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Gothik-Rockband Mono Inc. vor vollem Haus in der Sumpfe

Eingängig düster

HAMELN. Mit klarer Ansage und Songs, die so – oder noch nie – live gespielt wurden, überzeugten die Düsterrocker von Mono Inc. am Donnerstag ihre Fans in der ausverkauften Sumpfblume. Für ihr schwarzes Sinfoniekonzert hatte sich das Hamburger Quartett klassische Verstärkung eingeladen.

veröffentlicht am 05.04.2019 um 17:21 Uhr

Mit klassischen Geigen: In Hameln hatten die Musiker von Mono Inc. Verstärkung. Foto: gla

Autor:

Gabriele Laube

„Anfassen und küssen, das ist total schön, weil, der Planet und die Menschheit steuern keinem guten Ziel entgegen. Aber wir werden das alles nicht mehr erleben, also habt Spaß und liebt euch, für nichts anderes ist Zeit“. Mit klarer Ansage und Songs, die so – oder noch nie – live gespielt wurden, überzeugten die Düsterrocker von Mono Inc. am Donnerstag ihre Fans in der ausverkauften Sumpfblume. Für ihr schwarzes Sinfoniekonzert hatte sich das Hamburger Quartett klassische Verstärkung eingeladen.

1993 war ihr erstes Konzert in Hameln, erinnert sich Sänger Martin Engler, der mit Gitarrist Carl Fornia früher bei der Band Wild Thing Schlagzeug spielte. Heute gehören Bassist Manuel Antoni und Schlagzeugerin Katha Mia mit der glockenhellen Stimme zum Quartett Mono Inc.

Eingängige Melodien und Texte, rifflastiger Hardrock, viel Bühnenpräsenz, ist das Erfolgsrezept der Band, die nun mit fünf Streichern unterwegs ist. Mönchskutten verbergen die Musiker im ruhigen ersten Akt der Inszenierung. Entspannung ist angesagt, dafür die klösterlicher Atmosphäre. Einzig Engler, elegant im Steampunk-Mantel, zeigte sein Gesicht. Der Frontmann, der mal nicht die „Rampensau“ gab, tröstete die Gäste, für den zweiten Teil des Konzerts gelte, „den Hintern zu entlasten“ und vielleicht mal aufstehen, mitsingen, sich bewegen.

Dann waren auch die Kutten weg, das Licht nicht mehr gedimmt und die Musiker sichtbar. Auf dem Programm standen Lieder, mit denen die Band ihre Anhänger schon tausendmal verführt hat – wie der Mitsing-Rockkracher „Voices of Doom“ oder das Populärstück „Get some sleep“.

Drei furiose Geigen, zwei treibende Celli, dazu Mias helle Backing Vocals, der Song klangen besser als gewohnt. Warum sie „Time to Go“ noch nie zuvor live gespielt haben, darüber rätselte nicht nur der Bandchef. In dieses Programm jedoch passte die Ballade vom Sterben perfekt, ebenso wie das Liebeslied „In My Darkest Hours“, im Duett mit Mia und Pianobegleitung.

Ganz großes Kino mit verdientem Applaus der 450 Gäste. Der einzige deutsch gesungene Song allerdings offenbarte das Manko der Band, den Hang zur Übertreibung. Für das schmalzige „Kein Weg zu weit“ aber hätte der Graf von „Unheilig“ die bessere Stimme gehabt. Nach zwei Stunden lieferte die Band als Zugabe noch „Under a Coal Black Sun“ an, der Frontmann schüttelte Hände und einige Glückstränen fielen. Für alle, die das Konzert nicht besuchen konnten, zum Trost: Es wird im Mai einen Live-Konzert-Mitschnitt geben, ein weiterer Silberling der rührigen Goth-Rocker.




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