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tiii.me zeigt, wie viel Zeit Sie mit Serien-Gucken verbringen

Serienzeit ist Lebenszeit

Seriengucken ist zu einem Volkssport geworden. Etliche Tage unserer Lebenszeit gehen dabei drauf. Wieviele genau das sind, kann man sich auf der Website tiii.me nachrechnen lassen.

veröffentlicht am 27.02.2017 um 18:20 Uhr

Serie an Serie: Im Laufe der Zeit sammelt sich einiges an — auch an Zeit. Foto: Screenshot tiii.me
Franziska Winkler

Autor

Franziska Winkler Redakteurin / Pressereferentin zur Autorenseite

Die Stoppuhr zeigt 50 Tage, 14 Stunden und 21 Minuten an. Was in dieser Zeit geschehen ist? Ich war weder am Strand, habe auch keine Delikatessen zu mir genommen, war nicht im Museum und schon gar nicht habe ich Bücher gelesen. Nein — ich habe vor dem Fernseher oder der Abwechslung halber vor dem Notebook gesessen und schlicht und ergreifend Serien gesehen. Immerhin brannten dabei Kerzen. Das Erschreckende: Viele der Serien habe ich dabei mehrmals gesehen, was heißt, es kämen sogar noch ein paar Tage Lebenszeit dazu.Dabei liege ich damit noch im Rahmen. Laut einer Umfrage auf Webseite bento.de können über 35 Prozent der Befragten auf eine stolze Sehzeit von 90 Tagen und mehr zurückblicken. Um seine individuelle Zeit herauszufinden, bedarf es keiner mühseligen Recherche nach Serienlängen oder gar des Einsatzes eines Taschenrechners.

Die Internetseite tiii.me hält dem Serienjunkie den Spiegel vor Augen, indem sie die durch Seriengucken bis dato verbrauchte Lebenszeit errechnet. Geht man auf diese Seite, begegnet einem zuerst ein schwarzes, fast leeres Feld. Einzig blasse Lettern fordern zur Eingabe der gesehenen Serien auf. Dabei orientiert sich tiii.me an „The Movie Database“ (TMDb), einer riesigen, internationalen Filmdatenbank, die in über 180 Ländern genutzt und stetig von ihren Mitgliedern nachgepflegt wird. Auch zahlreiche deutsche Serien wie „Der Landarzt“, „Weissensee“ oder alle Staffeln des Tatorts sind dort zu finden. Nun gibt man die Titel seiner Serien ein, passt nach Bedarf die Zahl der gesehenen Staffeln an und klickt auf den Startpfeil.

Die Zahl der Staffeln einer Serie multipliziert mit der Zahl der Folgen pro Staffel, multipliziert mit der Dauer einer Folge, ergibt dabei die Gesamtzeit.

Verschwendung oder Bereicherung? Foto: Screenshot tiii.me
  • Verschwendung oder Bereicherung? Foto: Screenshot tiii.me

Die Stoppuhr zählt also fleißig mit und schießt schneller in die Höhe, als einem lieb ist. Bei allen zehn Staffeln der Sitcom „Friends“ kommt man dabei schon auf drei Tage, 14 Stunden und 32 Minuten. Die Herausforderung liegt vor allem darin, sich an alles zu erinnern, was man in seinem Leben gestreamt hat. Mit den Lieblingsserien geht es noch schnell, mit den aktuellen ebenso, aber irgendwann setzt der Punkt ein, an dem man ins Grübeln kommt. Wie hieß noch einmal die Serie mit der Ermittlerin im Norwegerpulli? Ach ja, und da war ja noch diese eine, die man zuerst total blöd fand, die aber dann von Episode zu Episode immer spannender wurde. Und während tiii.me Serienzeit um Serienzeit addiert, verfliegt die Lebenszeit in Windeseile. Und wieder hat man sich nur mit Serien beschäftigt.

Doch von verschwendeter Lebenszeit soll nicht die Rede sein. Was sind schon 50 Tage in einem über 29 000-tägigen Leben? Eigentlich nichts. Und man beachte bloß, dass man in dieser Zeit nicht einfach vor dem Fernseher hockt. Nein, man fiebert, leidet und lacht mit seinem Serienhelden mit, was das Zeug hält. Er wird zum Freund. Und solange der echte Freund aus Fleisch und Blut immer noch anrufen darf oder samt Chipstüte mit auf der Couch sitzt, kann man wirklich von Qualitätszeit sprechen.




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