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Serenaden-Konzert:Meike Leluschko und Jenny Meyer ernten viel Applaus

Im Garten der Musik

HAMELN. Diese zweite Hamelner Serenade im Haus der Kirche hatte einen vielversprechenden Titel: „Dans le Jardin“. Immerhin: Draußen blühen schon die ersten Schneeglöckchen, man wagt den ersten Gang in den Garten, und so ließ man sich gern in einen „Garten der Musik“ entführen.

veröffentlicht am 24.02.2019 um 21:39 Uhr

Starke Stimme: die Sopranistin Meike Leluschkor beeindruckte beim Serenadekonzert. Foto: geb

Autor:

E. W. Holländer
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Da gab es ein schlichtes, nicht sehr frühlingshaft anmutendes Podium, aber darauf stand, goldglänzend und verheißungsvoll, eine Harfe. Es erschienen die Sopranistin Meike Leluschko und die Harfenistin Jenny Meyer; beide haben sich in der Hochschule für Musik in Detmold kennengelernt und konzertieren seither sehr erfolgreich als Duo.

Lieder von Mozart und Robert Schumann bildeten den Auftakt, Meike Leluschko sang sie mit hellem, blühendem Sopran. Irgendwie musste man bei dem ersten Klang-Eindruck an das gegenwärtige Wetter denken: strahlend sonnig, aber zunächst etwas kühl, dann zunehmend wärmer. Es lag wohl auch an der Akustik des Saales, man sollte vielleicht doch nicht ganz vorn sitzen. Die Sängerin gestaltete die reizvollen Lieder mit spürbarer Anteilnahme, auch mit sparsamer Gestik und Mimik. Eigentlich werden diese Stücke vom Klavier begleitet, aber hier war dieser Part von der Harfe ersetzt, und wir lernten in Jenny Meyer eine wahre Könnerin kennen. Sie brillierte auf ihrem Instrument solistisch zunächst mit einem berühmten Werk, der Konzert-Etüde „La Source“ von Alphonse Hasselmans, einem Franzosen belgischer Herkunft. Bewundernswert!

Von Benjamin Britten wurden drei von insgesamt 61 Volkslieder-Arrangements dargeboten, anschließend folgte eine Reihe traditioneller Lieder aus England für Singstimme und Harfe in der Fassung von David Watkins, darunter das wohlbekannte „Greensleeves“, aber auch das wohl das älteste, im 13. Jahrhundert entstandene Stück „Sumer is icumen“. Beide Künstlerinnen widmeten sich diesen wahrhaft schwierigen Aufgaben mit vollem Einsatz. Nach der Pause erklang eine Komposition des französischen Harfenisten Marcel Tournier mit dem bezeichnenden Titel „La lettre du jardinier“, und es folgte eine Darbietung, die als Höhepunkt gelten muss: zwei Lieder von Claude Debussy, ganz berührend die „Nuit d’etoiles“, wunderschön mit zarter Tonbildung gesungen.

Jenny Meyer stellte anschließend ihr Instrument vor, wies auf die lange Geschichte bis zur Entwicklung der Doppelpedal-Harfe hin und interpretierte dann ihr Lieblings-Stück „La danse des sylphes“ des Belgiers Félix Godefroid. Da bewunderte man in den glitzernden Läufen und Tonkaskaden ihre bestrickende Virtuosität, buchstäblich mit Einsatz von Händen und Füßen. Die „Sérénade toscane“ ist unter den zahlreichen Werken von Gabriel Fauré eine kleine Kostbarkeit, forderte von der Sängerin und ihrer Begleiterin höchste Kunstfertigkeit. Am Ende des Abends widmete man sich einem Großen der Opernliteratur: Giacomo Puccini. In „sole e amore“ hörte man den Beginn des dritten Aktes der „Bohème“. Besonders reizvoll wirkte Laurettas Arioso „O mio babbino caro“ aus dem Einakter „Gianni Schicchi“, sonst vom dahinschmelzenden Orchester grundiert. Natürlich wurde es hier glanzvoll gesungen, war aber getragen von sonoren Harfenklängen.

Die Hörerschaft spendete herzlichen Beifall, und was wäre als Zugabe besser geeignet als das Wiegenlied von Johannes Brahms „Guten Abend, gut‘ Nacht“?




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