sofortbild-Kamera mit dem klassischen Bildformat 77 x 79 Millimeter heraus. Ab Oktober soll das Modell erhältlich sein.




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