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Die Rückkehr der Mini Playback Show

Musical.ly: Mit dieser App wirst du zum Popstar

Das Prinzip der Musical.ly App ist nichts Neues. Junge Leute laden Videos von sich hoch, bei denen sie ihre Lippen zu Liedern bewegen, tanzen oder einen Sketch imitieren. Musical.ly ist wie eine große Mischung vieler bekannter Apps und Plattformen. Perfekt, um die junge Zielgruppe zu erreichen. Die 15-jährigen Mädchen Lisa und Lena aus Baden Württemberg hat sie zu Stars gemacht.

veröffentlicht am 11.09.2017 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 11.09.2017 um 16:40 Uhr

Die 15-jährigen Zwillinge Lisa und Lena aus Baden-Württemberg sind dank der App Musical.ly zu erfolgreichen Teen-Stars geworden. Foto: Screenshot Instagram/lisaandlena

Autor:

Sara Schweckendiek

Das Prinzip der Musical.ly App ist nichts Neues. Junge Leute laden Videos von sich hoch, bei denen sie ihre Lippen zu Liedern bewegen, tanzen oder einen Sketch imitieren. Musical.ly ist wie eine große Mischung vieler bekannter Apps und Plattformen. Perfekt, um die junge Zielgruppe zu erreichen.

Ein wenig wie Vine, eine App, die mittlerweile entfernt wurde. Hier hatte man nur sechs Sekunden Zeit, um den Zuschauer mit einem selbst gedrehten Video zu begeistern – eine Mischung aus YouTube und der Freiheit und Kreativität von Snapchat, eine der beliebtesten Apps zur Selbstdarstellung. Die kostenlose, für Android und iOS verfügbare App Musical.ly bietet eine weitere Möglichkeit, um sich im Internet zu präsentieren und gemocht zu werden – oder eben nicht. Einige Musical.lys, so werden die produzierten Videos betitelt, sind für die Zuschauer so schlecht, dass sie auf YouTube in verschiedensten Compilations, Video-Ansammlungen, hochgeladen werden, um sich über sie lustig zu machen.

Die klassischen Lip Sync Videos, für die die App so beliebt ist, gab es aber auch schon vor Musical.ly: In den Jahren 2008 bis 2010 war dies bereits ein beliebter Trend auf YouTube. Aus reinem Vergnügen wurden damals Videos aufgenommen, zu denen playback mitgesungen und getanzt wurde, ganz ohne Hintergedanken. Seit 2015 ist dieser Trend zurück und verbreiteter denn je.

Fast wie ein Roboter bewegen sie sich zur Musik und bewegen ihre Lippen zum Text des ausgewählten Liedes. Ein paar Schwenker nach links und rechts – und fertig ist das perfekte Musical.ly? Nicht ganz – bei der Aufnahme gibt es einige Faktoren zu beachten. Das Licht muss stimmen, der Hintergrund darf nicht zu sehr ablenken und die Kameraführung muss präzise sein. Man muss aber nicht unbedingt nur seine Lippen zum Lied bewegen. Manche unterlegen Sportvideos von sich, andere tanzen wild zum Beat. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die App bietet allen die Chance, sich selbst in Szene zu setzen. Um ein „Muser“, so nennen sich die Nutzer der App, zu werden, braucht man für den Anfang nicht viel. Es reicht die Kamera am Smartphone und etwas Tageslicht. Gerade weil es so simpel ist, ist es bei jungen Nutzern sehr beliebt. Sie sehnen sich nach Likes, nach Aufmerksamkeit und vielleicht, ja ganz vielleicht, auch nach der Chance, ein Star zu werden. Denn das ist dank der App durchaus möglich.

Lisa und Lena, zwei 15-jährige Zwillinge aus Baden-Württemberg, haben den Durchbruch damit geschafft. Sie sind weltweit bekannt und all das nur, weil sie zu englischen Liedern, die ihnen gefallen, ihre Lippen bewegen und dies per Musical.ly festhalten. Momentan haben sie dort über 18,5 Millionen Follower und fast 12 Millionen auf Instagram. Durch ihre Berühmtheit im Netz zählen sie bereits zu Bravo-Otto-Gewinnern in der Kategorie „Social Media Star“. Besonders für Teenager sind sie so zu Vorbildern geworden, veranstalten Fantreffen und reisen um die ganze Welt. Neben der Kooperation mit einem bekannten Haargummi-Hersteller haben sie zudem ein eigenes Fashionlabel und einen Song, der auf YouTube über 11 Millionen Klicks hat. All das, weil sie sich ihr Smartphone geschnappt und ein paar Clips ins Internet gestellt haben. Aus einem reinen Zeitvertreib ist ein lukrativer Job geworden. Das regt natürlich zum Nachahmen an.

Viele denken, dass auch sie das Zeug dazu haben, so berühmt zu werden wie die Zwillinge. Zur Berühmtheit im Internet gehört aber besonders eines: die Sympathie anderer. Sicherlich gibt es einige Strategien, um an Follower und Likes zu kommen, aber um auf Dauer zu bestehen, muss die Anzahl der Follower steigen und aus diesen treue Fans werden. Sie müssen die Person unterstützen und ihr fast schon alles von den Lippen ablesen wollen.

Fazit: Um im Internet berühmt zu werden, muss man nicht unbedingt sonderlich talentiert sein, es bedarf nur ein wenig Glück, der Unterstützung der aufgebauten Fanbase und dem gewissen Etwas.

Wie heißt es doch so schön im Song des deutschen Rappers Alligatoah: „Du bist schön, aber dafür kannst du nichts …“




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