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Mozilla will mit überarbeiteter Firefox-Version punkten

Viele Wege führen ins Netz: Internet-Browser im Überblick

Browser sind das Tor zum Netz. Wer surfen will, kommt auf stationären Geräten nicht ohne aus. Auf dem Markt hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Ehemalige Platzhirsche verlieren Nutzer, kleinere Anbieter überraschen mit praktischen Extras. Einige setzen auf extra Datenschutz, andere auf Personalisierbarkeit und schickes Design. Zuletzt hat Mozilla seinem Firefox-Browser eine Generalüberholung spendiert. Ein Überblick.

veröffentlicht am 20.11.2017 um 19:55 Uhr

Neben den vier großen Web-Browsern Google Chrome, Mozilla Firefox, Internet Explorer und Safari gibt es noch viele andere praktische Alternativen. Foto: Pixabay

Autor:

Julia Ruhnau und Nicole Trodler

Internet Explorer/Edge: Wer Windows nutzt, surft erst einmal mit dem Internet Explorer oder Edge. Der Internet Explorer wird jedoch seit etwa zwei Jahren nicht mehr weiterentwickelt, stattdessen konzentriert sich der Softwarehersteller Microsoft voll auf den neuen Browser Edge. Dieser funktioniert aber nur unter Windows 10 und wird dort mit jedem großen Update mit neuen Funktionen versorgt. „Der große Vorteil von Edge sind die Sicherheitsfunktionen“, sagt Marcus Pritsch von Stiftung Warentest. Hier lasse er den Internet Explorer ebenso hinter sich wie bei der Geschwindigkeit.


Safari: Der Standard-Browser für Mac-Nutzer ist Safari. Auch Windows-Nutzer können damit surfen. Allerdings wird diese Version von Apple nicht mehr gepflegt und es könnte Sicherheitslücken geben. Der große Vorteil des Browsers ist seine Geschwindigkeit. Bei einem Vergleichstest des Portals „Macworld“ entpuppte sich Safari als schnellster aller Browser.


Chrome: Googles Hausbrowser hat Mozillas Firefox und den Internet Explorer längst überholt und ist für rund jeden dritten Nutzer das Mittel der Wahl. „Chrome ist so beliebt, weil er auf allen gängigen Plattformen funktioniert“, nennt Christian van de Sand von der Stiftung Warentest einen der Gründe für die Popularität. Wer über sein Google-Konto eingeloggt ist, kann etwa seine Lesezeichen oder aktuell geöffneten Tabs auf verschiedenen Geräten und Betriebssystemen synchronisieren. Fix ist Chrome auch.

„Als Chrome herauskam, hat er Furore gemacht, weil er so minimalistisch war“, erinnert sich Jörg Geiger vom Computermagazin „Chip“. Die anfängliche Kritik an der Auswertung von Nutzerdaten ist mittlerweile verstummt. „Grundsätzlich versuchen alle Browser, so viel über ihre Nutzer zu wissen wie möglich“, ist Geigers Einschätzung. Wird Chrome mit eingeloggtem Google-Konto genutzt, erfasst Google viele Aktionen des Nutzers.


Firefox: Einst die meistgenutzte Alternative zum vorinstallierten Internet Explorer, ist mittlerweile hinter Googles Chrome zurückgefallen. Eine Überarbeitung des Browsers soll die Kehrtwende einleiten. Die in der letzten Woche veröffentlichte Version 57 (Quantum) hat ein neues Design erhalten und soll den Entwicklern zufolge einen deutlichen Sprung in Sachen Surfgeschwindigkeit gemacht haben – dank einer generalüberholten Browser-Engine.

Das neue Design schlägt sich nieder in einer renovierten Benutzeroberfläche (Photon) mit schlanken Menüleisten sowie neu gestalteten Schaltflächen und Symbolen. Fest integriert worden ist der hauseigene Pocket-Dienst, mit dessen Hilfe Webseiten zum späteren Lesen gespeichert werden können.

Ansonsten punktet die freie Software mit guter Leistung: Genau wie Chrome unterstützt Firefox in der jeweils aktuellsten Version mehr aktuelle Webstandards als etwa Edge oder Safari, erklärt Kim Rixecker vom Branchenmagazin „t3n“. Die Möglichkeit zur Synchronisierung gibt es ebenfalls – wenn Nutzer ein Mozilla-Konto anlegen. „Für Firefox spricht zusätzlich, dass es der einzige der vier großen Browser ist, der vollständige Open Source ist“, sagt Rixecker.


Opera: „Opera ist ein Browser-Urgestein, aber immer noch innovativ“, findet Jörg Geiger. Seit Kurzem können über den Browser auch Whatsapp- und Messenger-Chats erledigt werden. Außerdem hat Opera eine eingebaute VPN-Funktion. Wer in fremden WLAN-Netzen surft, kann so seine Daten durch einen verschlüsselten VPN-Tunnel schicken, erklärt Geiger. Dafür muss man nur einen Button am Browser betätigen: „Wir empfehlen ihn deswegen als Urlaubsbrowser.“


Vivaldi: Das neue Projekt eines ehemaligen Opera-Entwicklers lässt sich umfangreich an Nutzerwünsche anpassen. „Man kann die Tabs klassisch oben oder links haben oder Farben wählen“, zählt Geiger einige Beispiele auf.

Auch Dinge wie die Lesezeichensortierung oder die Anzeige der Suchmaschinenergebnisse sollen vor allem praktisch und schön sein. Ein Problem hat der Schönling aber wie viele der kleinen Alternativbrowser: Da sie meistens auf der Technik der großen Konkurrenten wie Chrome aufbauen, sind sie mit Aktualisierungen normalerweise später dran. Updates werden meist ebenfalls nicht automatisch installiert – eine Sache, um die sich Nutzer zusätzlich kümmern müssen und die auch zu Sicherheitslücken führen kann.


Cliqz: Der in Deutschland entwickelte Browser basiert auf Firefox und ist für „datensensible Nutzer“ interessant, wie Warentester van de Sand sagt. Dafür hat Cliqz ab Werk einige Erweiterungen an Bord, die man sonst extra installieren müsste. Dazu gehört zum Beispiel eine Anti-Tracking-Funktion. Nutzer können dabei sehen, welche Schnüffel-Cookies der Browser gerade blockiert. „Cliqz selbst unterstützt keine Erweiterungen“, sagt Kim Rixecker. Damit sei der Browser für Intensivnutzer eher uninteressant.


Bitbox: Entwickelt unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), ist der Browser auf Sicherheit gepolt. „Er startet in einer eigenen virtuellen Maschine auf dem Rechner“, erklärt van de Sand. Damit ist er komplett vom Betriebssystem abgekoppelt und zunächst einmal sicher vor Schadsoftwarebefall. Das erhöht die Sicherheit zum Beispiel beim Online-Banking. Allerdings leidet unter der Technologie die Geschwindigkeit. „Das ist nichts, was ich für das tägliche Surfen brauche“, ordnet van de Sand ein.




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