weather-image
Altes Gerät in neuem Design

Nokia 3310: Was das Retro-Handy alles kann - und was nicht

Als hätte es die Smartphone-Revolution nicht gegeben: Das klassische Einfach-Handy Nokia 3310 – erstmals im Jahr 2000 auf den Markt gebracht – wird neu aufgelegt. Der finnische Anbieter HMD Global, der jetzt Geräte unter der Marke Nokia entwickelt und produziert, kündigte die Wiedergeburt des Modells beim Mobile World Congress in Barcelona an. Handy-Nostalgiker kommen dabei voll auf ihre Kosten, aber auch Neuerungen gibt es natürlich.

veröffentlicht am 06.03.2017 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 06.03.2017 um 19:10 Uhr

Mehr Farbe für das Retro-Handy, sowohl außen als auch auf dem Display. Foto: Nokia

Autor:

Andrej Sokolow und Nicole Trodler

Eine Mischung aus Alt und Neu bringt das Design: In der Form ist das neue Nokia 3310 dem Ur-Ahn ähnlich, aber etwas runder, dünner und vor allem moderner. Und bunter ist es: Statt schwarz auf hellgrün ist das 2,4 Zoll große Display nun vollfarbig. Auch was das Gehäuse betrifft, gibt es mehr Farbmöglichkeiten: Die Telefone kommen zusätzlich zum gewohnten Grau auch in den Farben Rot, Gelb und Dunkelblau.

Das neue Nokia 3310 ist vor allem etwas für Menschen, die gerne und lange telefonieren: Telefonate von bis zu 22 Stunden seien möglich, ohne dass der Akku schlapp macht, verspricht Nokia. Im Standby soll der Telefon-Akku sogar bis zu 31 Tage durchhalten. Das sind Laufzeiten, die man von Smartphones schon gar nicht mehr gewohnt ist. Zum Vergleich: Die Akku Online-Laufzeit, der Smartphones, die gegenwärtig auf dem Markt sind, liegt zwischen drei und 14 Stunden. Das geht aus einem Test der Technik-Webseite Chip hervor. Wenn das Nokia 3310 dann doch einmal geladen werden muss, ist das über den Micro-USB-Anschluss möglich.

Für Online- und App-Nutzer ist das Retro-Handy nicht geeignet. Internetfähig ist das neue Nokia 3310 nicht, eine Installation von Apps ist auch nicht möglich. Für den Austausch von Kurznachrichten heißt es wieder SMS statt WhatsApp und Messenger. Beim Musikhören ist statt Spotify der Mp3-Player oder das UKW-Radio angesagt. Da kommt dann wirklich das Gefühl auf, wieder im Jahr 2000 angekommen zu sein.

Der Spieleklassiker Snake kehrt ebenfalls zurück. Foto: Nokia
  • Der Spieleklassiker Snake kehrt ebenfalls zurück. Foto: Nokia

Auch Spiele-Fans können auf Zeitreise gehen, denn für Snake-Veteranen ist eine Neuauflage des Klassikers installiert. Die Schlange wird, wie vom alten Nokia bekannt, per Tastendruck durch das Spielfeld gesteuert. Auch die Grafik ist retro, wird jedoch durch den Farb-Display etwas aufgepeppt. Wer es jetzt schon nicht erwarten kann, den alten Punktestand zu knacken, der hat eine weitere Möglichkeit, Snake zu spielen. Im Facebook-Messenger sind diverse Spiele hinterlegt und neuerdings auch Snake. Um das Spiel zu starten, einfach einen beliebigen Chat auswählen und auf das Gamecontroller-Symbol am unteren Bildschirmrand tippen.

Richtig nostalgisch wird es schließlich, wenn jemand anruft. Denn auf dem Telefon kann natürlich der typische Nokia-Klingelton eingestellt werden.

Neu ist derweil die Kamera-Funktion. Im Handy ist eine 2-Megapixel-Kamera mit LED-Blitzlicht integriert. Hochglanz-Bilder sind damit nicht möglich, einfache Schnappschüsse hingegen schon.

Trotz mancher Neuerungen: HMD Global reitet ganz klar auf der Nostalgie-Welle, um die angeschlagene Marke Nokia den Nutzern wieder näherzubringen. Die Marke kann bei ihrem Neustart etwas Schützenhilfe von alten Fans gut gebrauchen. Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia hatte schon mit dem Beginn der modernen Smartphone-Ära immer mehr Boden an Apples iPhone und Telefone mit dem Google-System Android verloren. Die Übernahme des Handy-Geschäfts durch Microsoft half auch nicht: Nokia rutschte in die Bedeutungslosigkeit ab und die Marke verschwand vom Markt. Inzwischen kehrten die Namensrechte wieder zu dem finnischen Konzern zurück, der sie an die von ehemaligen Nokianern gegründete Firma HMD weiterreichte.

Einfache Telefone werden jedoch immer weiter von den Smartphones verdrängt – und auch in diesem Bereich wird Nokia aktiv: Auf der Mobile World Congress wurde auch der Start von drei Smartphone-Modellen mit dem Android-System angekündigt. Das Einsteigermodell Nokia 3 kostet 139 Euro, das Nokia 5 ist für 189 Euro zu haben, das Nokia 6 schlägt schließlich mit 229 Euro zu Buche. Bei dem Versuch von Nokia, sich wieder auf dem Handy-Markt zu etablieren, kann die Aufmerksamkeit, die die Ankündigung des Retro-Handys erregte, sicher nicht schaden.

Wann das Nokia 3310 auf dem Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Wer will, kann sich per Mail über den Verkaufsstart informieren lassen. Der Verkaufspreis soll bei 49 Euro liegen.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare