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Praxis am Posthof mit liebenswerten Bildern von Dagmar Thoms

Das Meer und das Mehr

veröffentlicht am 28.04.2019 um 20:19 Uhr

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Autor

Richard Peter Reporter
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HAMELN. Ein Albtraum geradezu – denn Dagmar Thoms träumte, dass alle ihre Bilder von den Wänden gefallen seien. Am Samstagvormittag zur Eröffnung der 68. Ausstellung in der Praxis am Posthof hingen die Bilder „Vom Meer, der Farbe und noch viel mehr...“ natürlich alle und sicher an den Wänden. Dr. Markus Hedemann nutzte – in dem Fall die „Frohnatur und Lust zu fabulieren“, wenn auch vertrackt, vom Väterchen mitgegeben – zu einem kleinen Exkurs über Galerie-Haken, wie sie seit 17 Jahren – immer auf den technisch neuesten Stand gebracht – für Verlässlichkeit bei den Ausstellungen sorgen.

In einer Praxis, in der Kunst einen so hohen Stellenwert besitzt und mit jeder Menge Besucher rechnet, darf auch die Musik, meist hausintern besetzt, nicht fehlen. Elena Blome an der Geige mit ihrer Mutter Ulrike am Klavier, spielten, passend zur Matinee, das „Chanson du matin“ von Edgar Elgar.

Die als „Stiftsdame“, wenn auch nur „so gut wie“ von Hedemann bezeichnet, weil sie im Fischbecker Stift ihr Domizil aufgeschlagen hat, eroberte sich die Malerei vorzugsweise in Kursen und Workshops und ausdauernder Beschäftigung mit dieser so vielschichtigen Kunst. Erzählt in ihrer so einzigartig liebenswerten Art ganz Profi von der immer neuen Konfrontation mit dem leeren Blatt Papier. Und die findet – meist mit einem 30er-Aquarellpinsel in der Hand -– jeweils vor Ort statt. Das hat, so Dagmar Thoms, „etwas Impulsives“ und kennt nur noch ein „Entweder-oder“, weil sich Aquarelle kaum korrigieren lassen. Und sprachlich wunderschön formuliert, wie sie Möwenschrei in ihre Bilder einfügt.

Fast schon sportlich, wenn sie von ihren „mit links“ – und das wörtlich – gezeichneten Figuren erzählt die im Zwei-Minuten-Takt die Position wechseln. Inspiriert vom letzten, so heißen Sommer, hat sie sich Schmetterlinge und Insekten als Sujets gewählt, wie sie sagt und „makromäßig gestaltete Grillen“. Hat sich in ihr so weltschmerzhaltiges „Grünes Porträt“ verliebt und sich in Amelungsborn zu „Jakob mit der Leiter“ und der nach ihm benannten Pilgermuschel inspirieren lassen und zu ihren Himmelsleitern in immer neuen und anderen Interpretationen. Eine davon erinnert allerdings eher an die verlassene Leiter von der Kreuzabnahme.

Neben dekorativen Blumenbildern – wann immer sie auf Juist war – blühte der Mohn oder war auch schon verblüht, wie sie erzählt. Meisterlich ihre Tuschen, aber auch ihre „Strandkörbe“. Zum Abschluss noch einmal Musik, diesmal von Sarasate.

Eine – vor allem liebenswerte – Ausstellung, die das Meer und das Mehr zurecht im Titel trägt.




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