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Vielfältig und fulminant: die Hamelner Blues- und Rocknacht im Lalu

Hart und herzlich

HAMELN. Auch wenn der Blues-Rock an diesem Abend im Vordergrund stand, bekamen die fast dreihundert Zuhörer im Lalu ein Spektrum geboten, wie es in den Veranstaltungen der Vorjahre bislang nicht vorkam. Den gelungenen Auftakt bei der Hamelner Blues- und Rocknacht machten Liz & Taylor, ein reines Akustik-Duo aus Bottrop.

veröffentlicht am 21.10.2018 um 21:04 Uhr

Ritchie Arndt transportiert mit seiner Stimme und Gitarre eindrucksvoll die Gefühlswelt des Blues. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Sängerin Petra Stief und Gitarrist Jürgen Geppert, wie sie im echten Leben heißen, stimmten das Publikum mit einem Medley aus Pink Floyd Melodien auf einen Abend der besonderen Art ein. Besinnlich und ruhig ist ihre Musik. Sie vermochten Klassiker wie „Sound of Silence“ oder „New York State Of Mind“ auf ihre ganz eigene Art zu interpretieren, und man merkte im Saal – ja, das gefällt uns.

Klassiker hatte natürlich auch die Band Claptonmania mit dem Organisator der Veranstaltung und vor allem brilliantem Sänger und Gitarristen Tom Freitag im Gepäck. Die Band hat sich dem Werk von Eric Clapton verschrieben, jedoch nicht in Form einer Kopie. Sie setzt eigene prägnante Akzente. Das Publikum – überwiegend jenseits der Vierzig – versank bei Titeln wie „Cocaine“, „Layla“ oder „Crossroads“ in die Zeit der eigenen Jugend oder kam wie bei „Wonderful tonight“ ins Schwärmen. Aber auch der Rock kam nicht zu kurz, wie bei dem Cream-Klassiker „Bad Love“. Die hohe Qualität der Musiker ließ keinen Zweifel daran, dass sich der Verzicht aufs samstägliche Fernsehprogramm gelohnt hatte. Neben den Soli der Gitarren gab es auch neue Keyboardtöne zu hören; denn der Hamelner Musiker, Komponist und Produzent Ralph Maten spielte erstmalig bei der Blues- und Rock-Nacht gemeinsam mit Claptonmania und präsentierte bei „Baby, Please Don’t Go“ auch seine besondere Stimme für dieses Musik-Genre.

Mit dem „Pillow Blues“ eröffnete die Ritchie Arndt Band das dritte Klangspektrum des Konzerts. Sie beeindruckte mit einer großen Bandbreite an Blues- und Rockstilen. Im perfekten Zusammenspiel präsentierten die Gewinner der „German Blues Challenge“ gemeinsam mit Gregor Hilden aus Münster, was Blues-Musik ausmacht. Es wurden Gefühle transportiert, Stimmungen von traurig bis fröhlich, mal reduziert dargeboten, mal richtig aufgedreht. Hameln ist übrigens für den gebürtigen Bielefelder Ritchie Arndt kein unbekanntes Pflaster: Bereits 1978 hatte er einen Auftritt in der Sumpfblume. „Wer damals auch dort war, mit dem trinke ich nachher an der Theke ein Bier und wir reden über alte Zeiten“, rief er gut gelaunt ins Publikum. Gute Laune gab es reichlich, wie bei „Walking on Memphis“, einem Hinweis der Band auf ihren Auftritt dort im nächsten Jahr bei der World Blues Challenge. Einige Eigenkompositionen brachte auch Gregor Hilden ein, wobei vor allem „Blue Coud“ für Gänsehaut sorgte. Nach einem kurzen Schwenker in die Country Ecke mit Slide Gitarre beim „Lonely Midnight Train“ ging es mit „Bad Habits“ über zum rollenden, swingenden Blues. Das Finale bildete traditionell der Auftritt aller Künstler, diesmal mit dem Song „Further On Up The Road“.

Starke Stimme: Tom Freitag von „Claptonmania“. Foto: hx
  • Starke Stimme: Tom Freitag von „Claptonmania“. Foto: hx



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