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Theaterstück „Käpt’n Kruso – Furioso!“ entführt humorvoll in die Welt der Musik

Mit dem Papierschiff übers Notenmeer

HAMELN. Noch in bester Erinnerung ist der amüsante Komponistenstreit im Theaterstück „Krach mit Bach“, mit dem Jörg Schade im Kunstkreis gastierte. Am Sonntagnachmittag hat er im TAB neues Musiktheater auf die Bühne gebracht: „Käpt’n Kruso – Furioso!“ – ein humorvolles Stück, das Kinder ab sechs Jahren in die Welt der Musik entführt.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 18:50 Uhr

Mit dem Notenschiff geht es durch die Welt der Musik. Foto: NDR
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Autor

Richard Peter Reporter

Es beginnt in einem Konzertsaal, in dem vier Musiker, noch etwas üben wollen, während Herr Kruse bereits als Saubermann mit Besen unterwegs ist und Notenblätter zusammenfegt. Kruse liebt Musik. Natürlich muss es klassische sein: Schuberts Militärmarsch – in diesem Fall, wie auch alles andere, von Andreas N. Tarkmann für Trompete, Posaune, Fagott und Klarinette arrangiert.

Es folgt der Auftritt von Frau Freitag, für die Noten in diesem Fall Müll und bestenfalls Kleckse sind, die sie prompt mit dem Staubsauger von den Blättern saugt.

Ein Glück, dass Frau Freitag so gerne reist und bei einem Preisausschreiben eine ausgelobte Fahrt unbedingt gewinnen möchte. Ihr Pech: Sie muss dafür ein musikalisches Rätsel beantworten. Natürlich helfen Herr Kruse und die Kinder mit, die wieder ihren eigenen Bereich mit Polstern auf dem Bühnenboden haben, um Begriffe wie Melodie, Rhythmus (mit zwei „h“) oder Oper zu finden. Herr Kruse baut in Windeseile ein großes Notenschiff, mit dem sie fantasievoll übers Notenmeer schippern.

Das Quartett spielt mit und zu jedem Begriff findet sich die richtige Musik, wie Wagners „Der fliegende Holländer“ und als es um die Oper geht, diese „Märchen mit Musik“, singt Schade eine von Mozarts Figaro-Arien mit eigenem Text. Das Publikum ist mit Wind und Wellengeräuschen beschäftigt, darf immer mal wieder mitsingen und erlebt auf seiner Schiffsreise „Klarinettenatolle“, „Trompetenbäume auf den Pusteinseln“, „Fagottgrotten“ und das „Raunen der Posaunen“ – alles von Tarkmann zu den Texten von Jörg Schade arrangiert und komponiert.

Beim Rätsellied ist Frau Freitag bereits ganz begeistert von Musik, tanzt mit Käpt’n Kruso zum „Frühlingsstimmenwalzer“ vom Walzerkönig Johann Strauß. Natürlich gewinnt sie am Ende – allerdings keine Reise, die sie sich so gewünscht hat. Nur ein Haus – aber das will sie den Musikern zum Üben überlassen. So gewinnen am Ende alle.

Jörg Schade hat sich eine hübsche Geschichte ausgedacht. Er beteiligt sein Publikum und hat mit seiner Partnerin Judith Guntermann, vor allem aber dem Quartett mit Daniel Reichert (Trompete), Magnus Schröder (Posaune), Felicia Dietrich (Fagott) und Merve Kazokoglu (Klarinette) perfekte Unterstützung für ein heiteres Spiel. Das Stück bringt wie nebenbei Kindern unterschiedlichste Musikstile nahe. Die Zuschauer hatten ihren Spaß daran, vor allem am so liebevoll von Norbert Drossel gestalteten Notenschiff.




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